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14. November 2005

Zwei deutsche Siege in Venedig

Am Wochenende schlängelten sich wieder 3000 OLer aus aller Welt durch die Touristenmassen in Venedig. Bei der 26. Auflage des Meeting Orientamento di Venezia mussten dabei die Meldelisten bereits vorab geschlossen werden, so groß war der Andrang auf die Startplätze. Nach dem Sieg von Karin Schmalfeld im Vorjahr ließ es sich diesmal Simone Niggli-Luder nicht nehmen, beim Stadt-OL zu starten. Standesgemäß siegte die weltbeste Orientierungsläuferin aus der Schweiz in der Damenelite bei ihrer Venedig-Premiere auch deutlich mit sechs Minuten Vorsprung. Bei den Herren schaffte es ihr Landsmann Christian Rogenmoser, mit einer starken Laufzeit und einem Start-Ziel-Sieg seinen Vorjahres-Triumph mit diesmal über zwei Minuten Vorsprung zu wiederholen. Doch auch aus deutscher Sicht gab es Grund zum Jubeln ...

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Die jüngsten Seniorenkategorien D und H 35 wurden von deutschen Läufern dominiert: Katy Zelenina von der USG Chemnitz und Falk Martin vom USC Leipzig heißen die Sieger, beide mit über 2 Minuten Vorsprung. Dazu gab es noch einen 3. Platz in der D 45 für Martina Fritzsche (USG Chemnitz) zu bejubeln. Katy Zelenina war als letzte in ihrer Altersklasse gestartet. Trotz des Zu-Spät-Kommens am Start brachten ihr konzentriertes Orientieren von Anfang bis Ende und eine gute Kondition am Ende den Sieg. Auf die Frage nach ihrem Vorteil gab sie an: "Keine Hemmung vor Menschenmassen (langjährige Erfahrungen in der Petersburger Metro)!" Falk Martin wiederum war sehr erstaunt, als er sich auf dem ersten Platz in der Schnellwertung fand. War er doch der Meinung, dass er extrem von Touristen ausgebremst worden war. Aber das ging den anderen nicht anders. Seit früher Kindheit ein sicherer Orientierer, wurde dieser Lauf für ihn zur Goldgrube.

Orientierung quer durch Venedig macht fast jeder Tourist. Wohl nirgends kann man so viele Leute mit intensiver Kartenarbeit erleben. Im Gegensatz zu den OLern nutzen Touristen die Gassennamen als wichtiges Orientierungsmittel. Die OL-Karten zeigen dafür deutlicher die Gassenbreite und kleine, aber wichtige Biegungen. Möglichst keine Route wählen, die in einer Sackgasse endet und Orientierung vom nächsten Posten rückwärts; das waren wichtige Tipps des Venedig-OL-Kenners Ralph Körner (TSV Grünwald) an die Venedig-Neulinge aus Sachsen. Nicht nur diese hatten den Vortag genutzt, um ein Gefühl für diese Art der Orientierung zu bekommen. 3 Kilometer war der (sozusagen als Warmlaufstrecke dienende) Sprint-OL am Samstag vor dem großen Event lang. Katy (6. Platz Damen), sowie Ralph und Falk (6. un 7. Platz Herren) lagen bereits hier weit im Vorderfeld.

Im Bulletin enthielten die Angaben nicht nur die Streckenlänge und Postenanzahl, sondern auch die Anzahl der zu überquerenden Brücken. Die Strecken in diesem Jahr hatten sehr wenige Posten, zum Beispiel nur 12 Posten auf 8,1 km und 61 Brücken für die Damenelite und lediglich 15 Posten auf 10,4 km mit 72 Brücken bei der Herrenelite. Hier konnte Ralph Körner zwar nicht an seine Vorjahresleistung Platz 6 anknüpfen, nach seinem überstandenen Schulterblattbruch vom Weltcup in Italien zeigte er sich aber auch mit Rang 13 sehr zufrieden. Insgesamt waren weit über 30 deutsche OL-Sportler in Venezia am Start. Und alle waren sich einig: Das Orientieren und Laufen war sehr interessant, hat viel Spaß gemacht und ist eine weitere Reise nach Venedig im kommenden Jahr wert. (Text & Bilder: Martina Fritzsche, Bildauswahl: Ralph Körner)

Mehr:
Homepage des Stadt-OL-Meetings von Venedig
Ergebnisse Damenkategorien (PDF)
Ergebnisse Herrenkategorien (PDF)

Ralph Körner
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