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11. Juli 2024

WOC - Es geht los!

Herrenteam
Es laufen drei deutsche Herren im Einzelsprint: Anselm Reichenbach, Bojan Blumenstein und Felix Späth.
Foto: Thomas Meier
Es laufen drei deutsche Herren im Einzelsprint: Anselm Reichenbach, Bojan Blumenstein und Felix Späth.
Foto: Thomas Meier

Die Weltmeisterschaften im schottischen Edinburgh stehen vor der Tür. Hier erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst. Wir stellen das Team vor, ihr findet den Zeitplan, Geländebeschreibungen und die Favoritinnen – alles, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Verfolgen könnt ihr das Ganze auch – kostenlos im Stream von Eurovision Sport.

Die Wettkämpfe

Einzelsprint, Qualifikation – 12.07. ab 10:00 Uhr

Die ersten 15 aus drei Heats ziehen in das Finale am Nachmittag ein. Im Hafenviertel von Leith prägt ein asymmetrisches Straßennetz das Kartenbild. Es gibt einen Mix aus neueren Wohnanlagen, teils mit Grünflächen, kleinen Fußwegen und Wiesenflächen, in Richtung Zielbereich finden sich größere historische Wohnquartiere mit komplexen Innenhöfen.

Einzelsprint, Finale – 12.07. ab 16:30 Uhr

Im Stadtzentrum von Edinburgh werden die Medaillen ausgelaufen. Das Gelände bietet eine sehr abwechslungsreiche Bebauuung von großen historischen Gebäuden über Einkaufsmeilen bis hin zu diffizilen Wohnvierteln mit kleinen Treppen und engen Gassen. Steile Anstiege erschweren die Routenwahl. Über der Stadt thront Edinburgh Castle, und im Ziel bietet das Publikum in tollem Ambiente viel Stimmung.

Sprintstaffel – 14.07. ab 13:30 Uhr

Auf dem Gelände der Heriott-Watts Universität geht es am Sonntag heiß her. Vier Läufer*innen nacheinander holen das beste aus sich heraus. Große, teils verwinkelte Universitätsgebäude wechseln sich ab mit Parkflächen, die von unregelmäßigen kleinen Wegen, Hecken und anderer Bepflanzung strukturiert werden.

KO-Sprint, Qualifikation – 16.07. ab 10:00 Uhr

Schneller, enger, härter noch als die Qualifikation des Einzelsprints geht es beim KO-Sprint zu. Nur 12 Läufer*innen qualifizieren sich in jedem der drei Heats. Die Qualifikation findet in typisch britischem Wohngebiet statt. Reihenhäuser umgeben von Grünflächen mit schmalen, abgerundeten Straßen und kleinen Fußwegen. Kein Zögern, kein falscher Schritt, jede Sekunde zählt, um später erneut um die Medaillen kämpfen zu können.

KO-Sprint, Finale – 16.07. ab 15:20 Uhr

Über Viertelfinale, Halbfinale und Finale führt der Weg zu den Medaillen. Mitunter muss auch ein moderater Ellenbogeneinsatz erwogen werden, um sich Platz zu verschaffen. In den KO-Finalrunden heißt es: Kampf bis zur Ziellinie. Die Läufe finden wieder im Zentrum von Edinburgh statt, und ganz sicher haben sich die Veranstalter neue Herausforderungen überlegt.


Das Team

Anselm Reichenbach (20, SSV Planeta Radebeul) – Einzelsprint, Sprintstaffel, KO-Sprint:

„Ich freue mich und bin gespannt auf meine erste WOC. Meine Ziele sind es mich für die beiden Einzeldisziplinen jeweils für das Finale zu qualifizieren. Ab dann kann alles passieren. Die Staffelmannschaft ist so stark, ich glaube wir könnten das beste deutsche Ergebnis jemals erlaufen (14. Platz oder besser). Ansonsten fühle ich mich physisch stark und durch die Trainingslager vor der WM fühle ich mich auch auf die technischen Aufgaben gut vorbereitet.“

Felix Späth (33, OLG Siegerland) – Einzelsprint, Sprintstaffel:

„Ich war selbst überrascht wie gut die Qualiwettkämpfe liefen. Dementsprechend war ich auch überrascht, dass ich mich fürs Team qualifiziert habe. Nun will ich aber morgen auch in Edinburgh Centrum laufen. In der Sprintstaffel ist das Ziel den Rückstand so klein wie möglich zu halten.“

Bojan Blumenstein (31, OSC Kassel) – Einzelsprint, KO-Sprint:

„Ich bin mit meiner Vorbereitung zur WOC nicht so richtig zufrieden. Etwas viel Verletzungen und Krankheitsprobleme prägten mein Frühjahr. Ursprünglich war mein Ziel die Top25 beim Einzelsprint. Momentan bin ich allerdings recht unsicher wie realistisch das ist. Erstmal gilt es morgen früh eine vernünftige Quali zu laufen um dann im Finale das beste geben zu können.“

Riccardo Casanova (24, OLG Regensburg) – KO-Sprint:

„Mir geht es vor allem darum, die Quali für den KO-Sprint zu schaffen. Mit nur 36 Leuten die ins Viertelfinale kommen, werden die Plätze hart umkämpft sein.“

Birte Friedrichs (26, MTV Seesen) – Einzelsprint, KO-Sprint, Sprintstaffel-Pool:

