24. Mai 2025
JWOC 2025: Der Ruf der Berge
Vorbereitung auf die Juniorenweltmeisterschaften in Trentino-Südtirol.
Die JWOC im Schweizer Engadin ist bereits neun Jahre her, nun kehrt eine neue Generation junger Orientierungsläufer*innen ins Gebirge zurück. Schauplatz der Junioren-Titelkämpfe ist in diesem Jahr die norditalienische Region Trento-Südtirol, rund um Baselga di Piné. Noch sind sechs Wochen Zeit bis zu den Wettkämpfen. Zur Vorbereitung weilt bereits ein 22-köpfiges Jugendteam des deutschen Nachwuchskaders in der Region. Noch bis Sonntag wird es sich vor Ort auf den Ernstfall vorbereiten. Auch Teile des EYOC-Teams sind mit in Italien. Auf die EYOC im tschechischen Brno kann dort natürlich keine spezifische Vorbereitung stattfinden, im Jugendbereich liegt der Fokus aber vor allem auf einer grundlegenden technischen Ausbildung.
In der Lobby ihres Hotels in Roncegno, nahe der Provinzhauptstadt Trient, berichten am Donnerstag, 22.05., vier junge Athlet*innen in ihrer Mittagspause von den ersten vier Tagen in Italien. Sie erwarten einen entspannten Ruhenachmittag zur Trainingslagerhalbzeit, draußen regnet es und nach einem anstrengenden Langdistanztraining am Morgen steht für den Nachmittag allerhöchstens ein gemütlicher Spaziergang bei der Besichtigung von Trient auf dem Programm. Die norditalienischen Wälder haben sie erst am Morgen kennengelernt, denn wie das Programm der JWOC auch ist das Trainingslager zweigeteilt: Zunächst lag der Fokus auf der Sprintvorbereitung, in den kommenden Tagen verschiebt sich der Fokus hin zu den Waldwettkämpfen. Am morgigen Freitag steht dazu ein Testwettkampf an.
Während für die Waldtechnik also bisher nur erste Eindrücke gesammelt werden konnten, ist die Sprintvorbereitung bereits weit fortgeschritten. Dabei konnte das Team feststellen, dass italienische Bergdörfer durchaus speziell sind. „[Die Dörfer in Norditalien] sind komplett asymmetrisch und ziemlich steil. Man muss dort kluge Routen finden!“, berichtet Lionel Kumbier. Oft gibt es schmale, verwundene Gassen. Als spezifische Anforderung wurde daher erkannt, dass bei Routenwahlen immer auch die Höhenmeter beachtet werden müssen. Und: „Man muss in Betracht ziehen, wann man vorplanen kann“, erklärt Marlene Fritz. In den schmalen Gassen wird das nämlich bei hohem Tempo schwierig.
Für die Waldwettkämpfe werden die steilen Hänge rund um den Wettkampfort belaufen, es geht bis hinauf in alpines Gelände. Die ersten Eindrücke: „Quer ist eigentlich immer gut!“, so David Saupe. Umlaufen lohnt besonders dann, wenn kein guter Attackpoint für den Posten zu finden ist. Die Waldvorbereitung wird also in den nächsten Tagen im Fokus stehen. Dabei werden auch Aspekte des Mentaltrainings in der Vorbereitung aufgegriffen. Um konkrete Handlungsanweisungen zu haben, wie in dem Gelände zu orientieren ist, werden die Athlet*innen Ich-Botschaften formulieren, mit denen sie sich auch im Theorietraining zuhause auf die Wettbewerbe vorbereiten können.
Für Aktivitäten abseits des Trainings bleibt dagegen kaum Zeit, die Tage sind voll durchgeplant. Zwischen Essen, Training und dem Mittagsschlaf bleibt wenig Zeit. Sogar italienische Spezialitäten wurden bisher nicht verköstigt, wobei das Team erzählte: „Aus norddeutscheren Gefilden war es ja eine lange Anreise, wir haben uns bei einer Pause in Rosenheim mit Pizza auf Italien eingestellt.“ Vor Ort muss derweil eine Besonderheit beachtet werden: „Die Straßen sind eng, das muss bei der Routenplanung zum Training bedacht werden. Besonders wenn die Seitenspiegel vom Auto sich nicht anklappen lassen!“