24. April 2026
Vorbericht: Weltcup in Ascona-Locarno (SUI)
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Die internationale OL-Saison 2026 beginnt mit einem Weltcup in der Schweiz. Ein vollständiges deutsches Aufgebot mit 16 Starter*innen reist zu den Wettkämpfen. Im Jahr der Sprint-WM in Italien geht es um eine erste Standortbestimmung, das Wintertraining in gute Ergebnisse umzusetzen und damit positives Feedback zur bisherigen Vorbereitung zu bekommen. Am heutigen Freitag geht es bereits los.
Die erste Weltcupstation der Saison in Ascona-Locarno liegt am Ufer des Lago Maggiore unweit der italienischen Grenze. Bei strahlendem Sonnenschein und hervorragenden Lauftemperaturen um 18 Grad kämpfen die Läufer*innen in den Straßen und Gassen der Altstadt um die Sekunden. Ein Sprintweltcup steht an – was erwartet uns bei den Wettkämpfen im Tessin?
Das Programm
24.04. Einzelsprint ab 13:52 Uhr
25.04. Sprintstaffel ab 16:00 Uhr
26.04. KO-Sprint ab 10:45 Uhr
Team Deutschland
Ein vollständiges Team aus acht Damen und acht Herren tritt für Deutschland beim Weltcup an. Die Teammitglieder treten mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen an, trotzdem gilt wohl für alle: Eine Platzierung in den Top50 und damit das Erlaufen von Weltcuppunkten ist im breiten internationalen Feld schwer, aber machbar. Das Optimalziel im Einzelsprint stellt eine Platzierung unter den besten 36 dar, welche zur Teilnahme am sonntäglichen KO-Sprint berechtigt.
„Für mich ist es ja ein halber Heimweltcup, das ist immer cool“, freut sich Hanna Müller als eine der aktuell stärksten Damen im Team auf den Weltcup. Sie habe so viel Sprint trainiert wie noch nie, deshalb geht sie mit hohen Erwartungen in die Wettkämpfe hinein. Eine KO-Sprint-Qualifikation sieht sie durchaus im Bereich des Möglichen.
Hohe Erwartungen hat auch Marek Pompe, der seine physische Form jüngst mit einer Zeit unter 31 Minuten auf zehn Kilometer unter Beweis gestellt hat. „Die Testläufe haben mir schon ein positives Feedback gegeben, und mit technisch sauberen Läufen habe ich eine gute Chance mich für den KnockOut zu qualifizieren.“ Damit will er gleichzeitig seine bisher beste Weltcupplatzierung erlaufen. „Gerade Strecke laufen funktioniert aktuell, das passt dann hoffentlich auch mit den Kurven und Beschleunigungen am Wochenende“, schiebt er grinsend nach. Mit Timon Lorenz und Konstantin Kunckel dürfte er sich um die Plätze in der ersten Sprintstaffel bewerben. Noch unklar ist, ob Anselm Reichenbach antreten kann – zuletzt erlief er eine Silbermedaille bei den norwegischen Meisterschaften im KO-Sprint, in den Tagen vor dem Weltcup war er aber noch gesundheitlich angeschlagen.
Mit von der Partie sind zwei Junior*innen, die als Nachrücker für Ausfälle im Team ihr Weltcupdebüt geben dürfen. Stanja Lindig bei den Damen und Loic Dequiedt bei den Herren vervollständigen das Team. „Es geht für mich darum, Erfahrung zu sammeln, Spaß zu haben und technisch gute Läufe zu zeigen“, erklärt Loic. Dabei wird er zwangsläufig auch aufgezeigt bekommen, in welchen Bereichen im Vergleich zur internationalen Elite noch Steigerungspotential vorhanden ist.
