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09. Oktober 2025

Nass, kalt, sonnig – das DM Lang-Wochenende

Plätze 1 6 beim DCUP
Das Podium des Deutschlandcups.
Foto: Bettina Rudert
Das Podium des Deutschlandcups.
Foto: Bettina Rudert

Über 800 Starter und Starterinnen versammelten sich am ersten Oktoberwochenende 2025 im Oder-Spree Landkreis in Brandenburg zur DM Lang, einem BRL Sprint und dem Deutschland-Cup.

Es begann am Tag der deutschen Einheit, an dem sich viele OL-Begeisterte in dem Kurort Bad Saarow zum BRL Sprint versammelten. Das Gelände war von Wohnhäusern über eine Parkanlage hin bis zu kleinen Geschäften/Restaurants geprägt. Neben vielen Rechts-Links-Routenwahlen boten die Bahnen auch Posten, bei denen man die Postenbeschreibung genau lesen sollte. Dazu führten Durchgänge bis fast rein in die Therme, man konnte aber auch die Sonne entlang der Promenade am Scharmützelsee genießen. An diesem Tag spielte das Wetter super mit und zeigte sich von seiner goldenen herbstlichen Seite.
Heiß her ging es in der Herrenelite. Dort trennte nur eine Sekunde die beiden Zeitbesten. Lukas Liland vom norwegischen Verein Nydalen SK konnte sich knapp gegen Timon Lorenz von der OLG Regensburg durchsetzen. Zu Platz drei waren es nur weitere 2 Sekunden auf Colin Kolbe vom TuS Lübbecke. Bei der Damenelite lagen 8 Sekunden zwischen Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft) und Birte Friedrichs (MTV Seesen). Aber auch die jungen Nationalkaderinnen Emma Caspari (OL Team Lippe) und Lone Constanze Pompe (SV Robotron Dresden) konnten gut mithalten und wurden Dritte und Vierte. Das Grundkonzept aller Bahnen war sehr ähnlich, es kann also jede/r die Routen auf Livelox anschauen und mit seinen/ihren Entscheidungen vergleichen.

Nach der wärmenden Sonne am Freitag ließ der Wetterbericht vom Samstag auf einen nicht so trockenen Lauf vorausschauen. Die frühen Starter/innen bekamen noch das Wenigste ab, während die zuletzt Startenden mit nasser Karte und im etwas dunklen Wald laufen mussten. Das Gelände um die Markgrafensteine zeigte eine andere Seite der sonst so offenen Brandenburgischen Kiefernwälder: eine Mischung aus Laub- und Nadelwald, vielen Wegen und Schneisen, dazu natürlich ein ausgeprägtes Höhenbild mit vielen mittelflachen Höhen, die sich bei den längeren Strecken aufsummierten. Dazu kam auch ein etwas ruppiger und laufbehindernder Untergrund. So kamen nicht wenige mit einer Menge Dornenkratzer aus dem Wald zurück.
Eine DM Lang spricht für lange Schläge und eher laufbetontere Bahnen. Trotzdem musste die Konzentration zu jedem Posten hoch gehalten werden, da nicht jedes Postenobjekt einen markanten Auffangpunkt hatte. Gerade in diesem hügeligen Gelände gilt, dass man sich die Karte leicht schönreden kann, wenn man einmal die Kontrolle verliert. In der Herrenelite führte die Strecke gleich 3x über die gesamte Karte und wurde dazu auch in jede Ecke des Waldes geschickt.
Nach einem längeren Zielsprint hatten es alle wohlbehalten in Ziel geschafft und freuten sich auf ein warmes Essen, da es neben dem Regen auch ganz schön kalt geworden war. Nach dem Sommer müssen sich die OLer/innen erstmal wieder an die kalten Temperaturen gewöhnen.
In der Damenelite übernahm nach 38min Emma Louise Arnesen (Nydalen SK) die Führung und löste damit die zuvor stark gelaufene Birte Friedrichs (MTV Seesen) ab. Sie gab ihren Sieg nicht mehr ab und gewann mit 81 min 50 Sekunden deutlich unter der gesetzten Siegerzeit von 90min. Dazwischen konnten sich noch Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft, 2.Platz) und Susen Lösch (USV Jena, 3.Platz) setzen. In der offiziellen deutschen Wertung holte sich also Hanna Müller ihren ersten Titel.
Bei den Herren liefen Toby Scott (OLV Steinberg), Bojan Blumenstein (OSC Kassel) und Lukas Liland (Nydalen SK) von Anfang an ein starkes Rennen. Nach 1/3 der Strecke lag Toby ein paar Sekunden vorne, wurde dann aber mit der Zeit von Bojan überholt, der nun das Feld bis zum Ende des zweiten Drittels anführte. Mit einem starken Finale war es dann aber wieder Toby Scott, der sich mit einer Zeit von 92min und 11s zum Deutschen Meister der Langdistanz in der HE krönte. Zwischen Toby und Bojan schob sich noch der Norweger Lukas Liland, der schon am Tag zuvor seine Schnelligkeit zeigte, in diesem Jahr auch WM-Achter. Er promoviert in den nächsten Jahren in Deutschland, man wird ihn also wohl in Zukunft öfter bei solchen Wettkämpfen antreffen. Im offiziellen Ergebnis holte dann Colin Kolbe (TuS Lübbecke) die Bronzemedaille in der HE.
Unser Respekt geht nicht nur an alle Eliteläufer*innen, die lange Strecke bei solchen Wetterbedingungen bis zum Ende durchgezogen haben, auch alle anderen dürfen zurecht stolz sein.
Am Abend ging es dann noch ins Bürgerhaus von Rauen, in dem eine nicht allzu lange Siegerehrung und die Ehrung der Bundesranglistensieger*innen erfolgte. 