„Meine Vorbereitung lief insgesamt ganz gut. Ich konnte ab dem Wintertraining kontinuierlich ohne Krankheits- oder Verletzungspausen trainieren, was für mich wichtig für den Formaufbau ist. Auch o technisch fühle ich mich gut, da ich durch diverse Sprintwettkämpfe eine ganz gute Sprintroutine aufbauen konnte. Mein Ziel ist daher die Qualifikation für das Finale. Ich weiß aber auch von der Sprint-WM 2022, dass es auf jede Sekunde ankommt und dass ich dafür einen sauberen Lauf benötige. Für die Staffel wäre eine geschlossene Teamleistung schön, bei der alle vier Starter einen zufriedenstellenden Lauf zeigen.“

Paula Starke (27, USV TU Dresden) – Einzelsprint, KO-Sprint, Sprintstaffel-Pool:

„Meine Vorbereitung war effizient. Leider habe ich schon seit Anfang des Jahres Probleme mit meinem linken Sprunggelenk, musste deshalb immer wieder einige Tage alternativ trainieren und konnte nicht ganz so viele intensive Sprint-OL Einheiten machen wie ich gewollt hätte. Bei der DM Sprint/den Weltcups war meine Routine immer noch ein bisschen holprig, mit dem letzten Trainingslager ist dann aber alles endlich merklich flüssiger geworden. Mein Hauptfokus liegt auf der Sprint-Quali morgen. Ich will unbedingt ins Finale. Dafür muss alles zusammenpassen, aber ich glaube, dass es möglich ist. Bei der Knockout-Quali wird es eher sogar noch schwieriger, aber alles geben werde ich trotzdem.“

Hanna Müller (28, Gundelfinger Turnerschaft) – Einzelsprint, KO-Sprint, Sprintstaffel-Pool:

„Ich bin ziemlich kurzfristig eingesprungen und hatte den Fokus eigentlich schon auf den Waldwettkämpfen. Allerdings habe ich diesen Frühling doch auch einiges an Sprint trainiert, und entsprechend sitzt die Sprintroutine trotzdem ganz gut. Die Finalqualifikation ist das angestrebte Ziel, mit einem technisch guten Lauf sollte das möglich sein - allerdings geht es im Sprint am Ende immer um wenige Sekunden, es muss also alles aufgehen.“

Hanna reiste als Ersatzläuferin an, da Patricia Nieke kurzfristig wegen einer Erkältung für die ersten Läufe ausfällt.

Die Favorit*innen

Die Favoritinnenfrage bei den Damen ist recht leicht zu beantworten. Tove Alexandersson (SWE) reist wie in den vergangenen Jahren immer als Topfavoritin nach Edinburgh. Bisher war sie in diesem Jahr nicht so dominant wie zuvor, zeigte sich bei den bisherigen Sprintrennen fehleranfällig. Es ist aber sicher: Sie wird in Topform an die Startlinie gehen. Erste Herausforderin ist die Weltcupführende dieses Jahres, die Schweizerin Simona Aebersold. Sie konnte in diesem Jahr läuferisch noch etwas zulegen und ist auf Augenhöhe mit Alexandersson. Auch Natalia Gemperle (SUI) möchte ein gewichtiges Wörtchen zur Medaillenvergabe mitreden. Nicht zu vernachlässigen ist Megan Carter Davies (GBR), die vor Heimpublikum ihren Weltmeistertitel im Einzelsprint verteidigen möchte. Sara Hagström (SWE) geht als amtierende Europameisterin an den Start, hat aber nach einer OP in der Vorbereitung vielleicht nicht die nötige Routine. Weiterhin zu berücksichtigen sind die Norwegerinnen Andrine Benjaminsen, Ane Dyrkorn und Victoria Haestad Bjornstad oder die Schwedin Hanna Lundberg.

Bei den Herren ist es nicht so leicht, einen Topfavoriten auszumachen. Tuomas Heikkila (FIN) und Martin Regborn (SWE) haben beim Doppelweltcup eine hervorragende Frühform bewiesen. Regborn führt den Weltcup an und beendete alle Rennen in den Top4. Der amtierende Weltmeister Kasper Fosser (NOR) wird seinen Titel verteidigen wollen, insbesondere beim technisch anspruchsvollen Sprint in Genua konnte er in diesem Jahr schon glänzen. Weiterhin kann man Sprintspezialisten wie Yannick Michiels (BEL) oder Tim Robertson (NZL) auf der Rechnung haben. Vor Heimpublikum will der Brite Ralph Street (GBR) eine Medaille erringen. Noch mehr Namen? Klar: Jonathan Gustafsson (SWE), Emil Svensk (SWE) oder Tomas Krivda (CZE).
Im KnockOut-Sprint ist der amtierende Weltmeister Matthias Kyburz (SUI) auf Exkursion und versucht sich am olympischen Marathon – mit seiner schon erbrachten Weltklasseleistung kann er sicherlich auch für positive Publicity für den OL in der Leichtathletikszene sorgen. Mit Joey Hadorn steht ein zweiter Schweizer bereit, der ihn schon beim Weltcup würdig vertreten konnte.

Die Sprintstaffel könnte spannend wie nie werden. Favorit ist in diesem Jahr wohl die Schweiz, die das Weltcuprennen in Italien gewann. Noch vor Europameister und Titelverteidiger Schweden ordneten sich dort Tschechien und Finnland ein. Norwegen hat ein ähnlich starkes Team, auch die Briten wollen vorn eine Rolle spielen.

Damenteam Damenteam
Das Damenteam zum WOC Einzelsprint: Paula Starke, Hanna Müller und Birte Friedrichs
Foto: Thomas Meier
Das Damenteam zum WOC Einzelsprint: Paula Starke, Hanna Müller und Birte Friedrichs
Foto: Thomas Meier

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