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14. Juni 2003

Premiere: Deutsche Titelkämpfe über die Sprintdistanz

Nachdem die Park World Tour viele Jahre schon für Furore sorgt und bei den Weltmeisterschaften 2001 die medienträchtige Sprintdistanz erstmals auf dem Programm stand, erlebt auch das kleine OL-Land Deutschland seine ersten Titelkämpfe über die für viele Orientierungsläufer ungewohnte Sprintstrecke mit Siegerzeiten von nur 15 Minuten. Dass Deutsche generell skeptisch sind, zeigt auch die Teilnehmerzahl von gerade einmal 150 Sportlern. Bei den Herren konnte man von einem gut besetzten Starterfeld sprechen.

Hier konnte für viele noch überraschend der erst 18 Jahre alte Lübecker Patrick Hofmeister den wirklichen Favoriten den Schneid abkaufen. Der laufstärkste im Feld, Alexander Lubina, leistete sich wieder zu viele Fehler und kam nur auf Rang drei ein. Der Alsbacher Ingo Horst gewann zwar seinen Qualifikationslauf, lief aber im Finale einen falschen Kontrollposten an und fiel aus der Wertung. Nebenbei: Gerüchte besagen, daß Alexander Lubina bald den den TV Alsbach verstärken könnte - dort würde die Eliteherrenbastion dann noch weiter anwachsen. Daß man auch mit 40 Jahren noch schnell laufen kann zeigte wieder einmal der Uslaer Radoslav Dotschev und belegte Platz zwei. Bei den Damen muß das Starterfeld eher als dünn bezeichnet werden. Favoritin Gunda Fischer aus Weimar wird ihrer Favoritenrolle mit gerade 1 Sekunde Vorsprung vor Kerstin Kahmann gerecht, übrigens auf der gleichen Bahn wie die Herren.

Nach der Deutschen Meisterschaft 2000 im Langstrecken-OL bot der umtriebige Klub SSV Langenhagen bei Hannover am Silbersee wieder eine solide geplante Veranstaltung, diesmal eben mit Streckenlängen im anderen Extrem. Der beriebene Aufwand wurde in Grenzen gehalten, wogegen nichts einzuwenden ist. Allerdings führte es offensichtlich auch dazu, dass es einen für Sprints strittigen "Grün-Posten" im Vorlauf gab, zwei Posten von Zuschauern entfernt und einige Meter weggetragen werden konnten und durch das fehlerhafte Errechnen der Rahmenlaufergebnisse per Kopf bei der Siegerehrung erst die Falschen auf's Podest gerufen wurden. Die Gelände und die Bahnen haben dem Anlass gut entsprochen und es bleibt zu hoffen, daß die Orientierungsläufer des SSV Langenhagen um Rainer Pieper sich wieder als Veranstalter für Bundesveranstaltungen bewerben. Welche Bedeutung der Sprint-OL international und in Verbindung mit den Medien besitzt, zeigt die kürzliche Bekanntgabe, dass bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in der Schweiz die dortige führende Fernsehstation diese Entscheidung live überträgt. Im übrigen sollte unbedingt gesagt werden, daß ein insgesamt gut gelauntes Nachwuchsnationalteam zu den Jugend-Europameisterschaften in der kommenden Woche in der Slovakei direkt vom Silbersee aus aufbrach. Getrübt wurde die Heiterkeit allerdings durch den gestrigen verletzungsbedingten Ausfall des aussichtsreichen Kaderläufers Franz Doetsch. Er beteuert, daß er wirklich nur ganz leicht am Fußball kickte. Allerdings reichte es zu einem komplizierten Bruch des Fusses. Jetzt muß er sich einer Operation unterziehen und fällt sicher für mehrere Monate aus.

Ergebnisse Deutsche Bestenkämpfe im Sprint-Orientierungslauf 2003
Damen
1 Fischer, Gunda       OLV Weimar         18:51 
2 Kahmann, Kerstin     TG Northeim        18:52 
3 Thomsen, Sarah       OK Horsens         20:48 
4 Stamer, Esther       MTV Braunschweig   22:46 
5 v.Gaza, Anke         TG Northeim        24:07 
6 Krämer, Katharina    OLV Steinberg      25:13 

Herren
1 Hofmeister, Patrick  LT Lübeck          15:00 
2 Dotschev, Radoslav   OLV Uslar          15:25 
3 Lubina, Alexander    DJK Adler Bottrop  15:34 
4 Prolingheuer, Markus TV 1898 Alsbach    15:57 
5 Hommen, Lars         DJK Adler Bottrop  16:29 
6 Voigt, Jan           TV 1898 Alsbach    16:33

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