22. Mai 2024
DM Mittel in Mohorn Grund
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Für die meisten OLer*innen war es ein weiter Weg in die Nähe von Dresden in den Osten von Deutschland, aber ungefähr 1/5 der Starter*innen freute sich über eine kurze Fahrtzeit bis zum Wettkampf. Insgesamt waren über 700 sportbegeisterte Menschen für das 3-Etappen-Wochenende zu Pfingsten angemeldet und durften drei spannende Läufe im Nordwesten des Tharandter Waldes und in dem kleinen Städtchen Wilsdruff absolvieren.
Zur Mittagszeit am Samstag begaben sich die ersten Läufer und Läuferinnen auf die Bahnen der Deutschen Meisterschaft Mittel und wurden durch Hochwald mit abwechselnden grünen Passagen sowie Bereiche mit feinkuppierten Gebieten mit Löchern oder auch ein paar Dornen geschickt. Dazu durften die Höhenmeter nicht fehlen, welche nicht nur die Damenelite nach dem Sichtposten zu spüren bekamen. Außerdem wurden die Läufer in der ersten Stunde des Wettkampfes von einem Starkregen heimgesucht. Das typische Aprilwetter im Mai hatte seinen Anfang genommen und sollte sich auch über die weiteren Tage halten. Durch den Regen trat ein eher unvorhersehbares größeres Problem auf. Nicht dass ein Posten vergessen wurde oder falsch hing - die Druckfarben lösten sich zum Teil sehr stark von dem Karten"papier" ab, so dass die Postenverbindungen sowie das Kartenbild an einigen bis vielen Stellen nicht mehr gut zu lesen war. Einige mussten sich deshalb sogar mit Durchfragen bei anderen OLer*innen behelfen, um zum richtigen Posten zu gelangen. Viele der Eliteläufer, die später starteten, wurden zum Glück informiert und nahmen sich die gute und altbewährte Kartenhülle mit, um das Problem zu minimieren. Der Veranstalter entschuldigte sich mehrfach für das Auftreten dieser Erschwernis, was von den Meisten auch verständnisvoll aufgenommen wurde. Nur in einer Kategorie kam es zum Protest, dem natürlich stattgegeben wurde. Dort musste die Meisterschaft leider annulliert werden. Trotzdem konnten viele den Lauf zu ihrem Besten absolvieren und dabei die Elitekategorien spannungsvoll verfolgen, welche am Ende des Starterfeldes in den Wald durften und so von vielen Zuschauern auf der Sichtstrecke und im Zielsprint angefeuert werden konnten.
In der Damenelite führte lange Zeit Kerstin Uiboupin (USV TU Dresden), bevor sie dann von zwei Elitekaderinnen unterboten wurde. Neue deutsche Meisterin der Mitteldistanz wurde schließlich Patricia Nieke, ebenfalls vom USV TU Dresden, vor Birte Friedrichs (MTV Seesen) und Kerstin Uiboupin. Insgesamt wurden die Plätze 1-6 stark von einem grün laufenden Verein dominiert. Erstaunlicherweise wurde aber die Strecke der Damenelite, die gleichzeitig als World Ranking Event fungierte und daher auch von den Juniorinnen absolviert wurde, von einer D20erin am schnellsten gelaufen. Mit einer Zeit von 29:14 min und somit fast 2 Minuten Vorsprung vor der Damen-Elite gewann Lone Constanze Pompe vom SV Robotron Dresden.
In der Herrenelite wurde das Starterfeld mit stetig steigender Spannung von hinten aufgerollt. Dort gewann mit nur 10s Vorsprung der extra aus Norwegen angereiste Mitfavorit Bojan Blumenstein vom OSC Kassel vor Ole Hennseler (MTV Seesen) und Riccardo Casanova (OLG Regensburg), alles Läufer unseres nationalen Elitekaders, die dann am nächsten Wochenende beim Weltcup in der Schweiz starten werden. Sehr stark liefen auch unsere neuen, jüngeren Elitekader Konstantin Kunckel (USV TU Dresden) und Marek Pompe (SV Robotron Dresden) auf Platz 4 und 5, was viel für die nächsten Jahre verspricht. Abgerundet wurde der Wettkampftag mit der Siegerehrung im Parkstadion in Wilsdruff und ganz vielen Räucherkerzen der ortsansässigen Manufaktur als Preise, welche aber vermutlich noch bis Dezember warten müssen, bis sie in den Einsatz kommen.
