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06. Mai 2014

10mila – mit deutscher Beteiligung

Der älteste schwedische OL-Staffelwettbewerb Tiomila – seit 1945 – fand am 3. und 4. Mai 2014 auf der Breite Göteborgs im nördlichen Småland statt. Der finnische Verein Kalevan Rasti gewann zum 4. Mal binnen 5 Tiomilas das 10-Mann-Rennen. In der Fünfer-Damenstaffel gelangte mit Pan Aarhus erstmals ein dänisches Team an die Spitze. Neben skandinavischen Staffeln mit deutschen Läufern starteten auch je 2 Staffeln aus Deutschland.

Massenstart der Damen
Massenstart der Damen
Foto: Jens Leibiger
Massenstart der Damen
Foto: Jens Leibiger

Nach der Jugendstaffel begaben sich 14.30 Uhr über 300 Frauen in das von zahlreichen Wegen, Seen und mitunter unpassierbaren Wasserläufen durchzogene Waldgebiet westlich Eksjös, welches 2009 dem weltgrößten Mehrtage-OL O-Ringen diente. Die Däninnen Ida Bobach und Maja Alm verschafften auf Position 3 und 4 ihrer Schlussläuferin Signe Søes einen komfortablen Vorsprung, den auch Simone Niggli (OK Tisaren) nicht zulaufen konnte. Dagegen wurde diese am Ende von Landsdame Judith Wyder (Göteborg-Majorna OK) überspurtet. Die amtierende Doppel-Europameisterin unterstrich damit ihre Nachfolge der Schweizer Ausnahme-Orientierungsläuferin. Die drei deutschen EM-Läuferinnen waren auch zugegen: Susen Lösch verlor als Startläuferin keine 3 min und gelang mit Ärla IF auf Rang 105. Sabine Rothaug lief mit der 3. Staffel des Skiklubb Halden auf den 41 Platz. Und Anna Reinhardt brachte das Team des USV TU Dresden schlussendlich auf den respektablen 167 Platz. Der Post SV Dresden mit Startläuferin Dorothea Müller kam auf den 220, Nationalläuferin Christiane Tröße für Varegg Fleridrett auf den 53.

Helden des Abends: Christoph und Philipp
Helden des Abends: Christoph und Philipp
Foto: Jens Leibiger
Helden des Abends: Christoph und Philipp
Foto: Jens Leibiger

19.30 Uhr folgte der Startschuss für die knapp 330 Tiomila-Staffeln diesmal recht früh am Abend. Ein Ausrufezeichen setzten eine Dreiviertelstunde später zwei deutsche Herren. Christoph Brandt, für den IL Tyrving startend, kam als Vierter, Philipp Müller (Post SV Dresden) nichtsahnend als Siebter wieder. Bemerkenswert: unter der 7-köpfigen Führungsgruppe fand sich kein Schwede. Christoph legte damit den Grundstein für das beste Ergebnis mit deutscher Unterstützung: Platz 14. Wahlschwede Leif Bader (in Deutschland für den Post SV Dresden laufend) erlief mit dem OK Kåre Platz 26. Der seit längerem in Norwegen trainierende Bojan Blumenstein landete mit Halden SK 2 auf dem 43. Der Post SV Dresden konnte Philipps Vorlage in dem starken Feld natürlich nicht halten, aber sicherte sich mit soliden Leistungen Platz 160. Die unter dem USV TU Dresden Laufenden kamen nicht gut durch die Nacht und ein Fehlstempel in den Morgenstunden katapultierte sie aus der Wertung. Das selbe Schicksal ereilte u.a. den norwegischen OL-Klub Raumar Orientierung 1 nach Torben Wendler und Alexander Lubina an 2 und 3, welche hierzulande Staffeln zusammen für den DJK Adler Bottrop laufen. Glückliche Sieger wurden einmal mehr „Finnen“. Genauer: Vier Finnen, zwei Tschechen, zwei Franzosen, ein Schweizer und ein Bulgare. Der mehrfache Weltmeister und „Überflieger“ Thierry Gueorgiou brachte seine Staffel in Führung und so wurde – beinahe wie bei den Damen – bereits der vorletzte Wechsel zum Vorzeichen des Wettkampfausgangs. Die Welteliteläufer Fabian Hertner und Jan Prochazka machten die Dominanz ihres skandinavischen Vereines nach 2010, 2011, 2013 zum 4. Mal klar. Zauberwort Zusammenarbeit – auch international. "Silber" holte der IFK Lidingö SOK, auf den Bronzerang kam Södertälje-Nykvarn OF.

2013 noch ungdomens tiomila, 2014 bei den Großen: Startläuferin Patricia Nieke
2013 noch ungdomens tiomila, 2014 bei den Großen: Startläuferin Patricia Nieke
Foto: Marie Fuchs
2013 noch ungdomens tiomila, 2014 bei den Großen: Startläuferin Patricia Nieke
Foto: Marie Fuchs

Bleibt die Erkenntnis, dass die Tiomila mehr als die große finnische Jukola, zu der für 7 Läufer pro Staffel im Schnitt weit mehr als doppelt so viele Teilnehmer kommen, ein Elitewettkampf mit kräftezerrenden Bahnen im besonderen Maße ist. Hinzu kommt die Austragung im Frühjahr, bei der die Temperatur nicht unüblich nachts wieder unter den Gefrierpunkt fiel. Doch der 1.-Mai-Feiertag am Donnerstag zuvor lud nun auch - wieder - einmal deutsche Teams ein und diese zeigten sich weitgehend begeistert und schließen eine Wiederholung nicht aus.

Mehr:
Homepage 10mila 2014

Wieland Kundisch
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