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09. Juli 2012

4-Tage MTBO in Doksy

Mehr als 10 Deutsche reisten zum 4-Tage MTBO nach Tschechien in der Nähe der Deutsch-Tschechischen Grenze, nach Doksy. Es galt 5 Wettkämpfe an 4 Tagen zu absolvieren. Zahlreiche internationale Starter unter anderem aus Russland, Finnland, Italien, Spanien und Polen sorgten für ein sehr hohes Niveau, spannende Wettkämpfe und Spaß am Rande.

Fast geschlossen trat auch die deutsche Nationalmannschaft vom 05. bis zum 08. Juli in Doksy an und nutzte dies als intensive Orientierungseinheit im Vorfeld der MTBO-WM. Insgesamt gingen 433 Mountainbike-Orientierer an den Start und davon 148 in den weiblichen Klassen.

Etappe 1 - Mitteldistanz

Am ersten Tag wartete ein sehr schnelles und anspruchvolles Rennen auf die Starter. Temperaturen um die 30°C sorgten für eine zusätzliche Härte des Rennens. Weltmeister Harald Männel kam mit den Bedingungen sehr gut zurecht und sorgte mit Platz 4 für ein sehr gutes Ergebnis. Die anderen deutschen Starter haderten noch etwas mit der Orientierung, langsamen Beinen oder der Technik und kamen am Ende im Mittelfeld in Ihren Altersklassen raus. Benjamin Michael belegte Rang 18, Anke Dannowski fuhr auf Platz 15 ein, Lydia Jahn, ebenfalls in der Frauen-Elite rangierte am Ende auf Platz 38 und Sylvia Thomas konnte sich in der Damen-A Platz 21 sichern. Nach einem Sprung ins Wasser sorgten dann am Abend schwere Gewitter für einen zusätzlichen Nervenkitzel, aber auch schöne Blicke in den blitzenden und donnernden Himmel vor allem bei den Zeltbewohnern.

Etappe 2 - Free Order

Beim FreeOrder-MTBO galt es alle Posten, ohne feste Reihenfolge, schnellst möglich anzufahren. Diese Wettkampfform ist wohl die ursprünglichste Variante des MTBO´s (praktisch zu Zeiten ohne SI) und erfreute sich auch bei den deutschen Startern großer Beliebtheit. Anke Dannowski kam hier nach einem zeitraubenden Anfangsfehler mit einer konstant guten Leistung auf den 13. Platz. Lydia Jahn musste den Start aufgrund von Magenproblemen leider absagen. In der Herren-Elite verhinderte das Auslassen eines Postens eine Top Platzierung im Vorderfeld bei Benjamin Michael. Harry Männel holte erneut eine Top10 Platzierung mit Rang 7. Am Abend gesellten sich weitere deutsche Starter in Zelten und Hütten zum Wettkampfzentrum in Doksy hinzu. Sie kamen für die Wettkämpfe und die beiden Weltranglistenläufe und den Staffellauf am Wochenende. Auch an diesem Abend wurde es etwas feucht, nachdem am Tag wieder Temperaturen über 25° C herrschten.

Etappe 3 - Sprint

Am dritten Wettkampftag stand am Vormittag ein Sprint auf einem alten Flughafengelände etwa 10 km nördlich von Doksy an. Dieser wurde als World Ranking Event ausgetragen. Die deutschen Starter wollten diesen Wettkampf als Generalprobe für das WM-Gelände in Ungarn nutzen. Querfahren war in diesem Wettkampf erlaubt und das offene Gelände offenbarte ähnliche Ansprüche an die Orientierung wie es zur WM gefragt sein wird. Der Sprint generell stellt einen hohen Anspruch an die Konzentration. Jede kleine Konzentrationslücke wird hart bestraft denn im Ziel trennen die Athleten oft nur wenige Sekunden. Zwei gröbere Fehler und ein ansonsten konstantes Rennen führten Anke Dannowski auf einen 13. Rang. Zufrieden zeigte sich Lydia Jahn mit ihrem 26. Platz und ohne großen Fehler durch das Rennen gekommen zu sein. In der Herren-Elite konnte Benjamin Michael mit dem 13. Platz sein bestes Ergebnis erzielen. Ohne gröbere Fehler war dies das Maximum das an diesem Tag zu erreichen war. Mark Huster, Denny Albert, Jens Wunderlich und Pechvogel Peter Heinrich (Plattfuß direkt nach dem Start) platzierten sich nach Rennen mit zahlreichen Orientierungsfehlern weiter hinten im Feld. Es ist aber auch schwer gleich mit einem Sprint die Rennserie zu beginnen. Lukas Falke belegte in der H17 Rang 7 und Peter Reichel fuhr in der offenen Klasse auf Platz 3. Für den Nachmittag galt es schnellstmöglich zu regenerieren um für den Staffelstart in gerade mal 3 h wieder fit zu sein.

