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19. Oktober 2021

Europa-Meisterschaft, Weltcup-Finale und Master-WM in Portugal

Ein Mammut-Programm an Meisterschaften hatte sich dankenswerterweise der portugiesische O-Verband aufgeladen. Ursprünglich war nur das Weltcup-Finale geplant, da aber die Europa-Meisterschaft in Russland und die Master-WM in Slowenien dem Virus zum Opfer fielen, wurden Jugend- und Junioren-EM sowie die Master-WM mit übernommen. Und alle Rennen und Veranstaltungen gingen mit bemerkenswerter Präzision, klasse organisiert über die Bühne.

Das Zentrum und die Rennen fanden um die Kleinstadt Abrantes statt, gelegen am Tejo-Fluss, welcher das Land in Nord-und Südportugal teilt. Die Terrains waren bergig, aber nicht zu steil, die Wege oft sandig mit Steinen und Geröll belegt. Die portugiesische Landschaft  verändert sich, die Kiefernwälder werden mit schnell wachsenden australischen Gästen, dem Eukalyptus ersetzt. Von diesen fallen viele Blätter, Äste und Rindenstreifen, auf dem trockenem Boden umher gedeihen „nagende Sträucher“ mit zu Dornen gewordenen Blättern. Wichtig waren zwei Dinge, schlauchlose Reifen, gut mit Dichtmilch gefüllt, und das Vermeiden von Abkürzungen durch den dornigen Wald, welches den Regeln nach erlaubt war.

Erstmalig in der deutschen MTBO-Geschichte gelang es uns auch Dank dem Engagement von Anke ein deutsches Jugend-Team an den Start zu bringen. Die gute Nachwuchsarbeit von Peter Schmidt in Dresden und Sachsen macht sich deutlich bemerkbar.

Zu den EM-Rennen: die Jugend (H-17) begann mit einem sehr schnellen Sprint in einem Kasernen-Gelände. Hier musste erstmal Lehrgeld gezahlt werden. Thomas Lucassen kam mit nur 2,5 min. Rückstand auf Rang 24, Gregor Lusky wurde 40., Per als gestandener OLer versuchte eine Abkürzung und musste das Rennen mit einem Platten wie gewohnt zu Fuß zu Ende bringen (43.). Unsere Starterin bei den Juniorinnen  Christine Reibert Hansen wurde 15.

Tag 2 brachte die O-mäßig anspruchsvolle Mittelstrecke. Die Jugend hatte auf schlauchlos umgerüstet und Gregor steigerte sich auf Rang 17, Thomas wurde 34. und Per erwischte leider einen falschen Posten, 50 m daneben.   Christine in der D-20 errang einen starken 8. Platz. Jetzt griff auch die Elite ein, Anke erreichte Rang 31 und Lukas Rang  47.

Tag  3   war schon wieder heiß um die 30 Grad und brachte die bergige Langstrecke, hier waren Kondition und gute Routenwahl gefragt. Gregor holte hier mit einem sehr starkem Rennen mit nur 3,5 min Rückstand Rang 9. Per kam dieses Mal gut durch (18.) und Thomas fuhr auf Rang 41. Christine schaffte Platz 13. in der Elite wurden Anke 27. und Lukas 50.

Tag 4 brachte die Staffeln in der Jugend und Mix-Staffeln bei der Elite, die Wettkämpfe führten abwechselnd durch Wald- und Stadtgebiet.

Hier fuhren die Jungs ein Klasse-Rennen und kamen auf den Podest-Platz, Rang 6.  Gregor brachte seine Staffel als Startfahrer ganz stark auf Rang 4 ein, Thomas kam als Siebter wieder und Per konnte diesen Rang behalten, so dass die Jungs sehr glücklich zur Siegerehrung marschieren durften. Christine verstärkte das Elite-Team mit Anke und Lukas und sie erreichten mit Rang 13 das Ziel.                          

 

Master-WM: Immerhin sieben deutsche Starter hatten sich auf die weite Reise nach Portugal zur Master-WM begeben. Darunter auch ein Newcomer beim MTBO, der erfolgreiche OLer (u.a. 3-facher Master-Gold-Gewinner im Fuß-OL) Michael Finkenstädt, aber auch erfahrene Haudegen wie Mark Huster, Ute Spehr oder Harry Männel. Die WM nach unserer 2019 auf dem Rabenberg fiel 2020 in Finnland leider aus, auch Slowenien im Mai hatte abgesagt und so sprangen die Portugiesen ein und starteten die Masters am Nachmittag nach den EM-Rennen, allerdings immer in der größten Hitze.

Los ging es traditionell mit dem Massenstart, gestreut wurde durch das Schmetterlingssystem. Hier konnte Harry in H65 mit Vorsprung den Titel holen, ein Teil seiner Konkurrenz hatte in der Hektik einen Schmetterling falsch rum gefahren oder irgendeinen Posten „vergessen“. Auch Mark Huster (H40) und Uta Spehr (D50/55) kamen mit sehr guten Läufen mit Bronze  auf das Treppchen. H45: 16. Martin Thorwart, H50: 9. Falk Wenzel, H55: 8. Michael Finkenstädt

Am 2. Tag ging es auf die Mittelstrecke, Harry hatte nur einen winzigen Fehler und gewann wieder, Mark sah seinen Vortagessieger mit der abgebrochenen Kurbel im Wald und witterte seine Chance, leider fehlten am Ziel sieben kleine Sekunden zum Sieg, Silber! Uta steigerte sich ebenfalls zu Silber, Glückwunsch!  H45: 15. Martin, H50: 8. Falk, H55: 8. Michael D60: 7. Eva König

Der 3. Tag war der Härteste mit der Langstrecke, vielen Bergen und paar selektiven Routenwahlen. Hier gab es die erste und einzige Org-Panne, diese rettete aber Harry`s Start. Er stand erschrocken 10 Minuten vor seinem Start nach 2 km Bergauffahrt mit einem Platten und einem plötzlich abgebrochenen Pedal da, da kam die erlösende Nachricht: „eine Stunde Startverschiebung“ (die Elite war zu lange unterwegs). Das gab die Chance, die Dornen zu entfernen, Dichtmilch nachzufüllen und dann half ihm die Jugend bereitwillig mit einem ihrer Pedale aus der Klemme. Harry dankte die Hilfe wieder mit einem Sieg, dies blieb nicht die die einzige Medaille, Mark holte wie im Massenstart Bronze. Uta und Michael erwischten leider Dornen und schoben viele km nach Hause ins Ziel.  H45: 19. Martin, H50: 8. Falk, D60: 7. Eva König

Am Sonntag, dem letzten Wettkampftag wurde der Sprint ausgetragen, leider nicht in der total bergigen Altstadt mit den engen Gassen, sondern in einem flachen Stadt- und Gewerbegebiet am Stadtrand, da die Jugend und die Elite den angrenzenden Wald für die Staffeln brauchte. Für Harry war es der erste fehlerfreie Lauf der Woche, trotzdem fehlten ihm dieses Mal 10 Sekunden zum portugiesischen Sieger, er konnte aber jeweils eine Sekunde vor Platz drei und 4 halten. Ebenfalls nochmal Silber errang Uta. Mark hatte paar kleine Eier drin und fuhr auf Rang 5. Über einen Klasse-Lauf freute sich Michi, er wurde 6. mit nur 2 min Rückstand, sehr gute Ergebnisse für einen „Neuling“. H45: 14. Martin, H50: 8. Falk, D60: 7. Eva.

 

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