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02. März 2022

Studierenden-WM endet mit Top-25-Platzierungen

Nach der abgesagten Winteruniversiade gab es für die studentischen Ski-Orientierungsläufer doch noch einen internationalen Saisonhöhepunkt. Über die Studierenden-Weltmeisterschaften, den WUC Ski-Orienteering (WUSOC) 2022, im tschechischen Jachymov zieht Prof. Dr. Nikolaus Risch als Delegationsleiter des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) ein positives Fazit.

Nachdem am Montag beim Model Event eisige Spuren das Laufen recht unangenehm machten und einige Stürze auslösten, bereitete der nächtliche Neuschnee dem Loipennetz am Dienstag bei der Sprintdistanz ideale Voraussetzungen für tolle Wettkämpfe. Die beiden deutschen Athleten, Pia Buchholz und Matti Bruns von der Uni Göttingen, haben dies nach eigenen Aussagen absolut genossen und schöpften ihre Potenziale bestmöglich aus. Dass die Resultate dies nur unvollkommen spiegeln, kann man mit der wirklich hochkarätigen Konkurrenz erklären. Es wurde klar, dass die aktuelle Weltspitze am Start war. Ganz vorne landeten Athletinnen und Athleten aus Norwegen, Russland, Schweden und der Schweiz, die allesamt mit modernstem Material und professionellen Wachsteams angereist waren.

Während des Verfolgungsrennens am Mittwoch strahlte die Sonne und es wurde richtig warm. Das machte die Spuren teilweise tief und stumpf, was Pia und Matti doch zu schaffen machte. Trotzdem waren beide nicht unzufrieden mit ihren Ergebnissen. Vorne landeten wiederum die Nationen, die auch den Sprint dominiert hatten.

Den Ruhetag am Donnerstag nutzten wir zum lockeren Training und zum Säubern und Wachsen der Ski für die ausstehenden Rennen.

Das Staffelrennen (Mixed, zweimal drei Teilstrecken) am Freitag war in Bezug auf Spannung und Publikumswirksamkeit ein Höhepunkt der Wettkampfwoche. Am Ende lag das erste russische Team ganz vorn, gefolgt von Schweden und der Schweiz. Pia und Matti schlugen sich beachtlich und landeten mit Platz 13 (auch die zweiten Mannschaften der großen Nationen kamen in die Wertung) vor den Teams aus Japan, Bulgarien und dem gemischten Team aus Slovakei/Ungarn.

Die Reaktion am Freitagabend der FISU-Offiziellen vor Ort auf meine Frage zu den Auswirkungen von Putins Kriegs auf unsere Wettkämpfe war deutlich ausweichend. Meine Enttäuschung relativiert sich durch die Tatsache, dass grundlegende Handlungsanweisungen zu dem Zeitpunkt von der FISU-Zentrale tatsächlich gar nicht vorliegen konnten. Die Athleten haben wir konsequent aus dieser Diskussion herausgehalten.

Die komplette russische Delegation ist dann sehr früh am Samstagmorgen abgereist und hat nicht mehr am abschließenden Mitteldistanzrennen (Massenstart) teilgenommen. Als offizieller Grund wurde angegeben, dass sie Sorge hatten, zu einem späteren Zeitpunkt keinen Rückflug mehr von Zürich nach Russland erreichen zu können. Was die wirklichen Gründe waren, kann ich nicht sagen. Einen Ausschluss durch den Ausrichter hat es nicht gegeben.

Die Mitteldistanz selbst bildete wiederum die inzwischen bekannten Kräfteverhältnisse ab, diesmal mit der Schweiz bei Damen und Herren ganz vorn. Erfreulich, dass Pia und Matti auch am Abschlusstag ihr Potenzial voll abrufen und mit Platzierungen unter den besten 25 beachtliche Leistungen zeigen konnten. Die Ergebnisse aller Wettkämpfe findet man im Detail auf der Veranstaltungs-Homepage ebenso wie alle Karten und weitere Bilder.

Als eindeutiges Fazit lässt sich festhalten, dass die Gesamtorganisation sehr gut gelungen war. Und zwar sowohl sportlich als auch bezüglich der Unterbringung, der Verpflegung und der im Umfang reduzierten Eröffnungs- und Abschlussfeier. Bei der Logistik und beim Hygienekonzept gilt dies mit kleinen Einschränkungen. Die Stimmung war nicht nur in unserem kleinen deutschen Dreierteam sehr gut, denn trotz der Vorsichtsmaßnahmen (Pandemie) waren in unserem wunderbaren Outdoor-Sport persönliche, internationale Austauschmöglichkeiten durchaus begrenzt möglich und gestalteten sich erfreulich.

Wir haben jeden Tag dazugelernt und Motivation für die Zukunft getankt.

Wir bedanken uns ganz ausdrücklich für die fürsorgliche und professionelle Vorbereitung unserer Teilnahme durch die adh-Geschäftsstelle, insbesondere bei Johanna Krezuter und Sportdirektor Thorsten Hütsch.

Mehr:
Homepage der Studierenden-Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf 2022