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26. Juni 2005

Zweimal Staffel-Bronze für Deutschland!

Unglaublich aber wahr: Gleich 6 deutsche Läufer konnten sich heute über ihre ersten Jugend-EM-Medaillen freuen. Erst gelang es der D-16 Staffel mit Sandra Juras, Marie-Christine Böhm und Anne Fritsche auf den Bronzerang zu laufen und dann glückte wenig später den H-18er Jungs Sören Lösch, Sebastian Bergmann und Philipp Müller dasselbe Bravourstück. Hier die Chronologie dieses denkwürdigen Rennens:

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Um Punkt 9 Uhr startet Sören zusammen mit über 20 weiteren Startläufern der Klasse H-18 im Stadtpark von Sumperk. Gleich zu Beginn der Bahn gibt es eine längere Pflichtstrecke, an deren Ende sich Sören im hinteren Teil des Feldes wiederfindet. Er hat die Zeit jedoch gut genutzt, die nächsten Posten genau vorgeplant und kann jetzt Platz um Platz gut machen. Fünf Minuten nach 9 erfolgt der Start der D-16. Die Staffeln aus Tschechien und Frankreich laufen schnell an und legen bald 2 Minuten zwischen sich und die nächsten Verfolger. Das sind zur großen Überraschung des deutschen Teams Sandra und die Startläuferin der Schweiz. Keine der vier Läuferinnen macht im weiteren Verlauf des Rennens große Fehler; sie wechseln in dieser Reihenfolge. Für Deutschland geht nun Marie-Christine auf die Strecke. Noch dicht beieinander liegen die Jungs als sie zum Wechsel kommen. Sören übergibt an 5. Stelle liegend auf Sebastian, der bei dieser JEM noch keinen richtig zufrieden stellenden Lauf hatte. Doch heute ist sein Tag: Er geht das hohe Tempo der Gegner mit, und noch wichtiger: Er bleibt fehlerfrei. Fehlerfrei ist auch Marie-Christine unterwegs. Zwar muss sie die Schweiz passieren lassen, doch sie hält Sichtkontakt. Im Zielbereich bahnt sich unterdessen ein Drama an. Die russische Läuferin, die unterdessen auf Platz 1 vorgelaufen war, locht anstelle des Endpostens ein zweites Mal den Sichtposten. Alles Rufen der russischen Trainer hilft nichts: sie läuft ohne Lochung des Endpostens ins Ziel und folgerichtig wird Russland aus der Wertung genommen. Damit bietet sich am 2. Wechsel nun folgendes Bild. Tschechien hat einen komfortablen Vorsprung auf die Schweiz, dicht dahinter wechselt Marie-Christine auf Anne. Alle Staffeln hinter dem Führungstrio verlieren massiv Zeit. Es dauert mehr als 6 Minuten bis Frankreich und Litauen als 4. und 5. an die Schlussläufer übergeben. Wenig später sprintet in der H-18 Sebastian an 4. Stelle liegend mit geringem Rückstand auf Platz 3 ins Ziel und wechselt auf den Schlussläufer Philipp. In Führung liegt auch hier Tschechien, gefolgt von Ungarn und Russland. Schrecksekunden auf der Zielwiese als der Zwischenstand vom Funkposten übermittelt wird: Weder Tschechien noch Deutschland werden genannt. Doch es ist nur ein technisches Problem – beide Staffeln halten ihre Position. Unterdessen ist im Zielraum die Spannung mit Händen zu greifen. Wird Anne die Nerven behalten und die erste JEM-Medaille seit 3 Jahren für Deutschland sichern? Am Sichtposten erscheint erst Tschechien, dann mit 4 Minuten Rückstand die Schweiz und weitere 2 Minuten dahinter kommt Anne. Dann klafft eine Lücke von 3 Minuten auf Litauen. Das muss doch reichen! Und es reicht. Tschechien holt Gold, die Schweiz Silber und Deutschland Bronze! Unglaublicher Jubel im Ziel, strahlende Gesichter und ein paar Freudentränen… Doch dieser Tag ist noch nicht zu Ende. Die H-18 kulminiert: Als erstes am Sichtposten Tschechien, dann die Schweiz, schließlich Russland und nur 30 Sekunden dahinter Philipp. Doch keiner glaubt, dass Philipp diese Lücke noch zulaufen kann. Tschechien läuft als erstes ins Ziel, gefolgt von Ungarn. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Sprecher kündigt Deutschland auf Platz 3 am vorletzten Posten an! Und tatsächlich stürmt ein weisses Trikot über die Wiese: Philipp hat mit einer taktischen Meisterleistung an einem der letzten Dickichtposten Russland überholen können. Den knappen Vorsprung von 10 Sekunden rettet er ins Ziel. Wieder Bronze für Deutschland! Unglaublich!

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