17. Juni 2024
DM Sprint & Sprintstaffel: Nachbericht
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In Freital wurden an diesem Samstag die neuen Deutschen Meister*innen über die Sprintdistanz gekürt. Am Folgetag stand dann die Sprintstaffel im Kaitzgrund und rund um die Robotronzentrale an. Der ausrichtende Verein SV Robotron Dresden bot würdige Wettkämpfe, die Stimmung war großartig und auch das Wetter spielte nach einer kurzen Befeuchtung des Wettkampfgeländes am Samstagmorgen mit. Patricia Nieke (USV TU Dresden) und Riccardo Casanova (OLG Regensburg) gewannen die Eliteklassen im Einzelsprint. In der Sprintstaffel siegte der SV Robotron Dresden.
Qualifikation
Die Qualifikation am Morgen fand rund um das Schloss Burgk statt, dazu einige Wohngebiete und ein kleines Waldstück. Nachdem der durchaus anspruchsvolle Weg zum Start geschafft war – der Regen tat sein übriges, den steilen Weg den Hang hinauf rutschig zu machen – erwartete die Läufer*innen eine sehr abwechslungsreiche Strecke. Die längeren Bahnen erwarteten zunächst zwei längere Routenwahlen im Wohngebiet, während die Kürzeren direkt in besagtes Waldgebiet gingen. Eine lange Routenwahl führte den Hang hinunter in den Schlosspark. Schon auf dem Weg dorthin konnte der ein oder andere Parallelfehler geschehen, im Schlosspark schließlich ließ der*die ein oder andere dann ordentlich Zeit. Die verschlungenen Wege folgten dicht aufeinander, manch Sackgasse oder übersehene Serpentine brachte unvorhergesehene Umwege mit sich. Bahnleger Franz Gawlitza verlangte beständig eine Anpassung des Lauf- und Orientierungstempos ans Gelände. Die Routenwahlen waren nicht übermäßig kompliziert, oft gab es eine recht einfache, etwas längere Route „außenrum“, während die kürzere Route mit vielen Richtungswechseln etwas anspruchsvoller auszuführen war. Die Bahnen waren so gelungen, dass es durchaus schade war, dass in vielen Klassen gar keine „scharfe“ Quali gelaufen wurde. Wo es doch drauf ankam, mussten einige Medaillenanwärter*innen am Ende doch ordentlich schwitzen, ob es für’s Finale reichen würde.
Finale
Die Finalläufe am Nachmittag hatten einen gänzlich anderen Charakter. Als Arena fungierte das Freitaler „Stadion des Friedens“, welches ein weitläufiges und doch stimmungsvolles Ambiente bot. Die Strecken entlang der Weißeritz waren größtenteils flach, viele Posten zwischen den offenen Wohnblöcken verlangten viele Richtungswechsel. Statt großflächiger Privatgebiete gab es nun unsymmetrische künstliche Sperren. Anders als in der Qualifikation am Morgen waren auch keine großräumigen Routenwahlen zu entscheiden, dafür aber viele kurze „links-rechts“-Entscheidungen, welche eine optimale Richtungskontrolle und ständige Aufmerksamkeit verlangten. Jeder Meter zu viel kostete wertvolle Sekunden, auf die es im Ziel ankam. Für die Eliteklassen ging es zum Ende der Bahn schließlich hinauf zur Berufsschule – wer sich dort hinauf am besten quälen konnte, gewann entscheidende Sekunden. Übermäßig schwer waren auch die Finalbahnen nicht, sodass in vielen Klassen diejenigen, die läuferisch überlegen ihre Sprintroutine abspulen konnten, einen großen Vorsprung ins Ziel brachten. In anderen Klassen, wo das Feld läuferisch recht homogen war, kam es zu Zeitunterschieden im Bereich einstelliger Sekunden. So beispielsweise in der H45, wo sich Christian Töpfer (USV Jena) schließlich mit drei bzw. fünf Sekunden Vorsprung vor Wieland Kärger (OK Leipzig) und Christian Rietze (TV Altdorf) durchsetzen konnte.
