Trail-O Trail-O

14. April 2020

Sternstunden des deutschen Orientierungssports #3

Mit Orientierungssport-Pionier Peter Gehrmann kam bereits Anfang der 1990er Jahren die junge Sportart Präzisionsorientieren (Trail-O) nach Deutschland. Zwei Europameisterschaften in Westfalen folgten um die Jahrtausendwende. 2008 stand dann erstmals eine deutsche Auswahlathletin bei Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Podest. Heutzutage entwickelt sich der Trail-O stetig weiter.

Bereits in der 1980er Jahren wurden im Orientierungssport erste Versuche unternommen, die orientierungstechnische Komponente als Wettkampfgrundlage zu verwenden, um auch Menschen mit Behinderung ohne Nachteile die Teilnahme zu ermöglichen. Nach anfänglichen Versuchen mit einer Art Rollstuhl-Orientierungslauf entwickelte sich das Trail Orienteering. Im Jahr 1992 wurde die Sportart schließlich innerhalb des Internationalen Orientierungssport Verbandes (IOF) anerkannt.

Unterschieden wird seit vielen Jahren in einer offenen Kategorie und einer Kategorie für Personen mit Einschränkungen. Bei den Wettkampfformen gibt es inzwischen einen TempO, bei welchem die Geschwindigkeit bei der korrekten Postenbestimmung im Vordergrund steht und dem klassischen PreO, bei dem es primär um die korrekte Postenbestimmung geht.

Mann der ersten Stunde in Deutschland war Orientierungssport-Pionier Peter Gehrmann, der im Jahr 1998 und 2002 im westfälischen Schloß Holte-Stukenbrock die Trail-O-Europameisterschaften organisierte und auch beim Trail-O-Wettkampf am Rande des MTB-O-Weltcups 2019 von Anfang an beratend tätig war.

Als Koordinatorin in der Athleten-Kommission der IOF vertritt Anne Straube seit vielen Jahren die Interessen der Teilnehmer. Selbst kann die Lengefelder Orientierungssportlerin auf zahlreiche Platzierungen im Bereich der Weltspitze zurückblicken. Ganz oben auf dem Podest bei Weltmeisterschaften stand Anne im Jahr 2008 in Tschechien. Mannschaftskamerad Christian Gieseler (OLG Siegerland) startet ebenfalls seit vielen Jahren erfolgreich für Deutschland. Bei den Weltmeisterschaften 2019 beendete dann Bjarne Friedrichs (MTV Seesen) die Entscheidung im PreO auf Rang 4. Die erstmals startende deutsche Staffel mit Anne, Bjarne und Ralph Körner (OLV Landshut) erreichte den fünften Rang.

Während die Sportart in den Anfangszeiten noch am Rande von anderen Veranstaltungen, z.B. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf, ausgetragen wurde, hat sich inzwischen eine unabhängige Wettkampfserie mit Europa- und Weltmeisterschaften und einer Weltrangliste etabliert.

In Deutschland erlebt die Sportart mit der Schaffung eines Beauftragten für Trail-O im Technischen Komitee einen spürbaren Aufwind. Ralph Körner organisierte nach mehrjähriger Durststrecke als Beauftragter inzwischen auch wieder die ersten Veranstaltungen in Deutschland.

Mehr:
Geschichte Präzisionsorientieren
Trail-O EM in Deutschland
Weltmeistertitel für Anne Straube
Bjarne Friedrichs auf Rang 4 bei der WM