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09. Juli 2023

Platz 4 in der Staffel

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Podest knapp verfehlt, trotzdem mit einem breiten Grinsen nach einer tollen JWOC: Marek Pompe, Konrad Stamer, Anselm Reichenbach
Foto: Anne Kästner
Podest knapp verfehlt, trotzdem mit einem breiten Grinsen nach einer tollen JWOC: Marek Pompe, Konrad Stamer, Anselm Reichenbach
Foto: Anne Kästner

Feierlicher Abschluss internationaler Wettkampfwochen sind oft die Staffelrennen, so auch zur diesjährigen JWOC in Rumänien. Die Rennen waren spannend und durch die hervorragende TV-Produktion mit Live-Dronenbildern auf den weiten Wiesenflächen ein Augenschmaus mitzuverfolgen. Die deutsche Mannschaft ging mit einem Herren- und Damenteam an den Start. Den Jungs gelang ein Erfolg: Platz 4 in der Nationenwertung.

Ergebnis:

Herren
1. CZE (Daniel Bolehovsky, Jiri Donda, Jakub Chaloupsky) 94:22 Minuten
2. SUI (Joschi Schmid, Elia Ren, Benjamin Wey) +0:19
3. FIN (Jussi Raasakka, Santeri Kirjavainen, Aarni Ronkainen) +3:18
4. GER (Marek Pompe, Konrad Stamer, Anselm Reichenbach) +4:39

Damen
1. HUN (Boglarka Czako, Viktoria Mag, Rita Maramarosi) 80:44 Minuten
2. CZE (Anna Karlova, Marketa Mulichkova, Lucie Dittrichova) +0:01
3. NOR (Kristin Melby Jacobsen, Mathea Gloeersen, Pia Young Vik) +0:30
14. GER (Emma Caspari, Lone Pompe, Anne Kästner) +22:04

 

Ein ausführlicher Bericht:

Wie erwartet führten große Teile der Bahnen durch das offenen Wiesengelände, welche bereits aus Mittel- und Langdistanz bekannt waren. Schnell bildeten sich Spuren, die es erlaubten ein hohes Tempo zu laufen. Das hohe Gras neben den Pfaden machte es den Athleten schwierig in der Tram zu überholen, es bildeten sich oft Ketten von Läufern. Herren und Damenbahnen waren ähnlich aufgebaut. Neben den physischen Posten im Offenen gab es kurze Schlaufen in technischerem Steinhang-Gelände. Die Schlussschlaufe hob sich ab: Dichtes Laubdickicht, was zwar nicht langsam ist, aber sehr wenig Sicht zulässt und einen spannenden, technischen Kontrast bildete. Verschiedene Gabelvariationen, die über alle drei Strecken verteilt waren sorgten während dem Rennen oft für spannende Überraschungen.

Marek Pompe startete für die Herren und ihm gelang, wie schon 2022 in Portugal, ein starker Lauf. Er wollte mutig starten um ein ähnliches Renngefühl wie im Vorjahr zu bekommen. Am ersten TV-Posten führte er eine große Gruppe von Läufern, im Ziel übergab er mit wenigen Sekunden Rückstand. Konrad Stamer konnte den Kontakt zur Spitze nicht halten. Nach schwierigen Trainingsmonaten, bei denen er immer wieder zurückgeworfen wurde, ist er physisch noch nicht ganz zurück. Umso stärker lässt sich seine Leistung einschätzen. In einem Kampf, der von Physis, praller Sonne und warmen Temperaturen geprägt war, konnte er an Anselm Reichenbach mit nur 2:48 Minuten Rückstand auf die Spitze und Platz 10 übergeben. Der frische Junioren-Weltmeister im Sprint spielte seine starke Physis aus, behielt technisch die Kontrolle und konnte dem deutschen Team einen guten vierten Platz sicher. Die Freudenfaust im Zielsprint zeigte seine Emotionen. Für alle 3 war es der letzte Einsatz bei einer JWOC, nächstes Jahr steigen sie in die Elite auf. Auch wenn das Jahr noch nicht vorbei ist und beim JEC in wenigen Wochen der nächste Internationale Einsatz ansteht, machten sie damit einen schönen Abschluss ihrer OL-Jugend perfekt. Gegipfelt in einer erfolgreichen Junioren WM, für Anselm mit einem Weltmeistertitel und einer Freudenfaust im Zielsprint einer Staffel, lässt sich für solch ein Abenteuer kaum ein schöneres Ende denken. Es sind diese Momente, für die sie sich jahrelange Arbeit auszahlt und nicht nur den direkt beteiligten, sondern allen Begeisterten des Sports das Herz aufgeht. Als jemand, der alle drei auf ihrem Weg in den letzten Jahren begleiten durfte, die schwierigen und komplizierten Phasen miterlebte, ziehe ich den Hut und verneige mich vor dieser Leistung.

Das Podium der Meisterschaften entschied sich erst am Ende des Rennens. Auf dem Weg zum letzten Posten nutzte der Tscheche Jakub Chaloupsky einen kleinen Sturz seines direkten Konkurrenten Benjamin Wey aus, der im zweiten Team der Schweiz lief. Im erweiterten Zielsprint setzte er zur Attacke an und sicherte Tschechien eine weitere Goldmedaille. Das Schweizer Herrenteam zeigte eine beeindruckende Teamleistung. Beide Teams beendeten die Staffel in der Top 3.