Der zweite Tag startete etwas eher, aber immer noch zu keinen Frühaufsteher-Zeiten - außer vermutlich für die Ausrichter. Für einige waren es nur 2-3 km mehr als am vorherigen Tag, wie zum Beispiel für die D19/H21A-Läufer, die sich bewusst für die neue und kürzere Kategorie gemeldet hatten, da die Elitebahnen als eine richtig schöne lange Bahn mit 11 km für die Damen und 13 km für die Herren ausgeschrieben war. Bei dem Maßstab von 1:15.000 war eine Lupe am Kompass ein großer Vorteil, um auch die sehr detailliert aufgenommene Vegetation zu erkennen und zu nutzen. Wer sich für die anspruchsvollen langen Bahnen interessiert, kann sie sich im noch recht neu genutzten Livelox anschauen und vielleicht gute Routenwahlen abschauen.
Die Ergebnisse der Elitebahnen stellten sich an dem Tag anders zusammen. Bei den Herren konnte sich Ole Hennseler mit 5 min Vorsprung vor Martin Scheuermann (SV Planeta Radebeul) und Konstantin Kunckel durchsetzen. In der Damenelite gewann Susen Lösch (USV Jena) mit einen komfortablen Vorsprung von 4 min vor Birte Friedrichs und Patricia Nieke. Doch auch die Damen der D20 liefen ein starkes Rennen mit nur 3 min Rückstand zum dritten Platz. Das sieht auch für die JWOC nach sehr gut trainierten Läuferinnen aus.
Die Essensstände nach so einer Langdistanz waren erneut gut besucht, dieses Mal reichte auch das vegetarische Angebot für die spät ins Ziel gekommenen Eliteläufer*innen. Den langen Nachmittag konnte man zur Erholung der Beine nutzen, wer abends in Dresden weilte, konnte sich auch von den Bässen des letzten von vier Dresdner Rammstein-Konzerten weithin beschallen lassen.
Der letzte Tag des Pfingstwochenendes begann mit Sonnenschein und einer Neuheit in Sachen Wettkampfformat: dem ersten Bundesranglisten-Lauf Sprintdistanz in Wilsdruff. Um 10 Uhr starteten die ersten OLer und OLerinnen auf ihre Bahnen, die von der Jugend des Post SV Dresden gelegt wurden. Auch die dazugehörige Karte wurde von einem Junioren aufgenommen. Da wird im Veranstalter-Verein prächtig für die Nachfolge gesorgt und die Jugendarbeit gefördert. Neben vielen Routenwahlentscheidungen, kleinen Hecken oder mehrfachen Anlaufen eines Postens war die Bahn von künstlichen Sperren bzw. Sperrgebieten geprägt, die leider auch zu Disqualifikationen einigen Läufer*innen führten, aber die Bahnlegung an vielen Stellen attraktiver machte. Da man die Posten der Schlussrunde vom WKZ aus gut einsehen konnte, versammelten sich viele am Ziel, um ihre Läufer*innen anzufeuern oder um das Rennen zu verfolgen. Durch die Sprecher wurde auch fesselnd durch das Rennen geleitet. Der Fokus wurde am Ende auf die Platzierungen der Elitebahnen gelegt,wo Punkte für einen weiteren Weltranglistenlauf gesammelt - oder verloren wurden. Dort wurde nicht erst ab dem Funkposten um Sekunden gekämpft, wo sich das Rennen teilweise noch einmal dramatisch veränderte. Es war auch auf den letzten Posten möglich noch bis zu 20s rauszulaufen, wie es einige Läufer*innen vormachten.
In der Damenelite erlief sich erneut Patricia Nieke den Sieg mit 25s vor Birte Friedrichs und Julia Fritz (OL-Team Filder), die nur 3 s voneinander trennten. In der Herrenelite ging es noch viel knapper zu. Ständig änderte sich dort der Erstplatzierte mit dem Zieleinlauf. Am Ende hatte Bojan Blumenstein noch einmal die schnellsten Beine und gewann mit drei Sekunden vor Riccardo Casanova und 15 s vor Ole Hennseler.
Kulinarisch wurde man am letzten Tag u.a. mit Stielwaffeln versorgt. Dazu gab es jeden Tag ein isotonischen Getränk mit „Gurke/Limette“- oder „Pink Grapefruit“-Geschmack, was eine gute Alternative zu dem üblichen Krümmeltee oder Sirupwasser darstellte. Auch sonst gab es einige kreative Lösungen zu bewundern, wie zum Beispiel die kreativen Stehtische mit Beinen von Vermessungsstativen.
Insgesamt waren das sehr gelungene Wettkämpfe, die durch ein abwechslungsreiches Programm von verschiedenen Streckenlängen geprägt waren. Ein großes Dankeschön an die vielen Helfer*innen des Veranstalters Post SV Dresden, die das Wochenende erfolgreich vorbereitet und durchgeführt haben. Unvorhersehbare Dinge können immer auftreten, die jedem OLer*innen in unterschiedlicher Erinnerung bleiben, aber jetzt weiß wieder jeder Veranstalter, auf was man noch alles achten muss.
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Veranstalterhomepage Post SV Dresden
Livelox der Wettkämpfe
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Flickr-Album Sabine Nieke
