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13. April 2025

S-Bahn, Selfies, Sprintkarten – Orientierungslauf der etwas anderen Art in Berlin

Logo MOO CHALLENGE BERLIN
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Logo MOO CHALLENGE BERLIN

Am 24. Mai 2025 findet in Berlin ein nicht ganz alltägliches internationales OL-Event statt. Die MOO CHALLENGE BERLIN wird nicht von einem Berliner OL-Verein organisiert, sondern von einem Italiener. Remo Madella, bekannt als Kartenaufnehmer und Mitglied des starken italienischen Trail-O-Nationalteams, hat die Bundeshauptstadt als Location für seine spezielle Veranstaltung gewählt.

Ralph Körner hat Remo im Interview für o-sport.de unter anderem gefragt, was es mit dem Event auf sich hat, woher der Name kommt und warum die deutschen OL-Fans die Veranstaltung keinesfalls verpassen sollten.

Hallo Remo, am 24. Mai 2025 organisierst du einen ganz besonderen Orientierungslauf in Berlin. Erzähl uns mehr darüber.

Ja, es heißt MOO CHALLENGE und ist ein urbanes Rogaining-Event, bei dem die Teams etwa sechs Stunden Zeit haben, um Posten auf insgesamt acht oder neun Karten in Berlin zu finden. Das Ungewöhnliche daran ist, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Karten fährt und dann dort vor Ort laufen oder spazieren muss, um die Kontrollpunkte auf jeder Karte zu finden. Das macht den Wettkampf strategischer, da man die besten Verbindungen (hauptsächlich mit U- und S-Bahn) finden muss, um die Zeit zu minimieren.

Die Veranstaltung in Berlin ist nicht die erste ihrer Art. Wo hast du bereits ähnliche Veranstaltungen organisiert und woher stammt die Idee?

Ich organisiere ein solches Event seit 2016 jedes Jahr in meiner Heimatstadt Mailand in Italien. Da das Rennen immer beliebter wurde (letzten Februar waren 74 Teams am Start) und ich Herausforderungen liebe, begann ich, es zunächst in andere Städte Italiens (Genua, Venedig, Mestre und Turin) zu exportieren, bis ich beschloss, ins Ausland zu gehen. Das Rennen in Berlin ist nun das erste außerhalb Italiens und es wird das 14. Event der MOO CHALLENGE sein. Es ist ein bisschen beängstigend, so etwas weit weg von zu Hause zu organisieren, aber bislang läuft alles super. Die Idee für das Format erhielt ich auf einer Kartenaufnahme-Reise in Kanada vom FWOC-Team, die in Calgary die CORPORATE CHALLENGE organisierten. Ich adaptierte das Konzept für meine Vorstellungen und die erste MOO Challenge war geboren.

Warum hast du dich für Berlin als Veranstaltungsort für die kommende Ausgabe entschieden? Was macht die deutsche Hauptstadt so besonders?

Die MOO CHALLENGE ist nicht nur ein Orientierungslauf, sondern soll auch die Liebe zum urbanen Wandel und zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vermitteln. Während des Wettkampfs zeige ich, wie sich Städte verändern, ihre Widersprüche, die potenziellen Entwicklungen brachliegender Gebiete und die zunehmende Bedrohung durch Gentrifizierung: Städte werden "schöner", sie ziehen Geld, Touristen und Studenten an, aber die ältere Bevölkerung kann mit den steigenden Preisen nicht Schritt halten und muss wegziehen – letztendlich ist es eine "sanfte Deportation" der armen Bevölkerung. In diesem Sinne ist Berlin mit seinen unaufhörlichen historischen Veränderungen, seinen lebendigen Vierteln und einem hervorragenden öffentlichen Nahverkehrsnetz der Inbegriff einer Stadt. Daher war es definitiv meine erste Wahl für eine Stadt im Ausland – und ich liebe die Stadt einfach!

Der Name der Veranstaltung lautet "Moo Challenge", Moo ist englisch für "Muh". Hat das Event etwas mit Kühen zu tun?

MOO steht für MILANO ORBITAL ORIENTEERING. Die Veranstaltung begann in Mailand, und ich habe den Namen auch für externe Veranstaltungen beibehalten. Natürlich erinnert das Akronym an eine Kuh und tatsächlich habe ich eine Kuh als Logo der Veranstaltung gewählt. Es gibt auch eine schöne Analogie zu Kühen, denn wir in Mailand haben überraschend viele Bauernhöfe am Stadtrand. Die Idee des Orbital Orienteering bedeutet auch, dass wir die Wettkämpfe in den Innenstädten und alten Parks etwas langweilig finden. Orientierungsläufe in den neuen Parks und Vororten, wo das Kartenlesen anspruchsvoller ist, machen mehr Spaß. Das ursprüngliche MILANO ORBITAL ORIENTEERING ist vor allem ein Orientierungslauf in der Vorstadt. Natürlich auch im Stadtzentrum selbst, aber hauptsächlich am Stadtrand, wo Strommasten auf Kühe treffen. Denn Schönheit findet man auch dort, wo man sie nicht erwartet.

