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30. April 2018

DBK Ultralang: Kulow gewinnt, Lösch verteidigt

Über 500 deutsche Orientierungsläufer starteten bei intensivem Sonnenschein in Schorfheide nördlich Berlins mit einem BRL Mittel und der DBK Ultralang in die nationale Saison. Der TSC Berlin sorgte für zwei abwechslungsreiche OL-Tage. Am Sonntag gewann Sören Lösch (USV Jena) wiederholt und deutlich die Ultralangdistanz und wurde Anicó Kulow (Berliner Turnerschaft) dagegen relativ knapp Deutsche Bestenkämpferin über 'den langen Kanten'.

Die Mitteldistanz wies einen Mix aus feinem Relief und Richtungshalten in zumeist gut belaufbarem, offenem Wald auf. Besonders durch die Äquidistanz von 2,5m zeigte sich das Höhenbild im Gelände nicht immer so klar, wie die Karte es vermuten ließ. Auch war der Bewuchs an ein paar Stellen in den letzten Wochen durch das frische Grün undurchsichtiger geworden. Zwei 'hellgrün' durchsetzte Gebiete samt Loch- und Wurzelposten brachten etliche Läufer zusätzlich ins Schwitzen und Kreisen. Schneller als die Herrenelite waren die schnellsten Junioren unterwegs gewesen. Beide Läufe dienten als Sichtungsläufe für die JWM sowie die JEM. In den Eliteklassen setzen sich über die Mittelstrecke am Samstag schließlich Läufer des USV TU Dresden durch: Kerstin Uiboupin und Wieland Kundisch. Beide werden ab in einer Woche die EM laufen, Kerstin für ihre Heimat Estland. So griffen sie wie andere und etliche Nationalläufer, die die Tiomila liefen, auch nicht in die Kämpfe über die Ultralangdistanz ein, die daher besonders dünn besetzt waren.

Kerstin war letztes Jahr etwa 70km entfernt Zweite in der DBK Ultralang geworden, Sabine Rothaug vom OSC Kassel Erste. Diese wurde diesmal Vierte hinter Anicó Kulow (Berliner Turnerschaft), Sonnhild Grismajer (USV TU Dresden) und Anne Heinemann (SV Robotron Dresden). Während die fünf Damen innerhalb von 7min lagen, erlief Sören Lösch (USV Jena) bereits auf Martin Ahlburg (SV IHW Alex 78 Berlin) einen Vorsprung von fast 17 einhalb Minuten heraus. Karsten Leideck (USV Dresden) komplettierte das Podest hinter den beiden Männern, die für Marathon bzw. gar 100km-Lauf trainieren.

Die Ultralang erwies sich natürlich als lauflastiger gegenüber der Mittel, wobei gerade zum Ende der Strecken öfter entschieden wurde, ob rein kräftemäßig oder auch zur Sicherheit ein Quergang noch schneller als eine Umlaufroute wäre. Nahe des WKZ erfolgte für viele Klassen ein Kartenwechsel und die Getränkepunkte im Wald wurden bei den sommerlichen Wetterbedingungen stark frequentiert. Ein paar Posten bescherten einigen Läufern wiederholt Suchaktionen. Und ein Denkmal mitten im Wald, das einem Postenstandort dienen sollte, aber nicht mehr existierte, war kurzfristig durch eine Fahne der Ausrichter ersetzt worden. Der TSC rundete den Sonntag mit der Siegerung ab. Am Samstag konnte man sich an der kleinen Biathlonanlage im Schießen ausprobieren. Und einzelne OL-Wettkämpfer suchten auch den nahen Wildtierpark auf.

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