Knapper war es nur in der Herrenelite: Riccardo Casanova (OLG Regensburg) gewann mit zwei Sekunden Vorsprung vor Ole Hennseler (MTV Seesen). Die beiden Topfavoriten machten also wie zu erwarten den Sieg unter sich aus. Auf Platz drei landete ein Tscheche, der für die WRE-Wertung angereist war: Jakub Glonek (OK Kamenice) hatte im Ziel drei Sekunden Rückstand, und das, obwohl er den SIAC vergessen hatte und jeden Posten manuell stempeln musste. Die Bronzemedaille ging damit an den entthronten Titelverteidiger Timon Lorenz (OLG Regensburg), der auf Platz vier auch nur 21 Sekunden Rückstand ins Ziel brachte.
Die Abstände bei den Damen waren nur wenig größer. Patricia Nieke (USV TU Dresden) und Birte Friedrichs (MTV Seesen) lieferten sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch Juniorin Julia Fritz (OL-Team Filder) lag für große Teile des Rennens in unmittelbarer Schlagdistanz. Erst am Hang der Berufsschule gewann Patricia die entscheidende Zeit: Mit 14 Sekunden Vorsprung auf Birte Friedrichs und 18 Sekunden vor Julia Fritz gewann sie die Goldmedaille.
Sprintstaffel
Die deutschen Meisterschaften in der Sprintstaffel fanden nur wenige Kilometer weiter östlich am Dresdener Stadtrand statt. Mit dem WKZ auf dem Robotrongelände und den Strecken rund herum bis hinunter in das Tal des Kaitzbachs wurden vor allem läuferisch sehr herausfordernde Strecken von Bahnleger Tilo Pompe angeboten. Dazu ein teilweise enges Gabelungssystem, fertig waren die Zutaten für einen spannenden Medaillenkampf. So kam es zu einer ganzen Reihe von Zielsprintentscheidungen einerseits, auf der anderen Seite aber auch zu einer unschönen Flut von Fehlstempeln und Disqualifikationen. Zu letzteren: Die Bahnen waren äußerst fair gelegt und die Ausrichter vom SV Robotron hatten sich am gesamten Wochenende redlich bemüht, neben sämtlichen künstlichen Sperrgebieten auch Hecken, Mauern und „oliv“ durch Absperrband kenntlich zu machen. Eine einzige „olive“ Parkplatzfläche/Baustelle war am Sonntag nicht vollumfänglich markiert, und hier passierten gleich reihenweise Disqualifikationen. Dabei ließen die Ausrichter sogar Gnade vor Recht walten: Wer das Privatgebiet auf gleichem Wege wieder verließ, ohne einen Vorteil aus seinem Regelverstoß zu erlangen, blieb in Wertung. Gewöhnt euch nicht daran, beim nächsten Mal sind die Ausrichter vielleicht nicht so nachsichtig!
Die Konkurrenz der Elite gewann die Staffel des Ausrichtervereins SV Robotron Dresden.
Auf der Startstrecke der Damen zunächst ging es eng und hektisch zu. Julia Fritz zeigte für das OL-Team Filder erneut eine äußerst starke Leistung und übergab mit mehr als einer halben Minute Vorsprung. Die Favoritenteams des SV Robotron Dresden mit Wenke Heinemann, der MTV Seesen und die OLG Regensburg lagen mehr als 1:15 Minuten zurück. Eine große Hypothek brachte Paula Starke schon dem USV TU Dresden mit: Sie stempelte einen falschen Posten, merkte es aber drei Posten später und lief zurück. Zweieinhalb Minuten Zeitverlust waren die Folge.