Spannend wurde es wie jedes Jahr zum Abschluss der Wettkampfsaison beim Deutschland- und Schüler-Cup. Punkt 9:30 Uhr lief der Countdown runter und die Deutschlandcupstaffeln starteten in den Wald. Die Schüler-Cup-Staffeln folgten 10 Minuten später, hier bahnte sich aber die erste Entscheidung des Tages an. In diesem kamen die Läufer*innen nach der 1. Strecke noch ziemlich eng hintereinander rein. Erst nach der 2. Strecke zerteilte sich das Feld und die Abstände wurden größer. Es lag zunächst der USV TU Dresden vor TV Oberbexbach und HSV Weimar. Durch einen unglücklichen Fehlstempel verpasste das Dresdner Team den sichergeglaubten Sieg allerdings. Die Reihenfolge der anderen Teams änderte sich wenig, TV Oberbexbach und HSV Weimar blieben weiter an der Spitze. Am Ende erlief Post SV Dresden mit einer grandiosen Aufholjagd auf der Schlussstrecke den Titel vor HSV Weimar und USV Jena. Danach reihten sich SV Hildesia Diekholzen, OL-Team Wehrsdorf und SV Robotron Dresden ein. 
Beim D-Cup zählten zu den Favoriten mal wieder alle Dresdner Vereine, wobei mehrere Vereine krankheitsbedingt am Abend vorher nochmal alles neu überdenken mussten. Weiterhin hatte der OSC Kassel mit ihrer starken Aufstellung auch vorne mitzureden. Doch auch den MTV Seesen, Preetzer TSV, TV Oberbexbach oder SSV Planeta Radebeul sollte man nicht verfrüht abschreiben, schaute man sich das letzte Jahr an. Jedoch das Schöne am D-Cup ist, dass es jedes Jahr neue Besetzungen gibt und andere mal vorne mitlaufen können. Nach der ersten Strecke waren im D-Cup zwei der Favoriten (Post und Kassel) vorneweg. Der Rest der Favoriten hatte bereits über 5min Rückstand. Jedoch sah das nach Strecke 2 schon ganz anders aus. Es führte nun der USV TU Dresden vor dem TV Oberbexbach und Post SV Dresden. Das blieb auch nach der kurzen und schnellen Strecke Nummer 3. Es wurden sogar zu 2min Vorsprung für das grüne Dresdner Team. Aber die anderen Favoriten aus Dresden, Kassel und Oberbexbach lagen noch in Reichweite, auch wenn der Rückstand mit bis zu 9 min schon groß war. Es kamen ja noch 2 Läufer*innen, die vorne mitmischen wollten. Nach Strecke 4 gab es dann einen Führungswechsel: Post SV Dresden konnte sich über eine Minute vom USV TU Dresden absetzen. Der SV Robotron Dresden rutschte näher und auch OSC Kassel wollte seinem Schlussläufer nicht zu viel Rückstand mitgeben. Nur der TV Oberbexbach verlor Zeit zur Spitze. So lief es alles wieder auf den Schlussläufer hinaus. Dort battelte sich Matthias Kretzschmar mit Wieland Kundisch ohne je auf Sichtkontakt zu haben. Und natürlich wollten Emil Friedländer und Lukas Liland auch noch gerne vorne mitspielen. Am Ende lief den Cup der Post SV Dresden souverän mit 1 min 45s Vorsprung nach Hause und holte sich nach 2 Jahren Pause wieder einen Sieg. Sie bleiben der erfolgreichste Verein im D-Cup. Der USV TU Dresden musste sich mal wieder mit dem 2. Platz zufrieden geben und wird ein weiteres Jahr warten, ob es nicht dann nach 24 Jahren mal wieder für einen Sieg reichen könnte. Der OSC Kassel erlief die Bronzemedaille, SV Robotron Dresden wurde 4. Er konnte den Titel vom letzten Jahr nicht verteidigen. Ein wenig unterm Radar liefen der SSV Planeta Radebeul und überraschend auch der MTK Bad Harzburg, die man nicht unbedingt als Favoriten auf dem Schirm hatte. Diese Teams rannten zu einem 5. und 6. Platz im Deutschland-Cup.
Nächstes Jahr geht es dann wieder los mit dem Rätseln: Wen stellt man auf? Zumindest bei den Vereinen mit vielen Mitgliedern. Vielleicht ist auch mal eine reine Damen(elite)-Staffel eine Idee? Sie würden mit 3*5 = 15 Punkten startberechtigt sein. Gespannt ist man auch, ob das neue Punktesystem geholfen hatte oder doch noch nicht ganz so perfekt auskalkuliert ist, was man aber vermutlich am Ende sowieso nicht für alle Vereine perfekt hinbekommt. Insgesamt traten dieses Jahr 60 D-Cup-Staffel an.