Staffelmeisterschaft

Insgesamt 4 Staffeln stellten die deutschen Teilnehmer. Eine Frauen-, 2 Männer- und eine Master-Staffel gingen an den Start. Pünktlich zum Beginn des Wettkampfes setzte Regen ein, was die Bedingungen erschwerte. Startfahrer Benjamin Michael konnte mit seinem besten Rennen dieser Tage, die erste deutsche Staffel auf Platz drei übergeben. Denny Albert konnte bis zum Zuschauerposten die deutsche Auswahl sogar auf den 2. Platz von knapp 60 gestarteten Männerstaffeln vorfahren. Aufgrund eines groben Orientierungsfehlers direkt nach dem Sichtposten fiel er aber bis zum Ziel ins Mittelfeld zurück, was aber aufgrund des Fehlstempels von Schlussfahrer Mark Huster nicht weiter ins Gewicht fiel. Die zweite Deutsche Herrenstaffel mit den Fahrern Peter Reichel, Lukas Falke und Jens Wunderlich holte sicher alle Posten und belegte damit Rang 29 im großen Feld.

Die Damen nutzen das Rennen als "Generalprobe" für die WM und fuhren mit einer österreichischen Nachwuchsfahrerin. Anke Dannowski legte einen guten Start hin verlor aber nach dem ersten Drittel viel Zeit durch grobe Fehler, die Übergabe auf die Österreicherin verlief etwas schleppend da sie noch nicht in der Wechselzone Stand und es sich durch über 100 Staffeln durchzukämpfen galt. Lydia Jahn stempelte leider ebenso einen Posten falsch, obwohl sie ansonsten ein solides Rennen aufwies. Die Seniorenstaffel bestehend aus Robert Porstmann, Uli Kretzschmar und Peter Heinrich fuhr relativ fehlerfrei auf allen drei Abschnitten und erreichte einen guten 7. Rang.

Etappe 4 - Mitteldistanz

Am Schlusstag stand nochmals eine Mitteldistanz in der Nähe von Mimon an. Auch diese wurde wieder als World Ranking Event gewertet. Die Teilnehmer aller 4 Tage merkten hier den Kräfteverschleiß schon recht deutlich. Nichts desto Trotz sorgten Anke Dannowski (28.) und Benjamin Michael (29.) wieder für die besten deutschen Ergebnisse in den Eliteklassen. Lukas Falke konnte endlich seine fahrerische Stärke auch in einem Orientierungsrennen ausnutzen und belegte einen hervorragenden 2. Rang in der Klasse H17. Harald Männel fuhr ebenfalls abermals ein sehr gutes Rennen und kam in der H40 Klasse auf Rang 5 ein. Auch Sylvia Thomas gelang ein gutes Rennen und sie fuhr ihre beste Platzierung in diesen Tagen mit Rang 14 ein. Der Wald war fahrerisch sehr kraftraubend und Routenwahlen standen bis auf einen kurze Passage eher im Vordergrund als die Feinorientierung. Die weiteren Deutschen Platzierungen lauten: 34. Mark Huster, 41. Denny Albert, 49. Jens Wunderlich, 53. Peter Heinrich (alle H21E), 38. Lydia Jahn (D21E), 20. Michael Sturm (H40A). 

Alles in Allem waren diese 4 sonnigen Tage eine sehr gute Gelegenheit für alles Altersklassen sich auf die MTBO-WM in Ungarn vorzubereiten. Top organisierte Wettkämpfe, sehr hohes Niveau und eine super Atmosphäre sorgten für schöne Momente. Weiterhin führten die Abendevents zu einem "Zusammenrücken" der Nationalmannschaft und somit kann man von einer Art Team-Building reden. Beispielsweise wurde das neu aufgebaute Trampolin ausführlich von der gesamten Nationalmannschaft getestet sowie Volleyball gespielt.