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08. Juli 2025

Auftakt zur Weltmeisterschaft 2025

Vorschaubild
Das deutsche WM-Team 2025 mit Trainern und Physio
Foto: Nationalteam
Das deutsche WM-Team 2025 mit Trainern und Physio
Foto: Nationalteam

Es geht los, die Weltmeisterschaften 2025 stehen an. Rund um die finnische Stadt Kuopio werden vom 08.07 – 12.07. die Medaillen über die Walddistanzen vergeben. 

Das Programm

08.07. ab 8:00 Uhr – Qualifikation Mitteldistanz
09.07. ab 13:40 Uhr – Finale Mitteldistanz
10.07. ab 10:55 Uhr – Langdistanz
12.07. ab 13:20 Uhr – Staffel

Bei einer Wald-WM werden die Entscheidungen über die Mitteldistanz, die Langdistanz und in der Waldstaffel ausgetragen. Für die Langdistanz hat Deutschland zwei Startplätze. Für die Qualifikation über die Mitteldistanz hat jede Nation drei Startplätze. Hier kommen die besten 15 Läufer*innen aus drei Heats weiter, zusätzlich bis zu 15 weitere Läufer*innen aus Nationen, die noch nicht im Finale vertreten sind.
Vor den Staffeln haben die Athlet*innen einen Ruhetag.

 

Die Übertragung

Wie üblich bei internationalen Wettkämpfen gibt es eine Übertragung im IOF-TV. Das Ticket für alle Wettbewerbe kostet 25€. Darüber hinaus steht zu jedem Wettkampf auch GPS und Liveresult von allen Läufer*innen zur Verfügung.

 

Das Gelände

Wer an Finnland denkt, denkt zunächst vielleicht an tolle, recht flache und schnell zu belaufende Wälder und daran, über die offenen Felsplatten zu fliegen. Rund um Kuopio beschreibt Hanna Müller aus dem deutschen Team das Gelände etwas anders: „Für Finnland ist es ziemlich grün und krautiger, steiniger Boden.“ Es ist steiler als gewöhnlich, denn das Wettkampfgelände für die Mitteldistanz liegt in einem Skigebiet. Auch wenn die Berge nicht so hoch sind wie an Skihängen bei uns üblich, 200m geht es schon hinauf. Besonders auf der Langdistanz wird es auch flachere Geländeteile geben.
Das Wettkampfgelände im schwedischen Idre hingegen, Weltcuport vor drei Wochen und ebenfalls ein Skigebiet, war für die Weltmeisterschaften nicht komplett relevant. „Wenn es besonders schlecht [belaufbar] in Idre war, dann war es schon relevant, beispielsweise der lange Schlag von 1 zu 2 auf der Langdistanz, aber grundsätzlich war die Sichtweite in Idre schon deutlich besser“, beschreibt Konstantin Kunckel das Gelände.

Beim Finnland-Weltcup im vergangenen Jahr, ganz in der Nähe, war ein großer Diskussionspunkt die Kartenaufnahme. Das Gelände war sehr generalisiert dargestellt, was bei manch einer*m zu Verwirrung führte. Inzwischen sind alle daran gewöhnt. Die meisten Starter*innen sind durch zahlreiche Trainingslager gut auf das Gelände vorbereitet. Einige haben die letzten Wochen in Finnland gelebt und in wettkampfrelevantem Gelände trainiert. Auch für das deutsche Team ging es nach einem Trainingslager im vergangenen Herbst bereits Anfangs Juni in die freigegebenen Trainingsgelände. Der finale Feinschliff folgte nun direkt vor den Weltmeisterschaften.

 

Deutsche Ambitionen

Das deutsche Team tritt zuversichtlich zu den Wettkämpfen an. Besonders im Wald konnte es in den letzten Jahren gute Ergebnisse einfahren. Grundsätzliches Ziel ist zunächst die A-Final-Teilnahme über die Mitteldistanz. Im Finale, sowie über die Langdistanz, konnten zuletzt Top30-Platzierungen erreicht werden, was auch in diesem Jahr wieder das Ziel ist. Einige peilen auch Platzierungen noch weiter vorn an. „Ich war vor zwei Jahren über die Mitteldistanz 18., also habe ich Anfang des Jahres das Ziel gesetzt, in Mittel und Langdistanz in die Top20 zu laufen“, erklärt Bojan Blumenstein. Durch kleinere Verletzungen und Krankheiten geht er nicht in Bestform an den Start, doch auch in der Schweiz 2023 war das kein Hindernis für ihn. „Wenn ich das Gefühl habe, ich hab alles gegeben und bin technisch super durchgekommen und werde 27., dann bin ich damit auch zufrieden.“ 
Auch Hanna Müller nimmt ihre Ergebnisse der WM 2023 als Anhaltspunkt, schränkt aber ein: „Es ist schwierig die WM 2023 zu toppen, weil es Schweizer Gelände war, was ich auch sehr gut vorbereitet hatte, was mir aber mehr lag.“ In skandinavischem Gelände sieht sie den Vorteil der Geländetypkenntnis nicht bei sich.
Für WM-Neuling Konstantin Kunckel geht es derweil darum, Erfahrung zu sammeln und sich so teuer wie möglich zu verkaufen, optimalerweise natürlich mit einer Finalteilnahme über die Mitteldistanz. Seine Form schätzt er auch durch die Rückmeldung des Idre-Weltcups gut ein: „Dafür, dass ich Anfang des Jahres nicht mit einer WM-Nominierung gerechnet habe, ist es gut gelaufen!“

Die weiteren deutschen Starter*innen sind bei den Damen Birte Friedrichs, Ellen Klüser und Patricia Nieke, bei den Herren Ole Hennseler und Anton Silier.