Es wird viele neue OL-Karten geben, aber keine Postenschirme. Wie werden die anzuorientierenden Posten markiert?

Es wird viele Sprint-OL-Karten nach ISSprOM-Standard geben, aber nicht nur solche. Ich werde auch einige spezielle Karten vorbereiten, wie beispielsweise Karten mit mehreren Ebenen oder historische Karten. Ich liebe es, OL-Karten zu erstellen, aber mir ist aufgefallen, dass beim MOO den Teilnehmern letztlich die ungewöhnlichen bzw. minimalistischen Karten am meisten Spaß machen (und schwieriger sind).

Das "Stempeln" der Posten erfolgt durch das Beantworten von Fragen. Dieses Format stammt vom OL-Verein SLOW in London, der seit 20 Jahren urbane OL-Trainings mit Fragen anbietet. Man geht also in die Mitte des Kreises und sucht dort die Antwort zur jeweiligen Frage aus den Hinweisblättern. Beim MOO erfolgt die Eingabe der Antwort über eine eigens dafür entwickelte App auf dem Handy. Auf jeder Karte gibt es neun Posten bzw. Fragen, und zusätzlich muss man ein Selfie von einem besonderen Objekt machen, um zu zeigen, dass man selbst vor Ort war. Als vorgegebenes Motiv wähle ich meist etwas eher Spezielles, also eher ein Graffiti als ein altes Denkmal.

Warum sollten die deutschen Orientierungsläufer am Event teilnehmen und wie sollten sie sich vorbereiten?

Aus vielen Gründen! Sie sollten auf jeden Fall kommen, denn es wird ein toller Tag! In den letzten Jahren habe ich bei den MOO-Events nur strahlende Teilnehmer gesehen. Für sie war diese Art Wettbewerb immer etwas ganz Spezielles. Nach dem Wettkampf bleiben die Leute normalerweise noch eine Zeit im Wettkampfzentrum auf einen Drink und sorgen für eine angenehme Atmosphäre und ein ganz besonderes Flair. Es ist schlichtweg eine Veranstaltung von einem Orientierungsläufer für Orientierungsläufer, wenn ihr wisst was ich meine. Viele Teams haben sich bereits angemeldet, und es ist sehr cool, dass sich am 24. Mai so viele Nationalitäten in Berlin treffen.

Nicht zu vergessen: Die OL-Karten, die ich für die Veranstaltung erstelle, stehen den Berliner OL-Vereinen kostenlos für Trainings (und hoffentlich auch für Wettkämpfe) zur Verfügung. So unterstützen wir auch den Orientierungslauf in der Region. Sprintkarten werden in Berlin dringend benötigt, die Stadt hat großes Potenzial. Ich hoffe, dass dies die lokalen Organisatoren dazu anregt, mehr Sprint-OLs zu veranstalten. Beispielsweise fehlt in Berlin ein CITY RACE EURO TOUR-Wochenende, wofür die Stadt perfekt wäre.

Als Orientierungsläufer kennt ihr euch ja mit dem Kartenlesen aus, daher sind keine Vorbereitungen nötig. Wer von außerhalb kommt, sollte sich natürlich mit dem Berliner Verkehrsnetz vertraut machen (und mit Routenplaner-Apps vertraut sein). Wenn dies euer erstes MOO ist, solltet ihr euch die MOO-Karten der vorherigen Ausgaben auf der Webseite ansehen. Ansonsten bringt einfach gute Laune und Spaß am OL und Rätseln mit.

Wo findet man weitere Informationen und kann sich anmelden?

Auf meiner Veranstaltungs-Webseite (siehe Link unten) gibt es alle Infos. Anmeldungen sind bis eine Woche vor dem Event möglich. Nachmeldungen vor Ort werden wir im Rahmen vorhandener Karten ermöglichen, jedoch nur sehr begrenzt. Das Bulletin 1 mit vielen Informationen zum Rennformat ist bereits erschienen. Vielen Dank für das Interview und ich freue mich darauf, viele von Euch in Berlin zu sehen!

Danke ebenfalls für das Interview und der Veranstaltung einen guten Verlauf!

MOO-Einweisung MOO-Einweisung
Einweisung beim MOO in Mailand - nur echt mit Kühen.
Foto: REM MAPS
Einweisung beim MOO in Mailand - nur echt mit Kühen.
Foto: REM MAPS
MOO-Karte Mailand MOO-Karte Mailand
Übersichtskarte des MOO 2025 in Mailand
Foto: REM MAPS
Übersichtskarte des MOO 2025 in Mailand
Foto: REM MAPS
MOO-Kartenbeispiele MOO-Kartenbeispiele
Kartenbeispiele vom MOO 2024 in Mailand
Foto: REM MAPS
Kartenbeispiele vom MOO 2024 in Mailand
Foto: REM MAPS

Mehr:
Homepage/Ausschreibung MOO CHALLENGE BERLIN

Ralph Körner
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