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30. Juni 2025

JWOC Langdistanz

Vorschaubild
David Saupe (20.) und Lone Pompe (22.) sorgen für tolle deutsche Platzierungen.
Foto: Sabine Rothaug
David Saupe (20.) und Lone Pompe (22.) sorgen für tolle deutsche Platzierungen.
Foto: Sabine Rothaug

Angeführt von David Saupe auf dem 20. Platz und Lone Pompe auf Platz 22 erlief das deutsche JWOC-Team ein tolles Teamergebnis über die Langdistanz. Bei den Damen ging der Sieg in einer Sekundenentscheidung an Freja Hjerne aus Schweden. Bei den Herren siegte Daniel Bolehovsky (CZE) deutlich.

Ergebnisse

Damen

1. Freja Hjerne (SWE) 66:17 Minuten
2. Henriette Radzikowski (SUI) +0:06
3. Rita Maramarosi (HUN) +1:37

22. Lone Pompe +11:01
50. Marlene Fritz +20:14
60. Annika Stamer +22:33

 

Herren

1. Daniel Bolehovsky (CZE) 70:43 Minuten
2. Wilmer Selin (SWE) +1:04
3. Alejandro Garrido Diaz (ESP) +1:20

20. David Saupe +9:19
78. Till Buchberger +21:44
91. Moritz Kuntze +26:22

 

Schon in der Vorbereitung nötigte das Gelände der Langdistanz den deutschen Athlet*innen viel Respekt ab. In einigen Bereichen waren unzählige Löcher vorzufinden, mehr noch als in der Karte darstellbar waren. Mitlesen – fast unmöglich, und nur wenn gar keine andere Alternative bestand sollte darauf zurückgegriffen werden. Ansonsten war die Devise es sich einfach zu machen und Umlaufrouten zu wählen. Zu dem technischen Anspruch kamen unzählige Höhenmeter, schon direkt nach dem Start zeigte die Vorbereitung, dass eine „Wand“ zu erwarten war. Bei Temperaturen, die auch heute wieder über 30 Grad Celsius lagen, wurde es eine fordernde Angelegenheit.

Das deutsche Team zeigte eine gute Mannschaftsleistung – sowohl in der Breite als auch mit den Einzelplatzierungen. David Saupe als 20. bei den Herren und Lone Pompe als 22. bei den Damen belegten die teaminternen Spitzenplatzierungen.

 Für David Saupe verlief sein Zielwettkampf dieser JWOC damit völlig nach Wunsch. Zu Beginn des Rennens fühlte er sich gar nicht so gut, als dass es eine solche Platzierung werden könnte: „Am Anfang habe ich ein bisschen Murks gemacht, bin bisschen gekreiselt und habe mich auch läuferisch nicht so stark gefühlt. Aber das wurde mit der Zeit immer besser.“ Mit seinen Routenwahlentscheidungen war er nicht ganz zufrieden, mit dem Lauf in seinem Gesamten schon. Erste JWOC-Langdistanz, Herausforderung gemeistert. Nach einem Ruhetag können die weiteren Waldformate kommen.

Beste deutsche Dame wurde Lone Pompe als 22. Sie meisterte beide technische Anforderungen, auch wenn sie dafür arbeiten musste: „Auf den kürzeren Postenverbindungen hatte ich etwas Probleme mit der 15.000-er Karte.“ Die Routenwahlen auf den drei langen Verbindungen waren der Aspekt, den sie in der Vorbereitung als ihre Schwäche herausgearbeitet hatte. Im Rennen schaffte sie es aber, die Entscheidungen gut zu treffen. Erst am Ende, als Erschöpfung und Hitze immer mehr zum Tragen kamen, schlichen sich kleine Ungenauigkeiten ein.

Marlene Fritz erreichte punktgenau die Top50. Ein nahezu fehlerfreier Lauf gelang auch ihr. Annika Stamer wurde 60. Als eine der ersten Starterinnen durfte sie im Ziel sogar ihr erstes Interview für die Zuschauer*innen geben. Till Buchberger wurde 78., Moritz Kuntze erreichte Platz 91. Einzige Wermutstropfen: Loic Dequiedt und Julia Fritz mussten aufgrund der Bedingungen abbrechen. Grund zur Sorge besteht bei beiden nicht und sie werden nach dem Ruhetag über die Mitteldistanz an den Start gehen.