 

Die Favorit*innen

Bei den Damen ist die Favoritenrolle so klar vergeben wie lange nicht. Tove Alexandersson dominierte den Weltcup in Idre vor wenigen Wochen nach Belieben und lief sowohl über die Mitteldistanz als auch über die Langdistanz Hauptkonkurrentin Simona Aebersold auf. Die Physis stimmt bei der Schwedin sowieso, solange sie es technisch zusammenbringt, dürfte sie unschlagbar sein. Stärkste Läuferin hinter ihr ist Simona Aebersold, Hanna erzählte jüngst mit einem Schmunzeln, dass sie ein abschließendes Staffelstarttraining mit den Herren statt den Damen des schweizerischen und deutschen Teams absolvierte. Die weiteren Kandidatinnen auf einen Podiumsplatz kommen hauptsächlich aus Skandinavien: Andrine Benjaminsen aus Norwegen zeigte sich in Schweden stark in Form. Das schwedische Team ist hinter Alexandersson mit Sara Hagström, Sanna Fast und Hanna Lundberg, die den Weltcup verletzt ausließ, derart stark besetzt, dass ein schwedischer Staffelsieg fast Pflicht ist. Schwer einzuschätzen ist derweil die Form der Finninnen: Venla Harju und Marika Teini ließen den Weltcup aus, um sich spezifisch auf die Heim-WM vorbereiten zu können. Die Schweizerin Natalia Gemperle rundet das Feld der absoluten Favoritinnen ab. Außenseiterinnen könnten die Estin Evely Kaasiku oder die Französin Cecile Calandry sein. Kaasiku dürfte besonders der Geländetyp liegen, in diesem konnte sie in der Vergangenheit schon hervorragende Ergebnisse erlaufen, 2022 beispielsweise Bronze bei der EM in Estland. Calandry stellte ihre Form durch Platz drei bei der Weltcupmitteldistanz in Idre unter Beweis.

Nicht ganz so klar ist es bei den Herren, auch wenn besonders über die Langdistanz ein Name heraussticht: Kasper Fosser (NOR) ist bereits zweifacher Langdistanzweltmeister und siegte beim Weltcup in Idre in überlegener Manier. Seinen Herausforderer und größten Konkurrenten, nebenbei amtierender Weltmeister über die Mitteldistanz, Matthias Kyburz (SUI), brachte er dort sogar aus dem Wald mit. Der Titel über die Langdistanz ist der einzige Titel, der in der großen Sammlung des Schweizers noch fehlt. Noch uneindeutiger ist das Favoritenfeld über die Mitteldistanz: Beim Weltcup sorgten die Schweden für ein Fünffachpodest, Max Peter Bejmer, Anton Johansson und Gustav Bergman treten auch in Finnland an. Etwas Aufregung gab es im Vorfeld allerdings über die Testläufe der Schweden: Diese durften drei Wochen vor allen anderen in das Gebiet, in dem später auch die offiziellen Testrennen abgehalten wurden – inklusive einiger Embargoverletzungen, als Läufer durch Fehler an Posten nahe des Kartenrandes ins Sperrgebiet der Mitteldistanzqualifikation gerieten. 
Auch auf dem Schirm sollte man den Norweger Eirik Langedal Breivik haben. Der amtierende Mitteldistanzeuropameister hat in diesem Jahr bereits die Tiomila gegen die schwedische Konkurrenz für seinen Verein entschieden. Wie bei den Damen auch gilt es, die Esten nicht zu unterschätzen, insbesondere Timo und Lauri Sild. Die vier finnischen Starter werden perfekt auf das Gelände vorbereitet sein, unter ihnen ist der Weltcupsieger der Langdistanz vom Finnland-Weltcup 2024, Miika Kirmula. Geheimtipps könnten der Österreicher Jannis Bonek und der Franzose Lucas Basset sein. Bonek konnte in der Schweiz vor zwei Jahren seine erste WM-Medaille gewinnen, gewann wenig später in Tschechien einen Mitteldistanzweltcup. Ergebnisse von diesem Jahr liegen noch nicht vor, denn er verbrachte die letzten Wochen ebenfalls vor Ort in der Vorbereitung. Basset könnte besonders bei einer technischen Mitteldistanz für eine Überraschung sorgen, er hat den Ruf, dass ihm etwas das Spitzentempo fehlt. Er führt ein starkes französisches Team an: Vielleicht sogar ein Geheimtipp für die Staffel?

Mehr:
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Leon Kollenbach
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