Vielen Dank an die Ausrichter vom SV IHW Alex 78 Berlin, die einen erfolgreichen Saisonabschluss organisiert und durchgeführt haben, und bis zum nächsten Jahr zum Bundessaisonauftakt bei Kassel. Trainiert viel im Winter und freut euch auf schöne Wälder in Deutschland im nächsten Jahr!

Um den Veranstaltern der DM Lang und zukünftigen Veranstaltern Input geben zu können, an welchen Stellen Dinge außerordentlich gut liefen oder an welchen Verbesserungsbedarf besteht, gibt es das Analysetool umfragen.o-sport.de. Deshalb schaut dort vorbei und nehmt euch fünf Minuten, um zu zeigen, was euch besonders wichtig ist.

Elitesieger*innen Elitesieger*innen
Das Siegerpodest der D/H Elite samt WRE-Platzierter.
Foto: Louisa Kollenbach
Das Siegerpodest der D/H Elite samt WRE-Platzierter.
Foto: Louisa Kollenbach
flache Durchgänge beim Sprint flache Durchgänge beim Sprint
Beim Sprint in Bad Saarow durften auch flache Balkons unterquert werden.
Foto: Bettina Rudert
Beim Sprint in Bad Saarow durften auch flache Balkons unterquert werden.
Foto: Bettina Rudert
Los gehts Los gehts
Massenstart zum DCup 2025
Foto: Louisa Kollenbach
Massenstart zum DCup 2025
Foto: Louisa Kollenbach
Schnellste Zeit bei Strecke 3 am Sonntag Schnellste Zeit bei Strecke 3 am Sonntag
Selma Drechsler, hier beim Sprint, lief im DCup auf Strecke drei die schnellste Zeit.
Foto: Bettina Rudert
Selma Drechsler, hier beim Sprint, lief im DCup auf Strecke drei die schnellste Zeit.
Foto: Bettina Rudert
wer hat wohl alles davon getrunken wer hat wohl alles davon getrunken
Siegertee gab es für alle, die den Wald besiegt hatten
Foto: Bettina Rudert
Siegertee gab es für alle, die den Wald besiegt hatten
Foto: Bettina Rudert

Mehr:
Analysetool Umfragen.o-sport.de
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Hanne Kaufmann
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