 

International

Bei den Damen entfaltete sich das Rennen in der entscheidenden Phase zu einem Sekundenkrimi. Freja Hjerne (SWE) und Henriette Radzikowski (SUI) wechselten sich von Beginn an in der Führungsposition ab. Der größte zeitliche Abstand zwischen beiden betrug 48 Sekunden, nach etwa einem Drittel des Rennens an Posten sieben. Mit der folgenden, langen Routenwahl setzten sich beide etwas von der restlichen Konkurrenz ab und bauten den Vorsprung bei weiterhin wechselnder Führung auf etwa neunzig Sekunden aus. Die Entscheidung um den Sieg fiel erst zum Vorschlussposten. Hjerne lief das Gefälle mit mehr Risiko hinab und gewann zwanzig Sekunden – zu viel Zeit, dass Radzikowski den hauchdünnen Rückstand nicht mehr aufholen konnte. Dem Kampf um Gold und auch dem Kampf um die Bronzemedaille musste die vor ihrer direkten Konkurrenz gestartete Rita Maramarosi (HUN) vom Ziel aus zusehen und hoffen. Nach zwei Fehlern auf kurzen Postenverbindungen früh im Rennen hatte sie sich zu viel Rückstand eingehandelt, die sie gegen die nahezu fehlerfreien Hjerne und Radzikowski nicht mehr aufzuholen vermochte. Hoffen musste sie insbesondere gegen die stark laufende Norwegerin Ingeborg Roll Mosland. Dieselbe Postenverbindung wie in der Entscheidung um den Sieg war auch hier ausschlaggebend, nun jedoch durch einen Routenwahlfehler. Roll Mosland entschied sich für eine langsamere Querroute und verlor 45 Sekunden. Auch hier: zu viel, um den Rückstand im Zielsprint aufzuholen.

Bei den Herren lag nach einem Renndrittel bei Posten 10 der favorisierte Schweizer Loic Berger in Front. Physisch ist er in einem solchen Gelände vielleicht der stärkste im Feld, wie er unter anderem mit der Bestzeit auf einer brutalen Direktroute zu Posten 4 unter Beweis stellte. Es ist aber auch bekannt, dass ihm mitunter ein Fehler zu viel passiert. So auch heute: Er verlor durch einen Richtungsfehler auf der folgenden langen Routenwahl zu viel Zeit und war auch in der Folge auf kurzen Postenverbindungen etwas ungenau, sodass er sein Tempo nicht ins Ziel bringen konnte. Es blieb Platz 4 für den Schweizer. Der Hauptkonkurrent nämlich bestach durch Konstanz bei nur geringfügig niedrigerem Tempo: Daniel Bolehovsky (CZE) hatte seinen Lauf rund eine Stunde früher lehrbuchmäßig abgespult, gegen seine Zeit liefen sämtliche Konkurrenten und an seiner Zeit scheiterten nach und nach sämtliche Konkurrenten. Erst im Schlussdrittel ließ er nach und eröffnete der Konkurrenz durch einen Kreisel an Posten 17 eine letzte Chance. Der Vorsprung aber war zu diesem Zeitpunkt schon zu groß. Wie auch bei den Damen spitzte sich das Rennen erst mit den letzten Startern richtig zu: James Hammond (GBR), Wilmer Selin (SWE) und Antoine Derlot (FRA) waren die Läufer, die sich lange Zeit als aussichtsreichste Kandidaten anschickten, diese Chance zu nutzen. Alle aber hatten sich durch frühe Fehler schon einen großen Rückstand, teils fast drei Minuten, eingehandelt. Hammond nahm sich durch einen Fehler an derselben Stelle wie Bolehovsky aus dem Rennen um die Medaillen. Zwischen den weiteren Athleten wurde es zu einem engen Kampf. Derlot wählte eine deutlich langsamere Route zum Vorschlussposten und fiel auf Rang fünf zurück. In der Zwischenzeit lief ein Spanier ins Ziel, der das ganze Rennen über etwas unter dem Radar gewesen war: Alejandro Garrido Diaz hatte bereits im Sprint gezeigt, dass er zu einem Podium fähig war, jetzt unterbot er die Zeit von Berger und wurde erster Verfolger des Tschechen Bolehovsky. Es blieb spannend bis zum Schluss, denn Wilmer Selin zeigte eine solche Aufholjagd, wie sie Bolehovsky vielleicht noch stürzen könnte. Ein Fehler zu Posten 19 aber beendete sie vorzeitig. Den Sekundenkampf um Silber konnte er aber für sich entscheiden. 

Annika Stamer Annika Stamer
Annika Stamer wird bei der JWOC-Langdistanz 60.
Foto: Eszter Kocsik
Annika Stamer wird bei der JWOC-Langdistanz 60.
Foto: Eszter Kocsik

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Ergebnis JWOC Langdistanz

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