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03. Mai 2011

Polnische JWM- und JEM-Vorbereitung

Das alljährlich über die Osterzeit stattfindende Trainingslager führte die Junioren, sowie Jugendlichen des deutschen Bundeskaders, dieses mal direkt nach dem Wochenende der DBK Ultralang in die Umgebung der polnischen Ostseestadt Gdynia – denn in den benachbarten Wäldern finden Anfang Juli die Junioren-Weltmeisterschaften statt. Die weit einsehbaren Laubwälder rund um die „Dreistadt“ tragen sehr charakteristische, schnelle und mit vielen Höhenmetern gespickte Züge und dienten uns sehr gut für die Vorbereitung für die JWM, sowie auch der JEM.

So ist auf einer Seite auf eine akkurate, richtungssichere Orientierung und ein gutes Verständnis der Höhenstruktur zu achten, auf der anderen Seite ist jedoch ein enorm hohes Grundtempo notwendig, um gegen die konkurrierenden Junioren dieser Welt zu bestehen. Aufgrund der Unterstützung des Junioren-Bundestrainers durch Henryk Dobslaw und Daniel Wolf, einem tschechischen JWM-Starter, gab es auf vielen trainings-, auswerte- und planungsspezifischen Gebieten neue Impulse, sowie auch grundlegende Tipps zur Vorbereitung und dem erfolgreichen Absolvieren von Wettkämpfen. So fing das Trainingslager mit technisch anspruchsvollen Einheiten in flacheren, staffeltypischen Gebieten an und transformierte sich immer mehr zu einer Wettkampfmodellierung im für die Einzeldisziplinen relevanten steilen Gebiet zum Schluss. Dadurch besaßen die Athleten genügend Möglichkeiten um sich von den heimischen Wäldern auf die neuen Umstände einzustellen. Bereits nach den ersten Einheiten wurde klar, dass man in diesem Terrain meist die kürzesten Routen zu wählen hat und sich fast ausschließlich an den Höhenformationen und nicht an den unter dem Laub versteckten Wegen zu orientieren hat. Zudem lag der Fokus immer wieder auch auf dem Bereich „Gegnerkontakt“, denn gerade hier zeigten sich besonders bei den männlichen Läufern immer wieder Unsicherheiten.

Zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Höhenbild und seinen Darstellungsmöglichkeiten stand sogar die Kartenaufnahme eines nahen Waldstücks auf dem Trainingsplan. Diese wurde mit sehr viel Elan und Feingefühl durchgeführt. Die abschließenden Testwettkämpfe wurden, im Gegensatz zu den Techniktrainings, alle mit Einsatz von SportIdent durchgeführt. Diese bildeten sich aus einem etwas untypischen, technisch anspruchsvollen und trotzdem sehr schnellen Wald-Sprint, mit Vorlauf und Finale, sowie einer Mitteldistanz im hochrelevanten Gebiet. Die anspruchsvolle Klassikbahn, auch in direkter Nachbarschaft zum JWM-Gelände, verfügte neben einer entsprechenden Strecke sogar über eine Warm-Up-Karte. Das junge Team, leider nicht durch alle JWM-Aspiranten vertreten, wuchs mit der Zeit und den Herausforderungen immer enger zusammen und ein aufflammendes Wir-Gefühl, wohl auch durch die beiden kurzen Ausflüge verstärkt, wurde immer angenehmer spürbar. Als Sahnehäubchen konnten, neben dem perfekten Wetter, bei den Auswertungen der Einheiten durch Daniels intensiven Einsatz die gelaufenen Routen und die dazugehörigen Zeiten ideal verglichen werden.

Trainingsplanung:

Vormittag (intensiv)		Nachmittag (locker)
Ampel	 		Höhenlinien
Routenwahl			Karte aufnehmen (Ausflug Sopot)
Sprint			Kompass
Staffelstarts		(Ausflug Danzig)
Mittel			Schleppstaffel
Lang				--

Sprint-Ergebnisse (Quali / Final / Total)

Damen
1. S. Lösch		13:16 min	11:40 min	24:56 min
2. C.Mühlstein		14:48 min	13:07 min	27:55 min
3. T.Flechsig		14:08 min	13:48 min	27:56 min
Herren
1. C. Prunsche		12:21 min	10:35 min	22:56 min
2. D. Wolf		12:53 min	10:26 min	23:19 min
3. B. Blumenstein 	15:42 min	11:30 min	27:19 min

Mittel-Ergebnisse

Damen
1. L. Winkler		24:48 min
2. J. Schmidt		25:54 min
3. T. Flechsig		25:58 min
Herren
1. D. Wolf		33:17 min
2. C. Prunsche		34:32 min
3. B. Blumenstein	36:25 min

Lang-Ergebnisse

D18
1. L. Winkler		59:48 min
2. C. Mühlstein		63:23 min
3. A. Greiner		75:28 min
D20
1. (V.Kolehmainen)	(49:19) min
2. S. Lösch		55:07 min
3. T. Flechsig		56:57 min
H20
1. D. Wolf		70:25 min
2. C. Prunsche		70:44 min
3. J. Neumann		74:13 min
Vielen Dank an Henryk und Daniel – ohne die das Trainingslager so nicht durchführbar gewesen wäre, an das Vermessungsbüro Leibiger für die Unterstützung des Fuhrparks und an Monika und Peter Depta für die vielen Tipps und Kontakte!

Mehr:
Karte und Routenwahl Langdistanz D18
Karte und Routenwahl Langdistanz D20
Karte und Routenwahl Langdistanz H20