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04. August 2003

KLASSE 5 von 6 Deutschen im Finale-Lang

Beim heutigen ersten Wettkampftag der diesjährigen Weltmeisterschaften in Rapperswil/Jona in der Schweiz erreichten 5 deutsche Läufer im Qualifikationslauf auf der Langstrecke das Finale. Das ist ein riesiges Ergebnis für das deutsche Team, so die Trainer einhellig. Die drei Damen Meike Jaeger, Luise Kärger und Karin Schmalfeld sind alle glücklich im Finale zu sein.

Alle leisteten sich Fehler. Luise kreiste einen Posten förmlich ein, Karin hatte mehrere kleine Fehler (siehe Karte nebenan). Meike ist überglücklich, endlich im Finale der WM zu sein. Die Süddeutsche hat viel in der Schweiz trainiert. Bei den Herren erreicht Leistungsträger Ingo Horst sicher das Finale. Er wartete lange am Ziel, um es schwarz auf weiß zu sehen. Axel Fischer zittert. Eigentlich war er als 18. seines Vorlaufes draußen. Aber der Russe Valentine Nivikov hielt sich zu lange im Wettkampfzentrum auf und nicht am vorgeschriebenen Startareal. Fünf Nationen wiesen die Veranstalter darauf hin, der ihn dann aus der Wertung nahm. Jetzt rechnet man mit einem Protest der Russen – wird ihm stattgegeben, rutscht Axel wieder auf Rang 18. Auf jeden Fall verpasst aber Michael Thierolf , ebenfalls als 18. das Finale um gerade einmal 30 Sekunden. Er lief auf Angriff, verschätzte sich in den konditionellen Ansprüchen der Strecke und leistete sich zu viele Fehler. Er war nach eigener Aussage in einer Topform wie lange nicht mehr. Insgesamt qualifizierten sich alle Favoriten sicher. In der Ergebnisliste sind die bekannten Namen vorn zu finden. Titelverteidigerin Simone Luder, Sprint-Weltmeisterin von 1995, Marie-Luce Romanens (beide SUI) und Karolina Arewang Höjsg (SWE) gewinnen ihre Vorläufe. Mit dem Russen Mikhail Mamleev (Dritter der aktuellen Weltrangliste), dem Ukrainer Yuri Omeltschenko (Kurzdistanz-Weltmeister 1995) und dem Norweger Björnar Valstad (Langdistanz-Weltmeister 1999) setzten sich in den drei Männerfeldern die Routiniers durch. Das Qualifikationsrennen war physisch sehr anspruchsvoll. Große Brombeerfelder behinderten den Lauf. Dazu kommt die unsägliche feuchte Hitze. Literweise fließen die Getränke in die Mägen der Aktiven. Damen und Herren starteten jeweils in drei Vorläufen. Allerdings war die Bahnzuteilung bis zum Zieleinlauf ein Geheimnis. Die jeweiligen Vorläufe unterschieden sich teilweise erheblich in den Laufzeiten und Zulosungen bei den Damen. Bei den Herren stehen Siegerzeiten von knapp 70 statt 60 Minuten zu Buche. Ein wenig haperte es sogar in der Ergebnisübermittlung. Aber die wichtigen Rennen laufen ja erst ab morgen und dann klappt es bestimmt besser, den die Schweizer Organisatoren versprechen eine noch nie da gewesene OL-WM. Die Stimmung im Vorfeld war dementsprechend. Mit 41 teilnehmenden Nationen ist es die größte WM aller Zeiten. Das morgige Sprintfinale wird erstmals live im Fernsehen (16:25 Uhr auf DRS2) übertragen. Täglich ab 22:20 gibt es 15-minütige Fernsehberichte. Der Schweizer Bundespräsident Schmid eröffnet morgen persönlich die 1,8 Millionen Schweizer Franken teure WM. Aus 17 OL-Vereinen kommen die 800 Helfer. Dazu kommen 500 Soldaten der Schweizer Armee.

Beim morgigen Sprint in der Altstadt von Rapperswil starten für die deutschen Farben Elisa Dresen (Bielefelder TG), Gunda Fischer (OLV Weimar) und Ingo Horst (TV 1868 Alsbach). Alle drei versuchten sich mit Spaziergängen in Rapperswil ein möglichst genaues Bild von den winkligen, engen Gassen zu verschaffen. Eine Diplomplatzierung wäre eine tolle Überraschung. Die Stärken der Deutschen liegen mehr im Mitteldistanzbereich und in der Staffel. Das deutsche Team ist in einer Art Kaserne gut untergebracht. Das Team wird vor Ort von Björn-Axel Gran (Herrentrainer aus Norwegen) und Gerd Schote (Sportwissenschaftler) betreut. Der Physiotherapeut Rupert Motyczka hat extra seinen Urlaub mit seiner Frau in Dänemark unterbrochen, um eine Woche ehrenamtlich das deutsche Team mit den richtigen Griffen durchzukneten. Heute Abend sind die Sprintstarter von morgen in einer mehrstündigen Sitzung dran. Im deutschen Team herrscht eine tolle Stimmung, leistungsorientiert und optimistisch – es wird eine große WM. Alle zu Hause und alle deutschen Anhänger vor Ort sollten fest und lautstark die Daumen drücken ...

Long Distance Quali     Unterägeri,  4. Aug. 2003
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MEN*1 
( 9.5 km, 390 m, 21  Controls) 
  1. Mikhail Mamleev        75     RUS    1:07:43
  2. Carsten Jörgensen      70     DEN    1:08:05
  3. Michal Jedlicka        73     CZE    1:08:40
 18. Michael Thierolf       62     GER    1:22:56

MEN*2 
( 9.4 km, 410 m, 21  Controls) 
  1. Yuri Omeltchenko       71     UKR    1:08:08
  2. Thomas Bührer          68     SUI    1:08:43
  3. Holger Hott Johansen   74     NOR    1:09:39
 12. Ingo Horst             77     GER    1:16:52

MEN*3 
( 9.5 km, 375 m, 21  Controls) 
  1. Björnar Valstad        67     NOR    1:09:36
  2. Gabor Domonyik         76     HUN    1:11:58
  3. Jani Lakanen           76     FIN    1:12:09
 17. Axel Fischer           76     GER    1:24:26

WOMEN*1 
( 6.2 km, 220 m, 13  Controls) 
  1. Marie-Luce Romanens    73     SUI      52:04
  2. Heather Monro          71     GBR      53:34
  3. Martina Rakayova       76     SVK      53:53
 14. Meike Jaeger           71     GER    1:01:00

WOMEN*2 
( 6.2 km, 220 m, 14  Controls) 
  1. Karolina Arewang Höjsg 71     SWE      56:01
  1. Paula Haapakoski       77     FIN      56:01
  3. Brigitte Wolf          67     SUI      57:19
  8. Luise Kärger           78     GER    1:04:34

WOMEN*3 
( 6.0 km, 230 m, 13  Controls) 
  1. Simone Luder           78     SUI      43:05
  2. Hanne Staff            72     NOR      44:32
  3. Sara Gemperle          77     SUI      46:48
 14. Karin Schmalfeld       76     GER      57:12

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