26. Mai 2024
Weltcup #1: KO-Sprint
Den Auftakt der diesjährigen Weltcupsaison bildete ein KnockOut-Sprint im schweizerischen Olten. In Abwesenheit von Matthias Kyburz krönte sich Joey Hadorn (SUI) zum erstmaligen KO-Weltcupsieger. Im engen Damenrennen setzte sich Tove Alexandersson (SWE) durch. Das deutsche Team war mit je sechs Damen und Herren vertreten. Leider verpassten sie sämtlich den Sprung unter die besten 36.
Ergebnis:
Damen
1. Tove Alexandersson (SWE)
2. Simona Aebersold (SUI)
3. Natalia Gemperle (SUI)
66. Hanna Müller (Heat C) +0:47
73. Birte Friedrichs (Heat A) +1:10
73. Patricia Nieke (Heat B) +1:54
88. Paula Starke (Heat C) +1:37
94. Katharina Linke (Heat A) +2:28
103. Emma Caspari (Heat B) +3:59
Herren
1. Joey Hadorn (SUI)
2. Jonathan Gustafsson (SWE)
3. Tuomas Heikkila (FIN)
37. Anselm Reichenbach (Heat C) +0:37
52. Riccardo Casanova (Heat A) +0:52
55. Bojan Blumenstein (Heat B) +1:07
64. Ole Hennseler (Heat B) +1:23
70. Jannis Schönleber (Heat A) +1:11
100. Timon Lorenz (Heat C) +1:38
Bericht:
Die Qualifikation zum KO-Sprint fand bereits am Freitag in Zofingen statt. Dort ging es durch die beschauliche Altstadt und ein kleines Parkgelände. Die Veranstalter hatten sich einiges einfallen lassen – neben den üblichen künstlichen Sperren in der Altstadt gab es im Park ein künstlich errichtetes Labyrinth. Die Routenwahlen waren entsprechend schwer – unerwartet schwer, da die vielen Windungen schwer einzuschätzen waren, sodass es mitunter etwas Glück bedarf, bei höchstem Lauftempo die richtige Route zu erwischen. Aber: Oft Glück ist halt auch Können. Die Abstände der Qualifikation waren entsprechend nicht ganz so eng, wie es im vergangenen Herbst der Fall war. Bestplatzierter Deutscher wurde Anselm Reichenbach auf Platz 13 seines Heats. Tatsächlich lag er sogar zeitgleich zu Jorgen Baklid (NOR) auf Platz 12, welcher die Qualifikation für das Viertelfinale bedeutet hätte. Da aber nur 36 Viertelfinalisten vorgesehen sind, kam eine Sonderregel zur Anwendung: Derjenige mit der besseren Weltranglistenpunktzahl rückt in die nächste Runde vor – leider der Norweger. Beste Dame wurde Hanna Müller auf Platz 22 ihres Heats (21 Sekunden hinter Qualizeit). Schon in der Qualifikation erwischte es aber einige Favoriten und Favoritinnen. Die größten Überraschungen bei den Damen waren wohl Karolin Ohlsson (SWE) und Teresa Janosikova (CZE). In Heat A der Herren kegelten sich unter anderem Yannick Michiels (BEL) und Isac von Krusenstierna (SWE) durch Fehlstempel aus der Wertung. 20 Sekunden fehlten Riccardo Casanova in diesem Heat schließlich um davon zu profitieren. Etwas unglücklich wurde die Rennsituation für die letztgestarteten Herren: Ein schweres Gewitter ergoss sich über Zofingen und machte Kopfsteinpflaster und Wiesen nass und rutschig. Die Damen-Quali, welche anschließend startete, wurde um eine halbe Stunde verschoben.