Die durch das Herrenrennen entstandenen Pfade im Gras machten das Frauenrennen sehr schnell. Am Ende waren die Sieger 10 Minuten schneller als die erwartete Siegerzeit. Früh im Frauenrennen bildeten sich kleine Abstände. Beim ersten Wechsel übergab Anna Karlova für Tschechien als Erste, mit einem Vorsprung von 11 Sekunden vor SWE1 und 40 Sekunden vor einer großen Verfolgergruppe. Einer der Topfavoriten, Norwegen, musste bereits nach der ersten Etappe einen Rückstand von 2 Minuten hinterherlaufen.
Auf der zweiten Strecke konnte die Schwedin Elsa Sonesson zunächst einen Vorsprung herausarbeiten, während sich das Feld dahinter zusammenzog. Nach einem Fehler an der Spitze bildete sich eine Führungstruppe bestehend aus den Teams NOR1, HUN1 und SWE1. Die Norwegerin Mathea Gloeersen zeigte eine beeindruckende Leistung und brachte Norwegen nach dem Rückstand auf der Startstrecke wieder in den Kampf um das Podium. Auf der Schlussschlaufe der zweiten Strecke unterlief der Schwedin erneut ein Fehler, wodurch sie den Anschluss verlor. Als es auf die dritte, die Schlussstrecke ging, standen sich Rita Maramarosi für HUN1 und Pia Young Vik für NOR1 gegenüber.
Aufgrund unterschiedlicher Gabelvarianten sahen die beiden sich im offenen Gelände immer wieder, liefen jedoch zunächst nie direkt zusammen. Maramarosi schien erst die kürzeren Posten erwischt zu haben und führte konstant mit einem Vorsprung von etwa 30 Metern. Gleichzeitig kämpfte eine Gruppe etwa eine Minute dahinter um die Verfolgerplätze. CZE1, SWE1 und SUI1 liefen immer wieder gemeinsam und hielten Anschluss. Nach einer größeren Gabel am achten Posten änderte sich die Spitze, und es wurde spannender: CZE1 und SWE1 stießen an die Spitze vor, und es bildete sich eine Gruppe aus vier Nationen, die um Gold kämpften, angeführt von der Schwedin Alma Svennerud. Die Entscheidung fiel in einem Fotofinish, gepaart mit dramatischen Bildern. Alma Svennerud setzte sich in einem beeindruckenden Zielsprint gegen ihre Konkurrentinnen durch. Die Schweden feierten, wurden aber kurz darauf enttäuscht, als deutlich wurde, dass Svennerud einen Fehlstempel hatte. Am Schlussposten der Sichtstrecke lief sie zwar vorbei, stempelte aber nicht. Rita Maramarosi, die knapp vor der tschechischen Langdistanzweltmeisterin Lucie Dittrichova ins Ziel sprintete, rückte nach vorne und gewann mit ihrem Team die Damenstaffel. Pia Young Vik, die im Rennverlauf erst sehr souverän wirkte gelang wieder „nur“ ein dritter Platz für Norwegen.

Die deutschen Damen konnten nicht in das vordere Renngeschehen eingreifen, was aber auch gar nicht das Ziel war. Nach einer anstrengenden Woche zeigten sie teils grandiose Leistungen, bei denen an wenigen Stellen die letzte Konzentration fehlte. Emma Caspari verlor nach einem größeren Fehler zum 9. Posten den Anschluss und wechselte mit 9 Minuten Rückstand auf Lone Pompe. Sie zeigte einen technisch konstanten Lauf mit nur wenig Unsicherheiten und war zufrieden mit ihrem Lauf. Die noch junge Schlussläuferin Anne Kästner zeigte lange ein starkes Rennen, bis sie, ähnlich wie Emma Caspari zu einem Posten die Konstanz verlor und einen größeren Fehler machte. Im Zielsprint kämpfte sie beeindruckend gegen die Britin Laura Brown und beendete die deutsche Staffel auf Platz 14.

Das Team der JWOC fuhr geschwächt nach Rumänien. Die physisch stärkste Athletin des Teams Jule Roßner musst verletzungsbedingt kurzfristig auf ihren Start verzichten. Die Athleten machten einen Erfolg aus der Reise und überzeugt an vielen Stellen. Karsten Leideck fasst zusammen: „Wir können total zufrieden sein. Auf der Langdistanz sieht man, dass der physische Abstand nach vorne noch relativ groß ist, aber ansonsten sieht man, wie wir an einigen Stellen mithalten konnten.“
Diesen Sommer schaffte der Nachwuchskader von Team Germany etwas, was es in seiner Geschichte noch nie gab: Bei EYOC und JWOC im gleichen Jahr eine Medaille zu gewinnen.

Ein kleiner zusammenfassender und einordnender Rückblick auf EYOC und JWOC folgt später, zusammen in einem Artikel mit den vielen anderen Erfolgen, die OL-Deutschland diesen Sommer feiern darf und eint.

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Die deutsche Damenstaffel mit Emma Caspari, Lone Pompe und Anne Kästner
Foto: Karsten Leideck
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Foto: Karsten Leideck
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Das deutsche TEam bei der JWOC.
Foto: Anne Kästner
Das deutsche TEam bei der JWOC.
Foto: Anne Kästner

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Veit Slodowski
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