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21. Januar 2021

Licht und Schatten beim "TOREMOOS"

Die vergangenen zehn Tage standen international wieder ganz im Zeichen des virtuellen Trail-O-Sports. Von der Serie "TOREMOOS" in Mailand gibt es Positives und Negatives zu berichten.

Bei der aus zehn Etappen in verschiedenen Parkgeländen der italienischen Metropole Mailand bestehenden Online-TempO-Serie "TOREMOOS" (TempO On-line REM Maps MOO Series) stellte Deutschland mit 70 Teilnehmern fast ein Zehntel der über 700 Teilnehmer und hinter den gastgebenen Italienern das zweitgrößte Kontingent. Neben den Trail-O-Spezialisten nutzen dabei auch immer mehr Bundeskader-Athleten im Orientierungslauf bei Elite und Nachwuchs die Gelegenheit zum Orientierungstraining während der wettkampffreien Zeit und schlugen sich dabei sehr gut.

Die Besonderheit der Serie bestand darin, dass alle zehn Etappen in die Gesamtwertung einflossen, so dass es kein Streichergebnis gab. In der Einzelwertung konnte sich Ralph Körner (OLV Landshut) als bester Deutscher die gesamte Serie über im absoluten Spitzenfeld behaupten. Unter anderem gelangen ihm dabei ein Tagessieg und drei dritte Plätze. Den Kampf ums Podium verlor er dabei erst mit einer durchwachsenen Schlussetappe, die ihn auf Position zwei liegend letztlich auf den fünften Platz zurückwarf. Dies bedeutet allerdings dennoch das bislang beste deutsche Ergebnis bei virtuellen TempO-Wettkampfserien. Zweitbeste Deutsche wurde Birte Friedrichs (MTV Seesen) auf dem 20. Platz der Gesamtwertung. Den Sieg sicherte sich Ben Kyd (Großbritannien) vor Alessio Tenani (Italien) und Pavel Ptácek (Tschechien).

Bei den Vereinen, wo erneut Polisportiva Masi aus Italien nicht zu schlagen war, schaffte es der MTV Seesen als Dritter aufs Podium, der OLV Landshut - mit 16 Startern erneut teilnehmerstärkster Klub - auf Rang sieben und der SSV Planeta Radebeil auf Platz 17 konnten hier ebenfalls überzeugen. Erwähnenswert ist auch der TV Jahn Wolfsburg, der mit elf Teilnehmern ebenfalls einer der aktivsten Vereine war. Insgesamt waren 25 deutsche Vereine beim TOREMOOS vertreten. In der Nationenwertung belegte Deutschland hinter Italien, Finnland und Großbritannien einen guten vierten Platz unter 32 Nationen.

Der TempO-Simulator präsentierte sich einmal mehr als optimales Tool für die Abwicklung der virtuellen Wettbewerbe. Nachdem auf den ersten beiden Etappen jeweils eine Station wegen nicht eindeutiger Lösbarkeit aller Aufgaben anulliert werden musste, liefen die restlichen acht Wettkampftage insoweit reibungslos ab.

Leider zeigte sich davon abgesehen beim TOREMOOS aber auch ein großer Nachteil der virtuellen Online-Wettkämpfe. Wiederholt war die Serie Betrugsversuchen ausgesetzt, indem Teilnehmer sich verbotenerweise mehrere Accounts zulegten und diese nacheinander bespielten, oder indem Wettkampfinformationen zu den Postenstandorten und Lösungen an noch nicht gestartete Teilnehmer weitergegeben wurden. Dies verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig einerseits Fair Play im Sport ist, aber auch dass es immer wieder vermeintliche "Sportler" gibt, die mit unfairen Mitteln versuchen, ihre Ergebnisse zu verbessern. Wer dies selbst bei Online-Wettkämpfen tut, bei denen es letztlich um nichts geht, außer um den fairen, sportlichen internationalen Vergleich mit anderen Athleten, wird auch bei richtigen Orientierungssport-Wettkämpfen im Gelände gegebenenfalls nicht davor zurückschrecken. Es ist schade, dies miterleben zu müssen.

Glücklicherweise konnten, nachdem die Ahndung der Betrugsversuche vom Ausrichter auf den Administrator des TempO-Simulators übertragen wurde, zumindest die gravierendsten Betrüger ermittelt und disqualifiziert werden. Aus Deutschland sind hierbei erfreulicherweise keine Betrugsversuche bekannt, hier lief mit größter Wahrscheinlichkeit auch in den Fällen ganzer teilnehmender Familien aus dem gleichen Hausstand alles fair ab. Hierzu großes Kompliment und Dank an alle deutschen Teilnehmer.

Wer die zehn Wettbewerbe noch als Training absolvieren und sein Ergebnis mit den klassierten Teilnehmern vergleichen möchte, kann dies im TempO-Simulator weiterhin tun. Sehr empfehlenswert und aufschlussreich sind danach auch die täglichen Livewettkampf- und Analysevideos, die der britische Gesamtsieger Ben Kyd auf seinem YouTube-Kanal bereitgestellt hat.

In Kürze werden die virtuellen Wettbewerbe im TempO-Simulator fortgesetzt, dann wieder unter dem mittlerweile bekannten TORUS-Logo: am 27. Januar startet die Hungarian TORUS TempO Trophy mit dem ersten Wettbewerb. Die Serie wird das gesamte Jahr über laufen und zwölf Wettkämpfe im Monatsrhythmus beinhalten. In der ersten Februar-Woche wartet dann geballt die Central European TORUS Training Week 2021 auf die Trail-O-Fans, mit insgesamt sieben Etappen in Tschechien, der Slowakei und erstmals auch in Deutschland (!).


Die Ergebnisse (Auszug):


Einzelwertung:

Rg. Name Verein Land Punkte
1. Ben Kyd MDOC GBR 990,02
2. Alessio Tenani Polisportiva Masi ITA 979,49
3. Pavel Ptácek BETA URSUS Rosice CZE 979,45
5. Ralph Körner OLV Landshut GER 971,32
20. Birte Friedrichs MTV Seesen GER 947,24
34. Leon Kollenbach Ski-Club Helsa GER 933,44
36. Bjarne Friedrichs MTV Seesen GER 930,49
40. Ole Hennseler MTV Seesen GER 928,15
58. Till Geiler USV Jena GER 909,67
62. Nina Döllgast MTV Seesen GER 908,37

 
Vereinswertung:

Rg. Verein Land Starter Punkte
1. Polisportiva Masi ITA 11 2943,31
2. MDOC GBR 14 2852,84
3. MTV Seesen GER 7 2820,19
7. OLV Landshut GER 16 2768,77
17. SSV Planeta Radebeul GER 4 2630,89
27. USV TU Dresden GER 3 2502,44
32. TV Jahn Wolfsburg GER 11 2456,94
34. OL-Team Filder GER 3 2408,72

 
Nationenwertung:

Rg. Land Land Starter Punkte
1. Italien ITA 114 4896,92
2. Finnland FIN 31 4800,56
3. Großbritannien GBR 54 4783,57
4. Deutschland GER 70 4776,31
5. Polen POL 48 4762,29
6. Tschechien CZE 35 4761,88

 

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TempO-Simulator
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