Das Viertelfinale brachte den qualifizierten Athlet*innen am Samstagmorgen eine ungegabelte Bahn und damit enge Entscheidungen im Kampf ums Halbfinale. Entsprechend entschieden sich alle Rennen erst im Zielsprint, teils mussten sogar Fotoentscheide herangezogen werden. Die Rennen waren taktisch geprägt, es ging darum, sich klug zu positionieren, um im Falle einer plötzlichen Attacke gut reagieren zu können oder die Konkurrenz selbst durch eine solche zu überraschen. Vor allem im äußerst engen Feld der Herren ging das Favoritensterben munter weiter: Kasper Fosser (NOR), Emil Svensk (SWE) und Miika Kirmula (FIN) schieden im Zielsprint aus.
KnockOut-Sprint bringt Drama, das zeigte sich spätestens im Halbfinale. Die Bahnen waren diesmal im Runner’s Choice gegabelt. Die Gabelung blieb dabei äußerst fair – zwar gab es auf dem Papier eine eindeutig beste und schlechteste Wahl, die jedoch äußerst präzise ausgeführt werden mussten, um den entsprechenden Vorteil daraus zu ziehen. Drama also im Zielsprint des zweiten Halbfinals der Herren, in dem fünf Athleten gemeinsam in den Zielsprint gingen – am Ende setzten sich Joey Hadorn und Martin Regborn (SWE) knapp durch. Oder in Halbfinale eins, in dem kurz unklar war, ob Jonatan Gustafsson die falsche Gabelungsvariante gelaufen war – anders als er selbst wählte. Bei den Damen schied Hanna Lundberg (SWE) aus. Sie sprengte in ihrem Lauf gemeinsam mit Tove Alexandersson das Feld von Posten 1 an. Die letzte Routenwahl entschied sie anders als ihre Teamkollegin – schlechter. Andrine Benjaminsen (NOR) konnte sich mit einem physisch unglaublich gut eingeteilten Rennen vorbeischieben. Wäre Lundberg bei ihrer Teamkollegin geblieben, es hätte wohl gereicht.
Das Finale schließlich war erneut ungegabelt. Die Athlet*innen blieben zunächst zusammen, auf den durchaus spannenden Routenwahlen gab es wenige Abweichler*innen. Vor allem das Herrenrennen neutralisierte sich gewissermaßen bis zur Arenapassage. Lange machte der junge Finne Teemu Oksanen in seinem ersten KO-Finale auf Weltcupniveau das Tempo. Erst auf der kurzen Schlussrunde ging die Post ab. Und wie es so oft ist: Wer viel führt, gewinnt nicht. Auf der letzten Routenwahl zu Posten 13 explodierte das Tempo. Auf unterschiedlichen Routen kamen Joey Hadorn und Tuomas Heikkila gemeinsam mit Jonatan Gustafsson als erste am Vorschlussposten an. Fast ein Zusammenstoß, es ging gut. Auf dem Anstieg zur Arena konnte Hadorn, der im letzten Herbst bei der EM noch nach einem Zusammenstoß mit Kasper Fosser aus dem Rennen gecrasht war, die entscheidenden Meter zwischen sich und die Konkurrenten bringen. Gustafsson war im Zielsprint zwar schneller, aber schon entscheidend zurück. So bejubelte der Schweizer einen Heimerfolg.
Im Damenrennen war vor allem zwei Athletinnen nicht an einem taktischen Rennen gelegen: Simona Aebersold und Tove Alexandersson versuchten wie in den Läufen zuvor, das Feld frühzeitig auseinanderzulaufen. Die Führungsarbeit machte dabei vor allem die Schweizerin. Ihnen folgen konnte nur Natalia Gemperle. Und auch bei den Damen kam die Entscheidung erst zu Posten 13: Zwar nahmen alle drei dieselbe Route, aber Alexandersson beschleunigte bergab am Fluss entlang derart, dass ihre Schweizer Konkurrentinnen geschlagen schienen. Als sich die beiden am Schlussposten auch noch minimal ins Gehege kamen, konnte die Schwedin ihren 47. Weltcuperfolg schon einige Meter vor der Ziellinie feiern.
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Ergebnis KO-Quali
Ergebnis KO-Finale
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