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18. Juni 2021

Zweimal Top-15 bei der MTBO-WM

Unsere zwei deutschen Starter berichten von der MTBO-WM in Finnland.

Die Weltmeisterschaften im MTBO 2021 für die Elite und Junioren wurden dieses Jahr in Kuortane in Finnland ausgetragen. Samstag bis Montag gab es die ersten drei Rennen mit dem Massenstart, einem Sprint und einer Mittelstrecke und nach einem Ruhetag folgten die Langdistanz und die Staffel am Dienstag und Mittwoch. Die Sportler blicken auf eine reibungslose Organisation auch unter Pandemie-Bedingungen, sowie tolle Strecken und Karten zurück. Leider ohne Zuschauer und isoliert in einer Wettkampfblase mit verschiedenen Teamblasen, waren dennoch alle froh die Rennen auf solchem Niveau bestreiten zu können. Besonders erwähnenswert ist was den Zuschauern live online geboten wurde. Hier wurden vor allem bei der TV-Übertragung neue Maßstäbe gesetzt. Die Beiträge, der Broadcast und das GPS-Tracking können auch noch nachträglich angeschaut werden.

Die Deutschen Farben wurden durch Anke Dannowski und Lukas Wilms vertreten. Während Anke auf zahlreiche Weltmeisterschaften und damit reichlich MTBO-Erfahrung zurückblickt, gab Lukas sein WM-Debut. Er hat erst 2019 mit MTB-O begonnen und so galt es vor allem Erfahrung bei internationalen Großveranstaltungen zu sammeln und zu schauen wie die Weltspitze fährt. Das WM-Feld war in diesem Jahr eher auserlesen und so fehlten doch einige „Exoten“-Teams und auch zahlreiche sonst größere Nationen hatten ein auf die besten reduziertes Team am Start.

Massenstart: Den Auftakt bildete das Massenstartrennen eine noch recht junge aber attraktive Disziplin. Start und Ziel waren direkt in Kuortane und die Bahnen führten über mehrere gegabelte Schlaufen mit drei Kartenwechseln. Der Anspruch an die Orientierung war im Auftaktrennen nicht ganz so groß, dafür spielten Routenwahl und Gegnerkontakt eine größere Rolle und sorgte für spannende Rennen und viele Positionswechsel. Anke konnte nach einem soliden Rennen im Zielsprint noch zwei Konkurrentinnen hinter sich lassen und fuhr auf Rang 21 über die Ziellinie, Lukas fuhr an einen Posten nicht nah genug heran und hatte daher einen Fehlstempel. Es gab eine Hand voll Fahrerinnen und Fahrer die mit genau diesem Problem zu kämpfen hatten. Das Emit-System hat leider nur eine LED-Leuchte, jedoch kein Ton, der das erfolgreiche Stempeln des Postens signalisiert, so dass in der Hektik des Rennens oder in fahrtechnisch anspruchsvollen Passagen der Blick auf den Arm mal ausbleibt. Weltmeister wurden Svetlana Foliforova (Neutrales Team) und Samuel Pokala (Finnland).

Sprint: Die Entscheidung um die Medaillen im Sprint fiel in Seinajöki, ca. 30 km westlich von Kuortane gelegen. Ein o-technisch recht anspruchsvolles Rennen wurde hier geboten. Im Sprint heißt es ohnehin immer die Konzentration über 20 min extrem hochzuhalten und schnell zu agieren. Die fahrtechnisch anspruchsvollen Wege ließen kaum Zeit für einen Blick auf die Karte, jede Sekunde zählt. Es galt also möglichst viel aus dem Gedächtnis heraus zu fahren und auf den kurzen Passagen auf den Hauptwegen die neuen Postenverbindungen auszuwählen und zu verinnerlichen. Das gelang Anke streckenweise ganz gut. Im mittleren Renndrittel konnte sie vom Überholen der späteren Weltmeisterin profitieren und fuhr schlussendlich 3 s hinter Platz 10 auf Rang 11 über die Ziellinie. Lukas fuhr mit Platz 54 sein erstes WM-Resultat ein. Weltmeister wurden Marika Hara (Finnland) und Krystof Bogar (Tschechien).

