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31. Mai 2004

1700 auf Deutschlands grösster Insel

Bereits zum 30. Mal kam ein buntes, internationales Läuferfeld zum Ostsee-Orientierungslauf, diesmal auf Rügen und in Form eines 3-Tage-OL, zusammen. Der Lauf am Pfingstsonntag zählt gleichzeitig zur Weltrangliste und zur Bundesrangliste. Zu einem noch überraschenden Sieg kam es in der Herrenklasse.

Leif Bader (OLV Steinberg) konnte sowohl die skandinavische Konkurrenz als auch Ingo Horst, Christian Gieseler und Tilo Pompe in Schach halten. In der Damenkategorie siegte einmal mehr souverän Karin Schmalfeld von der BSV Halle-Ammendorf. Ihre Form ist im Hinblick auf die nahende EM und WM beeindruckend. Die heute nominierte deutsche EM-Mannschaft wird separat hier bekannt gegeben. Das Laufgelände war detailreich und filigran strukturiert. Zahlreiche ehemalige militärische Anlagen wie Löcher, Gräben und Hügel sowie unregelmäßig bewachsene Freiflächen erforderten eine präzise Orientierung. Alle waren sich einig, dass OL eine wunderbar friedliche Nutzung des ehemaligen Truppenübungsgeländes darstellt. Nils Schniedeberg und Andre Kern leisteten hier professionelle Kartenaufnahmearbeit auf die sich Gesamtleiter Peter Hacker, der sich zu allem Überfluss zwei Wochen vor der Veranstaltung die Achillessehne riss und das Organisationsteam aus dem Lehnstuhl heraus steuern musste.

Auf die Fläche gerechnet ist der Orientierungslauf in Mecklenburg-Vorpommern personell unterentwickelt. Umso erstaunlicher, was die aus vielen Teilen Deutschlands zusammengetrommelten Organisatoren leisteten. Sicher waren hier und da kleine Unsicherheiten zu bemerken aber das Engagement und das tolle Wetter ließen keine schlechte Laune aufkommen. Immerhin wurde der in diesem Jahr größte OL Deutschlands abgehalten. Bei einer Meldezahl von 1700 wurde ein Anmeldeschluss ausgesprochen, weil die Karten sonst nicht gereicht hätten. Zur hohen Starterzahl haben nicht zuletzt allein 700 Schweden beigetragen In ihren Wäldern finden während einer Wildschonzeit keine Wettkämpfe statt. Eine Chance verpasst haben die Norddeutschen sicher, dem OL zu einem Stück mehr Popularität zu verhelfen. Zu Plakaten, Transparenten oder ähnlichen Aktionen reichten die Kräfte des rührigen Teams am Ende doch nicht. Kurios: ein Jäger versetzte seinen Hochstand in hochfrequentierter Zielnähe doch tatsächlich eine Woche vor dem Lauf – 20 kräftige Arme setzten ihn vor Wettkampfbeginn an seinen alten Platz und nach dem Lauf wieder zurück.














Bundes- und Weltranglistenlauf am 30.05.2004, Binz
Damen   8,3 km Luftlinie, 23 Posten
1 Karin Schmalfeld    BSV Halle-Ammendorf           56:52
2 Meike Jaeger        Gundelfinger Turnerschaft   1:02:32
3 Gunda Fischer       OLV Weimar                  1:03:20
4 Anke Xylander       USV TU Dresden              1:04:02
5 Sieglinde Kundisch  USV TU Dresden              1:05:34
6 Luise Kärger        USC Leipzig                 1:05:37

Herren  15,3 km Luftlinie, 33 Posten
1 Leif Bader          OLV Steinberg               1:27:37
2 Truels Nielsen      OK Pan                      1:28:41
3 Hakan Svensson      Bredaryds SOK               1:30:05
4 Ingo Horst          TV 1898 Alsbach             1:34:11
5 Christian Gieseler  OLG Siegerland              1:34:31
6 Tilo Pompe          SV Robotro Dresden          1:34:39

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