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07. Oktober 2010

Bundesrangliste 2010 entschieden

Wie jedes Jahr wurde auch diesmal mit den Deutschen Langdistanz-Meisterschaften die Bundesranglisten-Saison abgeschlossen und im Rahmen der DM-Siegerehrung die Besten ihrer Kategorien geehrt. Auch 2010 gab es unter den Siegern der nicht weniger als 30 BRL-Kategorien wieder zahlreiche bekannte Gesichter und "Wiederholungssieger". Dies war mit ein Grund dafür, dass sich der Förderverein OL und der OL-Shop Conrad einmal mehr bei der Auswahl der Preise etwas Neues als Alternative zu den traditionellen gelben Siegertrikots haben einfallen lassen.

Diesmal gab es für die Kategorienbesten jeweils ein Handtuch mit dem entsprechenden Aufdruck, natürlich im BRL-Sieger-Gelb gehalten. TK-Vorsitzender Achim Bader nahm mit Unterstützung von Heiko Gossel die Ehrung der BRL-Sieger vor. Zuvor hatte Veronika Lange, die nun bereits seit einigen Jahren zusammen mit Jürgen Schubert für die Berechnung der Bundesrangliste zuständig ist, gewohnt schnell und zuverlässig die Ergebnisse des abschließenden Wertungslaufes in Siegen ausgewertet und den BRL-Endstand errechnet. Die BRL-Saison 2010 umfasste neun Läufe und damit deutlich weniger als noch im Vorjahr, wo man noch 13 Mal BRL-Punkte sammeln konnte. Den Auftakt machten für die Erwachsenen-Kategorien die DBK Ultralang im März in Karolinenfield, im April folgten die DM Sprint in Kassel und ein Lang-BRL in Helsa am selben Wochenende, sowie für den Nachwuchs der Jugend- und Juniorenländervergleichskampf in Deggendorf. Nach einem BRL beim Ostsee-OL im Mai wurde die erste Saisonhälfte mit der DM Mittel und einem Lang-BRL in Ortrand und Kmehlen abgeschlossen. Im Herbst gab es schließlich beim BRL in Halberstadt nach der DM Staffel und schließlich bei der DM Lang im Siegerland die letzten Punkte zu holen.

1519 Läuferinnen und Läufer sind am Ende in der Bundesrangliste 2010 klassiert, die teilnehmerstärkste Altersklasse ist dabei wie gewöhnlich die H 21 mit 165 Klassierten. Die Frauenquote in der BRL liegt bei etwas mehr als 37 Prozent, der Anteil der Nachwuchsläufer bei gut 28 Prozent. Teilnehmerstärkster der über 160 vertretenen Vereine war einmal mehr der USV TU Dresden, der 112 Aktive ins Rennen schickte. Die große Beteiligung zahlte sich am Ende auch aus: gleich in vier Kategorien stellt der USV TU Dresden den Gesamtsieger bzw. die Gesamtsiegerin. Darüber hinaus schafften es mit dem MTV Seesen, dem TSV Grünwald, dem TUS Karlsruhe-Rüppurr und dem USV Jena vier Vereine, immerhin zwei BRL-Gesamtsieger zu stellen. Auch beim Blick auf die Landesverbände gibt es keine Überraschung: Sachsen steht hier mit 393 Startern und sechs Gesamtsiegern jeweils ganz oben, doch auch Berlin wusste mit immerhin fünf Gesamtsiegern zu überzeugen. Charakteristisch für die Bundesrangliste ist das kategorienübergreifend vergleichbare, auf Durchschnittszeit und Wettkampfwert beruhende Punktesystem, das zwar dadurch etwas komplizierter zu berechnen und für den einen oder anderen OLer ein ewig währendes Geheimnis ist, aber andererseits interessante Quervergleiche über (nahezu) alle Altersbereiche zulässt. Zudem ermöglicht der Modus über die Saison hinweg einen Start in verschiedenen Altersklassen, ohne dass der Läufer bzw. die Läuferin den Verlust von Punkten fürchten muss. Diese werden bekanntlich immer in der eigentlichen Altersklasse des Läufers bzw. der Läuferin angesetzt. Die höchste Endpunktzahl des Jahres holte Christian Teich (SSV Planeta Radebeul), der den sensationellen Wert von 106,15 Punkten erreichen konnte - die mit Abstand höchste Punktzahl der letzten Jahre und möglicherweise sogar höchste BRL-Endpunktzahl bisher. Dieser Wert drückt vor allem die Überlegenheit von Christian Teich zum Saisonende hin aus, wo er beim BRL in Halberstadt sogar 107,97 Wettkampfpunkte erlaufen konnte. Ihm am nächsten kamen Christoph Brandt mit 101,66 Punkten und Robert Krüger mit 99,17 Punkten, die als Zweiter und Dritter der H21 den Dreifacherfolg des SSV Planeta Radebeul in dieser Klasse sicherstellen konnten. Bester Nicht-Hauptklassen-Läufer war Bjarne Friedrichs (MTV Seesen), der mit 97,13 Punkten die H20 für sich entscheiden konnte.

