24. Juni 2026
EYOC 2026 - Vorschau
An der slowenisch-italienischen Grenze finden in dieser Woche die Jugendeuropameisterschaften statt. Ein fünfzehnköpfiges Team mit einem breiten Spektrum aus Erfahrenen und „Neulingen“ reiste von der DM Staffel direkt in die Wettkampfstadt Nova Gorica und bereitete sich in den vergangenen Tagen im Gelände vor.
Zur Jugendeuropameisterschaft (EYOC) geht es in diesem Jahr nach Slowenien. Wettkampfort ist Nova Gorica. Direkt auf der slowenisch-italienischen Grenze am Fluss Soca gelegen ist sie eine grenzübergreifende Doppelstadt. Im Norden der Stadt beginnen die julischen Alpen mit ihrem typischen Karstgelände. Nova Gorica selbst liegt in den Ausläufern der venezianischen Ebene, die sich bis zur Soca erstreckt.
Das Programm
Auf die Jugendlichen wartet das zur EYOC gewohnte Programm. Auf den Sprint am Donnerstag in der Zentralstadt Nova Gorica folgt die Langdistanz oben in den Bergen. Das Wettkampfgelände liegt nahe des Örtchens Lokve. Das Staffelgelände am Samstag schließt direkt südlich daran an und bildet den Abschluss der Titelkämpfe. Die EYOC ist neben ihrer sportlichen Bedeutung gleichzeitig ein Event, bei dem es darum geht, mit anderen Nationen in Kontakt zu kommen. Soziales Highlight ist eine „Friendship Party“ am Freitagabend.
Das Gelände
„Uns erwartet physisches Gelände. Es wird sehr steil, durch die vielen Steine auch schwer belaufbar“, erklärt Julian Doetsch als aussichtsreicher H18er das Gelände der Waldläufe. „Es wird sehr warm, das macht es nicht einfacher. Man muss gut mit der Kraft durchkommen und nicht direkt am Anfang alle Körner verballern.“ „Technisch sind die vielen Dolinen herausfordernd“, ergänzt Teamkollegin Jannika Wetzel. „Die Dolinen umläuft man meistens, dort muss man besonders aufpassen, dass man ordentlich wieder abspringt.“ Im Sprint dagegen erwartet die Jugendlichen sehr schnelles Gelände, dessen technische Anforderungen auch in anderen Ländern, so auch bei uns, zu finden sind. Große Wohnblockbebauung, die teils unsymmetrisch zwischen Wiesen und Parkflächen verteilt sind, erfordern einen weiten Vorausblick. Im Innenstadtgebiet hin zum Ziel ändert sich der Anspruch etwas, hier ist das Gelände nicht mehr so offen, Passagen und Eingänge müssen zwischen Gebäudekomplexen und Privatgelände gefunden werden.
Das Team
D16
Jara Lauer (OLG Regensburg)
Lianne Krüger (Berliner Turnerschaft)
Marie Geißler (TV Altdorf)
Selma Drechsler (Post SV Dresden)
H16
Constantin Freudenfeld (TSV Worpswede)
Jacob Imbsweiler (TV Oberbexbach)
Michael Schlei (OLV Steinberg)
D18
Emilia Wetzel (SV Robotron Dresden)
Jannika Wetzel (SV Robotron Dresden)
Jule Weigert (TV Jahn Wolfsburg)
Marika Prolingheuer (TuS Karlsruhe-Rüppurr)
H18
Daniel Schmidt (TSG Wiesloch)
Julian Doetsch (OLV Steinberg)
Karl Jobke (USV TU Dresden)
Rasmus Viertel (Gundelfinger Turnerschaft)
Neben einigen erfahrenen EYOC-Läufer*innen – die Älteste von ihnen, Marika Prolingheuer, bestreitet ihre vierte EYOC – sind einige neue Gesichter dabei. Drei der Neulinge – Marie Geißler, Lianne Krüger und Constantin Freudenfeld – gehören dabei zum Aufsteigerjahrgang. Mit guten Leistungen in diesem Frühjahr haben sich auch Rasmus Viertel und Jule Weigert die Teilnahme verdient. Emil Prolingheuer als dritter in dieser Runde musste die EYOC-Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen leider kurzfristig absagen.
Die größten Erwartungen an sich selbst haben sicherlich die EYOC-Erfahrenen. Julian Doetsch erzählte im Interview, dass er gemeinsam mit einigen Teamkollegen im April in einem Privattrainingslager vor Ort war, um sich an das Gelände zu gewöhnen. In den letzten Wochen stand darüber hinaus physisches Training am Berg und unter Hitzebelastung auf dem Programm. „Mein Ziel ist es, beide Einzelläufe in den Top20 zu laufen“, zeigt er sich entsprechend selbstbewusst. „Das wird schwer, weil der ältere Jahrgang sehr stark ist.“ Jannika Wetzel orientiert ihren eigenen Anspruch besonders an der Leistung des Vorjahrs: „Ich war letztes Jahr sehr unzufrieden mit meinen Routenwahlen, deshalb habe ich daran gearbeitet und will das dieses Jahr besser machen.“ Die Stimme der Neulinge vertritt Jara Lauer: „Ich will gut durch meine Läufe kommen, bis zum Ende pushen und aggressiv laufen und vor allem Spaß haben.“ Alle drei berichten von einer guten Stimmung im Team, die sich in allabendlichen Kartenspiel- oder Nagellackiersessions, aber auch in Volleyballrunden mit dem gesamten Team zwischen den Trainings äußert. „Mit anderen Teams gab es (noch) nicht so viel Kontakt“, berichteten die drei. Also, abgesehen von jenen Volleyballrunden, in denen auch Jugendliche aus der Türkei oder Neuseeland ganz selbstverständlich willkommen waren.
Das Trainerteam zeigt sich insgesamt sehr zuversichtlich für die Titelkämpfe. Dieses technisch herausfordernde Gelände ist vielen Läufer*innen nicht allzu vertraut, weshalb viele hinsichtlich der Kenntnis auf demselben Stand sein werden. Umso entscheidender wird es sein, technisch solide Läufe zu zeigen und risikoarm zu orientieren, was das Trainerteam allen Teammitgliedern zutraut. Das Wichtigste aber, wie auch Cheftrainer Veit Slodowski in den Vorbesprechungen immer wieder betonte, ist es, Spaß zu haben und die Erfahrung zu genießen.
EYOC verfolgen
Zum morgigen Sprint gibt es einen recht umfassenden Livestream. Dazu sind Kameraläufer im Einsatz, die beiden 18er-Kategorien sind mit GPS-Trackern ausgestattet. Zusätzlich gibt es natürlich Liveergebnisse. Im Wald ist die Übertragung etwas zurückgefahren, neben GPS und Liveergebnissen gibt es hier nur eine Zielkamera.