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29. Mai 2022

Deutsche Staffel schrammt hauchdünn am Diplom vorbei

Leider kein Happy End gab es für das deutsche Trail-O-Team bei der Europameisterschaft in Finnland. Die deutsche Staffel belegte den zehnten, nationenbereinigt den siebten Platz in der Kategorie Open und lag nur sieben Sekunden hinter Diplomplatz sechs und weniger als eine Minute hinter Bronze.

Es hätte perfekt werden können. An diesem zunächst bewölkten und kurz regnerischen, später sonnigen und warmen Frühlingstag in Oittaa nahe Helsinki war für die deutsche Trail-O-Staffel der Europameistertitel, zumindest eine Medaille oder auf jeden Fall ein Diplomplatz drin - am Ende standen Deutschlands Präzisionsorientierer jedoch mit leeren Händen da.

Zum EM-Abschluss wartete noch einmal anspruchsvolles skandinavisches Gelände auf Europas beste Trail-O-Athleten. Jeder der drei Staffelstarter hatte nacheinander zunächst 13 PreO-Posten zu lösen und im Anschluss zwei TempO-Stationen zu absolvieren. Zur TempO-Zeit wurden 30 Sekunden pro TempO-Fehler und 60 Sekunden pro PreO-Fehler hinzuaddiert. Die Summe aller drei Athleten ergab das Staffelergebnis.

Die Startrunde für Deutschland absolvierte Anne Straube. Leider kam sie an diesem Tag im PreO überhaupt nicht zurecht und brachte gleich drei Fehler mit zurück, eigentlich ein aussichtsloser Rückstand, der oft nicht mehr aufzuholen ist. Große Zeitverluste bei den TempO-Stationen und zwei Fehler dort brachten eine weitere Hypothek. An Position zwei startete Ralph Körner. Er konnte als einer von nur wenigen Athleten an diesem Tag alle 13 PreO-Posten korrekt lösen und so doch wieder deutlich aufholen. Leider ereilten jedoch auch ihn bei den anspruchsvollen TempO-Stationen gleich vier Fehler, was zwei weitere Strafminuten mit sich brachte. Bjarne Friedrichs an der Schlussposition zeigte hingegen ein tadelloses Rennen: auch er blieb im PreO-Teil fehlerfrei und schaffte dies bei etwas langsameren Antwortzeiten auch im TempO-Teil, was an diesem Tag das zweitbeste Einzelergebnis bedeutete.

Es folgten mehrere Stunden bangen Wartens, da es zum einen große Probleme bei der Anzeige der Ergebnisse gab, sowie zum anderen ein Einspruch gegen einen Posten eingelegt wurde, dem zunächst stattgegeben wurde, dem aber ein Gegenprotest folgte, dem die internationale Jury wiederum ebenfalls stattgab. Mehrfach wurden unterschiedliche Ergebnisstände veröffentlicht und wieder geändert.

Als letztlich die finalen Ergebnisse feststanden, fand sich das deutsche Team auf Rang zehn, nach Abzug der zweiten Teams einiger Nationen auf dem bereinigten siebten Platz unter den 16 Nationen wieder. Zu Diplomplatz sechs fehlten gerade einmal sieben Sekunden, zu Rang fünf, den Deutschland bei der letzten EM vor vier Jahren belegt hatte, nur drei mehr. Exakt 55 Sekunden, also weniger als einen PreO-Fehler oder zwei TempO-Fehler, lag das Trio hinter dem Bronzerang. Angesichts von insgesamt sechs Minuten Strafzeit für das deutsche Team wären selbst die dreieinhalb Minuten Rückstand auf den siegreichen Titelverteidiger Finnland durchaus machbar gewesen. So jedoch blieb nur jede Menge Enttäuschung im deutschen Lager über die verpasste Chance, insbesondere da Nina Döllgast, die nach gemeinsamer Entscheidung nicht in der Staffel aufgestellt wurde, den Rahmenwettbewerb für Einzelstarter gewann und dabei im PreO auf gleicher Strecke ebenfalls fehlerfrei geblieben war.

Gold ging wie bereits erwähnt an die finnischen Gastgeber, die Dänemark und Norwegen auf die weiteren Plätze verwiesen. In der P-Kategorie für Starter mit körperlicher Beeinträchtigung sicherte sich die Ukraine den Titel, gefolgt von Schweden und Spanien.

Damit konnte das deutsche Trail-O-Team bei den Europameisterschaften in Finnland seine ambitionierten Ziele nicht erreichen. Als beste Ergebnisse stehen ein 18. Platz von Ralph Körner im PreO, ein 11. Platz von Bjarne Friedrichs im TempO und der bereinigte 7. Platz in der Staffel zu Buche. Das angepeilte Diplom wurde leider nicht erreicht. Das Potential des deutschen Teams wurde in Finnland angedeutet, jedoch noch nicht abgerufen. So sind die Augen bereits nach vorne gerichtet: in knapp zwei Monaten finden in Polen die Weltmeisterschaften statt, wo sich dem deutschen Team neue Chancen bieten, ein Ausrufezeichen zu setzen.

Staffel - Kategorie Open  
1. Finnland (Mäkinen, Hakala, Rusanen)   9:13 min.
2. Dänemark (Biering, Krog Schulz, Biering) 10:01 min.
3. Norwegen (Grohnhovd, Øien, Braten) 11:46 min.
7. Deutschland (Straube, Körner, Friedrichs) 12:41 min.
     
Staffel - Kategorie P  
1. Ukraine (Kulykova, Vovk, Lytvynov) 18:13 min.
2. Schweden (Gunarsson, Jansson, Johansson) 23:46 min.
3. Spanien (Garcia, Montero, Aguilar) 24:57 min.

 

Mehr:
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Ergebnis Staffel - Kategorie Open
Ergebnis Staffel - Kategorie P
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