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14. Juli 2022

Typisch Rabenberg

Das war der Satz, der an diesem Wettkampfwochenende wohl am häufigsten zu hören war. Denn noch einen Tag vor Start schien das Wetter die perfekten Rahmenbedingungen für die Deutsche Meisterschaft im MTBO und den 6. und 7. Lauf zum Deutschlandcup zu bieten.

Doch schon am Samstagmorgen weichten ergiebige Regengüsse die Wald- und Feldwege rund um den “Sportpark Rabenberg” auf. Am frühen Nachmittag  zum Auftakt des Laufs zur Deutschen Meisterschaft, der als Langdistanz angelegt war, legte der Regen eine kurze Pause ein, um sich dann im halbstündlichen Rhythmus  mit Sonnenschein abzuwechseln. Das Ausrichterteam des Vereins SV Sachsen 90 Werdau kennt diese meteorologischen Kapriolen des Rabenbergs mittlerweile und waren dementsprechend auf alles vorbereitet. Der Start, inklusive Vorstart, fanden unter dem Schutz von Pavillons statt, so dass die Kartenaufnahme für das internationale Starterfeld halbwegs trocken verlief.

Besonderes Highlight dieses Laufs war die Postenreihenfolge in “semi-free-order”. Die Starter erhielten zwei Karten, eine mit Posten in vorgegebener Reihenfolge und eine weitere mit Posten, die frei wählbar angefahren und somit in eine Route “eingeflochten” werden konnten. Aber erst alle Posten zusammen ergaben ein vollständiges Ergebnis. Nur die Fahrer, die beide Karten gut kombinieren konnten, hatten eine Chance auf einen der begehrten Podiumsplätze. So wie Tomas Kamaryt vom KOS Plzen und Anke von Gaza vom OLV Uslar, die jeweils in der Herren- und Damen-Elite-Wertung den ersten Platz belegten. Anke von Gaza wurde damit auch Deutsche Meisterin in der Elite-Wertung. Lennart Voss vom O-Team Kiel erreichte den Meisterschaftstitel in der Herren-Elite-Wertung.

Nach einem langen und matschreichen Rennen, das weder Fahrer noch Material schonte, fand die Siegerehrung aufgrund eines weiteren Schauers im Festzelt des Sportparks statt und lud die Teilnehmer bei einem Kaltgetränk ein, über Bahnlegung, Routenwahl und Gelände zu diskutieren.

Auch der Sonntagmorgen brachte keine wettertechnische Besserung, so dass die meisten Fahrer in ihre vom Vortag noch nassen Fahrradschuhe stiegen und sich im Regen zum Startzelt begaben. Alle waren sich einig, dass dieses Wetter wieder typisch für den Rabenberg war und es sogar Teilnehmer gab, die beschworen, sie hätten diesen Ort noch nie in längerem Sonnenschein gesehen.

Der 7. Lauf zum Deutschlandcup führte die Teilnehmer wieder durch und über alle Ausprägungen, die die Erzgebirgslandschaft zu bieten hat, auch wenn es sich dabei nur um eine Mitteldistanzstrecke handelte. Dichte Mischwälder stellten durch die forstwirtschaftliche Bearbeitung ganz besondere Herausforderungen an die Orientierungs- und Kletterfähigkeiten der Fahrer. Langgezogene hügelige Felder und alpine Anstiege brachten so manch einen an seine ausdauertechnischen Grenzen.

Nicht so Lennart Voss vom O-Team Kiel und Kamca Rambova vom OOB Kotlarka, die sich an diesem Tag in den Elite-Klassen durchsetzen konnten.

Mit viel Akribie und Blick für das Detail wurden alle Top-Platzierungen der einzelnen Klassen sowie der Tages- und Gesamtwertung bei der veranstaltungsabschließenden Siegerehrung gekürt, natürlich dann bei Sonnenschein.

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