Auf Strecke zwei schon brachte Marek Pompe die Robotron in Front. Die Herren „durften“ einige Höhenmeter hinunter ins Kaitzbachtal absolvieren, anschließend ging es natürlich wieder hinauf auf die Höhe. Timon Lorenz brachte die Staffel der OLG Regensburg zwar einige Sekunden dichter an die Führenden, konnte den Anschluss aber nicht herstellen. Fünfzehn Sekunden Rückstand verblieben, als er auf Riccardo Casanova wechselte. Auf Platz drei lag zu diesem Zeitpunkt das Team des USV TU Dresden 3 mit Immanuel Berger, denn auch Konstantin Kunckel für das erste Team erwischte keinen guten Lauf und verlor eine weitere Minute auf die Spitze. Der MTV Seesen lag vier Minuten zurück, die zwei stärksten Läufer*innen sollten aber noch kommen.
Loic Dequiedt auf Strecke drei knüpfte da an, wo seine Teamkollegen aufgehört hatten. Er baute den Vorsprung weiter aus, sodass es nach Strecke drei schon fast zwei Minuten Vorsprung waren. Riccardo Casanova für die zweitplatzierten Regensburger dagegen erwischte einen schlechteren Tag. Weil auch die Konkurrenz um ihn herum von Fehlern nicht verschont blieb, schien der Silberrang noch nicht in Gefahr, es blieb sogar noch fast eine Minute auf die nächsten Verfolger des OL-Team Filder und zweier Teams des USV TU Dresden. Ole Hennseler brachte die Seesener näher, sodass nur noch eine Minute zu einer Medaille fehlte.
Für Lone Pompe ging es auf der Schlussstrecke darum, die Goldmedaille ohne große Fehler nach Hause zu bringen. 2:47 Minuten vor der stärksten Konkurrenz des Nachbarvereins musste ein ausreichender Abstand sein. Das war es auch, und so konnte Robotron jubeln, während dahinter der Kampf um die restlichen Medaillen tobte. Patricia Nieke (USV TU Dresden) lief erneut ein phänomenales Rennen und stellte ihre Form für die WM unter Beweis. Sie überlief zunächst Marlene Fritz (OL-Team Filder) und Ellen Klüser (USV TU Dresden 2), bevor sie auch Mareike Seeger einsammelte. Noch schneller war nur Birte Friedrichs unterwegs, die auf den letzten Metern sogar noch die Bronzemedaille für Seesen sicherte.
Spannende Entscheidungen gab es auch in den anderen Klassen: In der D/H 135 fightete Anatolii Dunaev für den SC Königstein mit Josef Neumann (USV TU Dresden) um den Platz an der Spitze – auch wenn die Königsteiner wie 13(!) weitere Staffeln später disqualifiziert werden mussten. Ein ähnliches Bild zeigte sich leider in der Jugend. Auch hier gewann der SV Robotron Dresden im Zielsprint von Greta Pompe gegen die Konkurrenz des Post SV Dresden – obwohl sie erst als dritte Staffel einliefen. Denn auch hier kamen nur 9 von 19 Staffeln in Wertung ins Ziel. Aber, liebe Jugend, mit gutem Training kann man hier Besserung erzielen. Die läuferische Leistungsdichte an der Spitze ist ein positives Zeichen für die nächsten Jahre.
„Deutlich“ wurde der Abstand in der D/H 180. Ganze 41 Sekunden Vorsprung hatte der Post SV Dresden im Ziel auf das OL-Team Filder. Weitere zehn Sekunden dahinter folgte der USV TU Dresden. In der jüngsten Jugendkategorie feierte der SV Robotron Dresden auch bei der D/H 12 einen Heimsieg und gewann vor der stadtinternen Konkurrenz des Post SV.
Was steht als nächstes an?
Für die Jugend- und Elitekader stehen nun zunächst die internationalen Anlässe EYOC, JWOC und WOC an. Auf nationaler Ebene geht es im August mit den Hochschulmeisterschaften in Göttingen und Holzminden weiter.
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