29. Mai 2025
Vorschau: DM Mittel 2025
Morgen wird’s spannend! Dann startet das DM-Mittel-Wochenende in Schönholz bei Eberswalde. Drei Wettkämpfe im selben Gelände stehen an: Das Wochenende startet mit einem Waldsprint zur Deutschen Park Tour. Am Samstag das Highlight – ab 13 Uhr werden die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz ausgelaufen. Zum Abschluss des Wochenendes folgt am 1. Juni eine Langdistanz als Bundesranglistenlauf.
Mit Bahnleger Jürgen Ziesche hat der ESV Lok Berlin-Schöneweide einen erfahrenen Bahnleger im Team, der spannende Bahnen in das Gelände legen wird. Es wartet typisch brandenburgischer Wald: Feingliedriges Gelände mit zahlreichen topografischen Details. Dabei ist es insbesondere bei der DM Mittel gut bis hervorragend belaufbar. So kommen auch verhältnismäßig lange Bahnen auf die Läufer*innen zu: In der Herren Elite stehen fast sieben Kilometer mit einer Siegerzeit unter 35 Minuten an.
Flacher wird es am Sonntag über die Langdistanz, auch wenn dann durch Unterholz und Holzeinschlag Bereiche mit mäßiger Belaufbarkeit hinzukommen.
Die Startfelder in den Elitekategorien sind leider nicht so groß wie zur DM Sprint vor sieben Wochen. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wird es neue deutsche Meister*innen geben, da die Titelverteidiger*innen in diesem Jahr nicht an den Start gehen werden.
Die Favoriten auf den DM-Titel der Herren sind die bekannten Namen: Neben Ole Hennseler (MTV Seesen) und Toby Scott (OLV Steinberg) ist insbesondere Marek Pompe (SV Robotron Dresden) stark einzuschätzen. Toby Scott war zwar bei der DM Sprint nicht am Start, er zeigte sich in diesem Frühjahr trotzdem bereits in guter Form: Die „lange Nacht“ absolvierte er bei der Tiomila vor Monatsfrist in starker Zeit nur fünf Minuten hinter der Bestzeit. Das einzige Fragezeichen hinter seiner Form ist, wie gut er einen Ultramarathon über 158 Kilometer vor zwei Wochen wegstecken konnte. Auch der DM-Sprint-Sieger Marek Pompe war an dem Wochenende im Einsatz, den Rennsteigmarathon lief er in unter drei Stunden. Ist das ein Vorteil für Ole Hennseler? Mit Timon Lorenz (OLG Regensburg) ist ein weiterer Bundeskaderathlet vor Ort, der vor zwei Jahren in wenigen Kilometern Entfernung bereits Gold in der DM Staffel gewinnen konnte. Die Top6 dürften Konstantin Kunckel (USV TU Dresden) und Konrad Stamer (Preetzer TSV) vervollständigen. Mit Chancen auf eine Überraschung in den Top6 reist der jüngst in die Elite aufgestiegene Anton Knoll (Bielefelder TG) nach Eberswalde. Unbedingt zu erwähnen sind auch die Altmeister Christian Teich und Tilo Pompe, die sich in der Elite die Ehre geben. Auch wenn sie wohl keine Siegchancen haben, werden sie manch Jüngeren hinter sich lassen und die Meisterschaft dadurch aufwerten.
Die Favoritin im Damenfeld ist Birte Friedrichs (MTV Seesen). Sie präsentierte sich in diesem Frühjahr bereits in herausragender Form und konnte besonders im Wald glänzen: In Schweden schlug sie im April erstmals Susen Lösch über eine Langdistanz. Von vielen als Waldspezialistin wahrgenommen will sie sich sicherlich ihren ersten Einzeltitel in einem Waldformat sichern. Große Konkurrenz kommt aus der Juniorinnenkategorie. Am Start ist die letztjährige Siegerin Lone Pompe (SV Robotron Dresden), die auch in diesem Jahr wieder in guter Form ist. Ähnlich wie bei den Herren ist nur die Frage, wie gut sie die Belastung zuletzt wegsteckte. Den Rennsteigmarathon in 3:24 Stunden, ein folgendes JWOC-Trainingslager und eine gute Zeit auf 5km Straße zeugen von einer guten Form, können aber auch eine zu hohe Belastung sein. Neben Lone zeigte sich auch Julia Fritz (OL-Team Filder) jüngst beim ASOM in Belgien zumindest im Sprint auf Augenhöhe mit der Elite. Birtes Hauptkonkurrentinnen in der Eliteklasse sind die Bundeskaderkolleginnen Emma Caspari (OL Team Lippe) und Paula Starke (USV TU Dresden). Emma ist in guter Waldform, sie bereitet sich als Eliteaufsteigerin darauf vor, die teaminterne Qualifikation für die Wald-Weltmeisterschaften in Finnland zu schaffen. Nach Fußoperation im vergangenen Jahr kommt Paula Starke immer besser in Fahrt, die DM Mittel wird ihr erster Wald-Wettkampf mit Podiumsambitionen sein. Hinter Ellen Klüser (USV TU Dresden) steht dagegen aus gesundheitlichen Gründen leider noch ein Fragezeichen.
Neben den sportlichen Aspekten ist auch für die Rahmenbedingungen gesorgt: Als WKZ dient an allen drei Tagen dieselbe Wiese südwestlich von Schönholz. Verpflegt vom Imbiss kann direkt am Zieleinlauf mitgefiebert werden. Die Siegerehrung am Abend findet im Haus Schwärzetal statt, nach einem anstrengenden Wettkampftag kann man sich dort mit Grillgut verpflegen.
Der Austragungsort befindet sich in landschaftlich reizvoller Umgebung. Wer rund um die Wettkämpfe die Natur erleben will, dem sei ein Besuch des Naturschutzgebietes Schwärzetal empfohlen. Für Familien bietet sich ein Besuch im sehr schönen Zoo Eberswalde oder im Familiengarten an.
Um euch auf das Wochenende einzustimmen, empfiehlt sich auch die neue Podcastfolge des „Dickichtgeflüsters“, die pünktlich zur Anfahrt nach Berlin am morgigen Freitag online geht.
Mehr:
Dickichtgeflüster-Podcast mit Folge 19 zur DM Mittel
DM Mittel im OManager
Ausrichterwebsite des ESV Lok Berlin-Schöneweide
Tourismus Eberswalde