Nichts Neues gibt es bei den Damen zu vermelden. Karin Schmalfeld (BSV Halle-Ammendorf) dominierte nicht nur die Konkurrenz einmal mehr nach Belieben, sie setzte mit 91,00 Endpunkten auch eine Marke, die nur 15 Herren zu übertreffen vermochten. Herausragend waren hier ihre 94,21 Punkte beim BRL in Helsa. Mit deutlichem Abstand folgen hier Monika Depta (SU Annen) mit 79,48 Punkten und Gunda Fischer (OLV Weimar) mit 78,18 Punkten, die damit die Plätze eins und zwei in der Kategorie D 40 (!) belegen. Die beste Nachwuchsläuferin war in diesem Jahr D18-Siegerin Susen Lösch (USV Jena), die mit 75,67 Punkten den viertbesten Damen-Wert erzielen konnte. Zum Abschluss gilt ein Dank den bereits erwähnten Bundesranglistenrechnern Veronika Lange und Jürgen Schubert für ihre Arbeit, Helmut und Erika Conrad für die Bereitstellung der Siegerpreise und dem Förderverein OL für deren Finanzierung. Die BRL-Saison 2011 wird aller Voraussicht nach elf Wertungsläufe umfassen. Sie startet dann wieder im März mit einem verkürzten Lang-BRL im sächsischen Ponickau. Bilder: Daniel Härtelt, Martin Schwarz, Archiv Die BRL-Sieger 2010:

D12  Birte Friedrichs (MTV Seesen)                70,16
D14  Leonore Winkler (USV Jena)                   69,20
D16  Theresa Flechsig (USV TU Dresden)            64,23
D18  Susen Lösch (USV Jena)                       75,67
D20  Josephine Greiner (TSV Grünwald)             75,22
D21  Karin Schmalfeld (BSV Halle-Ammendorf)       91,00
D35  Meike Jaeger (Gundelfinger Turnerschaft)     73,38
D40  Monika Depta (SU Annen)                      79,48
D45  Kerstin Hellmann (USV TU Dresden)            69,47
D50  Heidrun Finke (OLV Uslar)                    67,02
D55  Renate Tröße (SV TU Ilmenau)                 57,15
D60  Hilde Bader (OLF Mainz)                      49,32
D65  Erika Lemnitzer (Kaulsdorfer OLV)            42,98
D70  Ingrid Grosse (USV TU Dresden)               40,41
H12  Erik Döhler (TUS Karlsruhe-Rüppurr)          76,03
H14  Mark Otto (TOLF Berlin)                      82,19
H16  Valtteri Kolehmainen (TSV Grünwald)          79,85
H18  Christoph Prunsche (TuS Lübbecke)            92,62
H20  Bjarne Friedrichs (MTV Seesen)               97,13
H21  Christian Teich (Planeta Radebeul)          106,15
H35  Denis Müller (Treptower SV 1949)             88,57
H40  Raik Zschäckel (IHW Alex Berlin)             88,26
H45  Michael Thierolf (TV 1898 Alsbach)           88,34
H50  Jens Leibiger (Post SV Dresden)              87,11
H55  Bernd Döhler (TUS Karlsruhe-Rüppurr)         78,41
H60  Nikolaus Risch (ASG Teutoburger Wald)        67,74
H65  Michael Frenzel (ESV Lok Berlin-Schöneweide) 63,16
H70  Helmut Conrad (USV TU Dresden)               72,65
H75  Georg Reischl (TV Osterhofen)                55,87        
H80  Werner Hasse (Turn-Klubb Hannover)           34,36        

Mehr:
BRL-Homepage
BRL-Endstand 2010 als Textdatei
BRL-Wertungsmodus (PDF)