Konkrete Ergebnisse erwartet das Trainerteam um den neuen Cheftrainer Vojtěch Král zum Saisonauftakt nicht, ihnen geht es mehr um die technische Leistung: „Wir erwarten gute Performances.“ Ganz gemäß dem Motto des langjährigen OL-Dominators Thierry Geourgiou: „Full speed, no mistakes”. „Das Gelände ist durch eine alte Wettkampfkarte bekannt, deshalb einigten wir uns mit den Athleten auf eine umfassende theoretische Vorbereitung.“ So hielten die Athleten untereinander regelmäßige Onlinetreffen ab, auf denen sie die Wettkampfgelände diskutierten. Weiter erklärt er: „Zusätzlich erwarten wir einige künstliche Sperren, sodass die Läufer vor unerwartete Herausforderungen gestellt werden.“
Die Favorit*innen
Die neue Saison ist noch jung, der Weltcup wird für viele Läufer*innen der erste Härtetest. Den eindeutigsten Fingerzeig dürfte wohl das ASOM vor zwei Wochen gegeben haben, daneben fanden im März Testrennen in Italien statt, am Osterwochenende traf sich ein Teil der internationalen Elite in Lettland. Dazu kamen bereits einige nationale Meisterschaftswochenenden.
Bei den Damen ist Simona Aebersold (SUI) beim Heimweltcup die Topfavoritin. Erste Herausforderin ist die junge norwegische Einzelsprint-Europameisterin Pia Young Vik. Bei ihren bisherigen Starts konnten beide teils deutliche Abstände zur Konkurrenz herauslaufen. Der Kampf um den dritten Platz auf dem Podest dürfte deutlich spannender werden: Mit Sanna Fast und Hanna Lundberg greifen zwei Schwedinnen vorne an, aus Finnland zeigten Maija Sijanoja und Hanne Hilo, dass es mit sauberen Läufen weit für sie nach vorn gehen kann. Besonders im KO-Sprint ist immer die Tschechin Tereza Rauturier zu beachten. Noch kein internationaler Vergleich liegt für die amtierende Europameisterin im KO-Sprint, Cecile Calandry (FRA) vor. Für Überraschungen könnten Rita Maramarosi (HUN) und die beim ASOM besonders physisch starken, erst 16-jährigen Kroatinnen Sara und Dora Delic sorgen. Tove Alexandersson (SWE) wird nach Fokus auf Trailrunning und Skimountaineering erst zur zweiten Saisonhälfte, wenn es wieder in den Wald geht, einsteigen.
Das Feld der Herren ist traditionell noch unberechenbarer, wie schon Kasper Fosser im letzten Jahr analysierte: Kein Herr im internationalen Feld konnte zwei Sprintweltcups der letzten fünf Jahre für sich entscheiden. Er dürfte dabei aber sicherlich als einer der favorisierten Läufer gelten. Topfavorit aber ist, wie schon so oft, der Finne Tuomas Heikkila, der läuferisch einmal mehr enorm stark zum Weltcup antritt. Zum weiteren Favoritenkreis gehören Yannick Michiels (BEL) und Tomas Krivda (CZE). Aus Schweden können sich Jonathan Gustafsson und KO-Europameister August Mollén Hoffnungen auf vordere Platzierungen machen, die Schweden werden aber mit einem insgesamt sehr starken Team antreten. Aus der Schweiz präsentierten sich zuletzt Fabian Aebersold und Timo Suter am stärksten, auch Altmeister Daniel Hubmann zeigte, dass er noch mit der nächsten Generation mithalten kann. Wie für seine Teamkollegin gilt für Sprinteuropameister Mattias Barros Vallet, dass die aussagekräftigen internationalen Vergleiche in diesem Jahr noch fehlen. Für eine Überraschung könnte dagegen der junge Este Jürgen Joonas sorgen, der zuletzt in Lettland auf dem Treppchen stand. Und auch bei den Herren fehlt ein namhafter Schwede: Martin Regborn kann nach langwieriger Verletzung wohl frühstens im Herbst wieder ins Geschehen eingreifen.
Live!
Wie zu Weltcupanlässen üblich gibt es ein reichhaltiges Übertragungsangebot. Es gibt einen umfassenden Livestream zu den Wettkämpfen, daneben stehen Liveresultate und GPS zur Verfügung. Schaut rein und feuert unsere Läufer*innen an!
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Website des OWC Schweiz
Nominierung zum Weltcup in der Schweiz