16. November 2025
Deaflympics in Tokyo
Vom 15. bis 26. November finden in Tokyo (Japan) die Deaflympics, also die Weltspiele des Gehörlosensports, statt. Mit dabei ist auch der Orientierungslauf, in dem Deutschland durch Sergej Roskop (GSV Braunschweig/Braunschweiger MTV) vertreten ist.
Die Deaflympics gibt es bereits seit 100 Jahren. Wie Olympia finden sie alle vier Jahre statt, erstmals im Jahr 1924. Seit 2001 laufen sie unter dem aktuellen Namen, vorher waren sie unter dem Namen Weltspiele des Gehörlosensports bekannt. Mit dem Start am gestrigen Samstag gehen sie in ihre 25. Ausgabe.
Startberechtigt an den Deaflympics ist, wer eine Hörschwäche von mindestens 55 Dezibel auf dem besseren Ohr hat. Hörhilfen sind während den Wettkämpfen untersagt.
An den Deaflympics 2025 stehen Entscheidungen in 21 verschiedenen Sportarten an. Die Sportler:innen stammen dabei aus 80 verschiedenen Ländern.
Im Orientierungslauf stehen neun Entscheidungen auf dem Programm: Sprint, Mittel und Langdistanz werden je bei Damen und Herren ausgelaufen. Darüber hinaus stehen eine Supersprintstaffel, eine Sprintstaffel und die Waldstaffel an. Der Sprint ist dabei sogar die erste Medaillenentscheidung aller Wettbewerbe.
Aus Deutschland reist Sergej Roskop vom GSV Braunschweig/Braunschweiger MTV zu den Deaflympics nach Tokyo. Als M35-Läufer hofft er auf technisch anspruchsvolle Strecken, um die jungen Wilden in Schach halten zu können. Durch Memotrainings unterstützt von seinen Braunschweiger Vereinskollegen bereitete er sich auf die Wettkämpfe vor, in der Vorbereitung auf den Sprint zeichnete das Team sogar einen Teil der Karte selbst.
Im Gehörlosen-OL traditionell stark sind die Ukrainer:innen. Das zeigten diese auch bereits am ersten Wettkampftag: Sowohl bei den Damen als auch den Herren belegten sie sämtliche Podestplätze. Es gewannen Anna Vanasaun und Nazar Levytskyi.
Für Sergej verlief der erste Wettkampftag suboptimal, insofern, dass er zu gut vorbereitet war. Im Anfangsbereich, für den keine alte Karte existierte und den das Team daher aus Google Streetview selbst aufnahm, war ein Mehrebenenbereich im Wettkampf nur in einer Laufebene geöffnet. Sergej missinterpretierte den Postenstandort und lief in die falsche Ebene – neben einem Zeitverlust brachte ihm das im Anschluss eine Disqualifikation ein.
Weiter geht es am heutigen Sonntag mit den Sprintstaffeln. Hier wird kein deutsches Team am Start stehen. Die Vorbereitung gilt also der Mitteldistanz, die am Donnerstag auf der Insel Izu Oshima vor der Küste der Megametropole Tokyo-Yokohama stattfinden wird.
Wer die Wettkämpfe verfolgen will, findet ein Live-Streaming-Angebot auf der Website der Deafolympics. Von jedem Wettkampf gibt es eine Übertragung auf Youtube. Der Kommentar ist allerdings nur auf Japanisch verfügbar – eine gute Gelegenheit um eure Sprachkenntnisse aufzufrischen!
Mehr:
Website der Deaflympics 2025 in Tokyo
Live-Streaming-Dienst der Deaflympics 2025
Deaflympics auf der Website des deutschen Gehörlosensports