Trail-O Trail-O

02. Mai 2018

Finnischer Dreifachsieg im TempO zum EM-Abschluss

Im anspruchsvollen Wettkampf bei der Europameisterschaft im Präzisionsorientieren in der Slowakei bleibt die Überraschung aus deutscher Sicht aus, beide Starter scheitern in der Qualifikation.

Als letzte Entscheidung der Trail-O-Europameisterschaften rund um Bratislava stand die Disziplin TempO, das Hochgeschwindigkeits-Orientieren, auf dem Programm. Im flachen, sandigen, nur von einzelnen Hügelformationen durchsetzten Kiefernwaldgelände nahe Borský Mikulaš wurde zunächst der Qualifikationsdurchgang mit zwei Vorläufen à 55 Starter ausgetragen, von denen sich jeweils die besten 18 für das Finale qualifizierten. Beim TempO wird anders als in den übrigen Trail-O-Disziplinen nicht zwischen Open und Paralympic unterschieden, da hier die Voraussetzungen für beide Gruppen gleich sind. Die Organisatoren präsentierten den Athleten bei erfreulicherweise etwas niedrigeren Temperaturen als an den Vortagen sehr anspruchsvolle Aufgaben. An den sechs Stationen mit je fünf zu lösenden Posten bestand die erste Schwierigkeit meist darin, unter Zeitdruck zunächst den eigenen Standort zu ermitteln, bevor man überhaupt eine Chance hatte, die zahlreichen Hügel, Kuppen, Mulden und kleinen Senken zuzuordnen und so die Posten korrekt zu bestimmen. Entsprechend viele Fehler wurden im gesamten Teilnehmerfeld gemacht.

Leider erwischte es auch die beiden deutschen Starter. Im Vorlauf A leistete sich Christian Gieseler sechs Fehler und verpasste mit Rang 23 ebenso das Finale wie Ralph Körner, der in Vorlauf B mit sieben Fehlern (à 30 Strafsekunden) nur auf Platz 36 kam. Christian hätte bei gleichen Antwortzeiten zwei Fehler weniger für die Qualifikation benötigt, Ralph sogar vier. Nach einem Einspruch wurde eine der Stationen zunächst anulliert, nach einer ebenfalls erfolgreichen Berufung jedoch wieder in die Wertung genommen, so dass das Ausgangsergebnis am Ende Bestand hatte. Auch einige klangvolle Namen und Mitfavoriten blieben auf der Strecke und waren im Finale ebenfalls nur Zuschauer.

Dieses wurde am Nachmittag im Nachbargelände ausgetragen, das etwas steilere Hügel und noch kupierteres Gelände aufwies. Die Bahnlegung war noch einmal deutlich anspruchsvoller, so dass kein Sportler fehlerfrei durch die sieben Stationen mit je fünf zu lösenden Aufgaben kam. Dadurch ergaben sich ständige Positionswechsel, die via Livestream und Live-Ergebnissen hautnah mitverfolgt werden konnten. Eine Klasse für sich waren dabei die Trail-Orientierer aus Finnland, die einen Dreifacherfolg holten und gleich vier Athleten unter den besten Sechs hatten. Neue Europameisterin im TempO wurde Pinja Mäkinen vor Antti Rusanen und Petteri Hakala. Im Anschluss an die Entscheidung folgte die Medaillenzeremonien für die Staffel, wo auch das Deutsche Team mit den Diplomen für seinen fünften Platz vom Vortag ausgezeichnet wurde, sowie für den TempO. Das abschließende Bankett bildete die Klammer für ein insgesamt sehr gut organisiertes internationales Event in der Slowakei. Der nächste Saisonhöhepunkt für die Präzisionsorientierer werden die Weltmeisterschaften sein, die Anfang August parallel zu den OL-Weltmeisterschaften in Lettland ausgetragen werden.

Ergebnisse TempO Qualifikation ETOC 2018  Vorlauf A (55 Starter):  1. Geir Myhr Øien      NOR  275,0 sek.  2. Pavol Bukovác       SVK  285,0 sek.  3. Pinja Mäkinen       FIN  297,0 sek.     Rang 18 (Qualifikation)  464,5 sek. 23. Christian Gieseler  GER  509,5 sek.  Vorlauf B (55 Starter):  1. Antti Rusanen       FIN  274,0 sek.  2. Stig Gerdtman       SWE  307,5 sek.  3. Jens Andersson      SWE  335,5 sek.     Rang 18 (Qualifikation)  462,5 sek. 36. Ralph Körner        GER  578,5 sek.  Ergebnisse TempO Finale ETOC 2018  1. Pinja Mäkinen       FIN  334,0 sek.  2. Antti Rusanen       FIN  382,5 sek.  3. Petteri Hakala      FIN  393,0 sek.

Mehr:
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