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18. August 2022

Bronzemedaille im Einzelsprint

Mit einer Medaille gleich im ersten Wettkampf startete das deutsche Team perfekt in die Studierenden-WM. Colin Kolbe erlief einen herausragenden Bronzerang über die Sprintdistanz. Auf den Sieger Jonatan Gustafsson fehlten lediglich 23 Sekunden. Entsprechend groß war die Freude über diese Leistung im gesamten Team.

Für die Schweiz untypisch flach verlief ein Großteil der Strecke. Zunächst liefen die Studierenden durch Wohngebiete und kleine Parks. Erst im letzten Drittel ging es einige Höhenmeter hinauf in die Altstadt. Eine kurze Schlussrunde nach der Arenapassage vollendete die Strecke. Auf den Bahnen kam es vornehmlich nicht darauf an die richtige Route zu wählen. Meist waren die Routen einer Routenwahl ähnlich lang, es gab also wenige Fallen, die den LäuferInnen gestellt wurden. So kam es vor allem darauf an, die gewählte Route richtig auszuführen. Dabei gab es auch keine übermäßig langen Routenwahlen, Zögern bei den mittellangen Routen führte also sofort zu Zeitverlusten. Mit geradeeinmal 12 Minuten waren die Siegerzeiten im Vergleich zu anderen internationalen Wettkämpfen recht niedrig angesetzt, jeder kleinste Zeitverlust schlug sich daher noch gewichtiger im Ergebnis nieder.
Mit 28°C Lauftemperatur waren die äußeren Bedingungen erträglich. Der Wettkampf konnte noch vollständig im Trocknen stattfinden, erst zur nachfolgenden Flower Ceremony fing es an zu regnen.

Mit einem Lauf, der sehr nah ans Optimum herankam, gelang es Colin auf den dritten Rang einzulaufen. Er gewann damit die erste Medaille für das deutsche Team bei einer WUC seit Ingo Horst im Jahr 2004. Von Beginn an schaffte er es einen Flow aufzubauen und damit immer die Kontrolle zu behalten. Auch physisch fühlte er sich entsprechend gut. Zwar gab er nach dem Lauf an, vor dem Start etwas nervös gewesen zu sein, aber im Bewusstsein über seine gute Verfassung konnte er letztlich selbstbewusst ins Rennen gehen – ein gutes Vorzeichen für den Lauf. Im Ziel war er „letztlich mega happy über den 3. Platz“. Und letztlich ist Glück auch der Lohn des Tüchtigen, auf den vierten Rang hatte er in einem engen Rennen nur eine Sekunde Vorsprung. Mit viel Zuversicht blickt er auf die nächsten Wettkämpfe. Nach einem Ruhetag kann er ohne großen Druck an die nächsten Wettkämpfe gehen. Umso größer ist aber die Motivation auch im Wald starke Rennen zeigen zu können.

Als zweiter deutscher Herr erreichte Erik Döhler den 30. Rang (+1:14). Nach einer kürzlichen Erkrankung fühlte er sich noch nicht wieder topfit, war aber lange gut unterwegs. Erst auf der Schlussrunde verlor er noch zwanzig Sekunden und wurde einige Plätze nach hinten gereicht. Mit 2:07 Minuten Rückstand erreichte Anton Silier Platz 55. Technisch kam er gut durchs Gelände, sein Rückstand ist vor allem physisch begründet. Riccardo Casanova musste nach einem überlaufenen dritten Posten disqualifiziert werden.
Die Herrenkonkurrenz gewann Jonatan Gustafsson (SWE) in einer Zeit von 11:30 Minuten vor dem Schweizer Timo Suter (+0:08).

Beste deutsche Dame wurde Birte Friedrichs als 27. (+1:22). Sie berichtete von etwas schweren Beinen zu Beginn ihres Laufs, sodass sie nicht ganz so gut Druck machen konnte. Zuviel Zeit habe sie dadurch aber nicht verloren, sodass sie mit ihrem Lauf zufrieden sein konnte. Meike Hennseler erreichte Rang 56 (+2:47), Kaatje Fantini landete auf dem 68. Platz (+3:52), Sophie Kraus auf Platz 70 (+4:08).
In 11:47 Minuten gewann Eline Gemperle aus der Schweiz recht souverän. Inka Nurminen (FIN) hatte als zweite 19 Sekunden Rückstand, Bronze gewann Cecile Calandry aus Frankreich (+0:22).

Nicht optimal gelöst war die Situation um den Sichtposten. Die LäuferInnen hatten dort einen Kartenwechsel. Einige Läuferinnen bogen allerdings nicht auf die Pflichtpassage durch die Arena ein, sondern liefen in eine falsche Richtung weg, um mehr oder weniger kurze Zeit später umzudrehen und zurückzukommen. Auf der Kartenvorderseite war die Sichtstrecke vom Posten weg eingezeichnet, nicht aber auf der Rückseite. Dort begann die Strecke mit dem Startposten nach der Sichtstrecke. Weil aber die Läuferinnen sich darauf zu verlassen schienen, dass die Markierung der Pflichtstrecke im Gelände sie auffing, ebenjene Markierung aber erst einige Meter hinter dem Posten begann, konnte es passieren, dass diejenigen, die ihre Karte zu früh umdrehten, in die falsche Richtung abliefen. Natürlich kann man sagen, dass es in der Verantwortung jeder Läuferin liegt, die Pflichtstrecke richtig zu absolvieren. Da aber mit Katrin Müller, Cecilie Andersen und Ida Haapala gleich drei Läuferinnen betroffen waren, die andernfalls im Bereich der Medaillen gelandet wären, scheint es, als hätte es in der Situation Verbesserungspotential gegeben, etwa indem der Posten etwas anders am Objekt platziert oder schon kurz vor dem Posten eine erste Absperrung aufgestellt wird, welche die Läuferinnen in Richtung der Pflichtstrecke leitet.
Ob dieser geschilderte Sachverhalt auch auf die Herren zutrifft ist aus der Ferne nicht zu beurteilen, da beide Rennen parallel abliefen und das Kommentatorenteam um den britischen Topläufer Ralph Street sich auf die Damen konzentrierte.

 

Ergebnis

Damen

1.

SUI

Eline Gemperle

11:47 Minuten

2.

FIN

Inka Nurminen

+0:19

3.

FRA

Cecile Calandry

+0:22

27.

GER

Birte Friedrichs

+1:22

56.

GER

Meike Hennseler

+2:47

68.

GER

Kaatje Fantini

+3:52

70.

GER

Sophie Kraus

+4:08

 

Herren

1.

SWE

Jonatan Gustafsson

11:30 Minuten

2.

SUI

Timo Suter

+0:08

3.

GER

Colin Kolbe

+0:23

30.

GER

Erik Döhler

+1:14

55.

GER

Anton Silier

+2:07

 

GER

Riccardo Casanova

DSQ

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