Mittel: Die Mittelstrecke war überraschend routenwahllastig und weniger o-technisch anspruchsvoll als gedacht. Das dadurch entsprechend hohe Tempo sorgte für den einen oder anderen Konzentrationsfehler. Der Wald war recht offen und das Wegenetz bot es an hier und da auch quer zu fahren, statt Wege außenherum auszufahren. Während der WM war das Fahren abseits der Wege generell erlaubt und musste bei der Routenplanung mit bedacht werden. Gesperrte Wege oder Flächen wurden auf der Karte entsprechend markiert. Beide, Anke und Lukas fielen Konzentrationsfehlern zum Opfer und fuhren auf den Rängen 26 und 55 über die Ziellinie. Beide Sieger des Massenstartes holten sich die WM-Titel auf der Mitteldistanz: Svetlana Foliforova (Neutral) und Samuel Pokala (Finnland).

Lang: Die Königsdisziplin im MTB-O war typisch angelegt mit wechselnden o-technischen Passagen und langen Schlägen mit interessanten Routenwahlen. Eine Sandgrube und ein paar morastische Wege machten es den Fahrern schwer, aber auch sehr abwechslungsreich. Beide Strecken waren gut 10 min zu kurz angelegt, da der Sand feucht genug und die Sumpfwege trocken genug waren. Das bedeutete aber nicht dass die Rennen minder anspruchsvoll waren. Über gut 1.5 h galt es das Tempo hoch zu halten und nicht den Fokus zu verlieren. Das gelang Anke nach einer ungünstigen Routenwahl zu Posten 2 sehr gut und so konnte sie sich am Ende des Tages über Platz 14 freuen. Lukas hatte leider in der Hektik des Rennens einen Posten weg gelassen. Ihre Physischen Stärken konnten Camilla Soegaard (Dänemark) und Andre Haga (Finnland) ausspielen und fuhren souverän zu den Weltmeistertiteln.

Staffel: Mit der heutigen Staffel fanden die MTB-O Weltmeisterschaften im finnischen Kurotane ihren Abschluss. Leider in diesem Jahr auf Grund der Teamgröße ohne deutsche Beteiligung. Wie schon im Sprint war das Gelände durch viele Wurzelwege und Felspassagen geprägt und für eine Staffel ungewöhnlich anspruchsvoll in der Orientierung, was der Spannung keinen Abbruch tat. Die Weltmeistertitel sicherten sich Dänemark (Frauen) und Finnland (Männer).

Fazit: Es lässt sich festhalten, dass es für Anke mit den beiden Top15-Platzierungen eine recht erfolgreiche WM in den orientierungs- und fahrtechnisch anspruchsvollen finnischen Wäldern war und sie weiterhin in der Weltspitze mitmischt. Für Lukas war es eine gute erste Standortbestimmung, die zeigte, dass die Grundvoraussetzung, die Geschwindigkeit auf dem Bike, vorhanden ist und wie zu erwarten vor allem das O-Training und Rennerfahrung weiterhin im Vordergrund stehen müssen um im nächsten Jahr im schwedischen Falun auf die MTB-O Weltmeisterschaften gut vorbereitet zu sein. Dort dürften die Starter wohl ähnliche Wälder und Orientierungsaufgaben erwarten, wie hier in Finnland.

Vor dem Rennen ist nach dem Rennen und so nutzen Anke und Lukas noch die folgenden Tage um ein Post-WM-Trainingslager in Finnland und Schweden zu absolvieren und auf die Erfahrungen von der WM aufzubauen. Für das Nationalteam geht es dann Anfang Oktober nach Portugal zur MTB-O Europameisterschaft, wo parallel auch die MTB-O Masters-WM ausgetragen wird.

National wird die Saison durch den OLV Landshut eröffnet und setzt sich in Pilsen zum 5-Tage MTBO fort.