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12. Oktober 2020

Deutschlands „beste“ O-Sport-Karten und -Gelände #12

Ski-OL ist in Deutschland zwar geschichtsträchtig, aber nicht so populär wie anderswo, umso bekannter sind einige Namen in dessen Zusammenhang, wie Bernd Kohlschmidt vom SV Robotron Dresden: langjähriger Nationalteamläufer, Trainer und Organisator, vielfacher Deutscher Elite-Meister und auch mehrfacher Senioren-Weltmeister. Im Frühjahr gewann er zuletzt in Österreich bei der Senioren-WM 2-mal Gold und einmal Bronze. Im Interview erwähnt er mehr als ein deutsches Gebiet, in dem sich bei ausreichend Schnee Ski-OL machen lässt. Zum Weltcup 2016 war dieser im Westerzgebirge zum Ende hin knapp und recht nass geworden.

Bei der Elite-WM im Ski-OL 2017 wurde Bernd 20. über die Langstrecke, 10 Jahre zuvor bei der MTBO-WM im Sprint 35. Auch ist er in der SkiO-Kommission der IOF tätig. Und Anfang des Jahres sorgte er bei Seefeld mit den deutschen Ski-OL-Kollegen ab 35 dafür, dass Deutschland die 2. Nation im Medaillenspiegel wurde. Zeit, einmal mehr zu zeigen, dass Ski-OL in Deutschland nicht gänzlich klein ist.

Welches kartierte Ski-OL-Gelände ist für dich am technisch anspruchsvollsten? Warum genau diese Karte?
Persönlich verbinde ich sehr schöne Erinnerungen an meinen ersten Ski-OL in Zinnwald 1994, welcher dort von Harry Männel organisiert wurde. Danach waren wir dann noch drei weitere Mal Dank Diethard Kundisch zur Ski-OL-DM in Zinnwald. 2019 konnte ich dort selber als Wettkampfleiter und Bahnleger agierten. Auch an Oberhof, Ruhpolding, den Sonnenberg und die Arber Arena habe ich sehr schöne Erinnerungen als Athlet.
Als Organisator war die Mixed-Sprint-Staffel im Rahmen des SkiO Weltcups 2016 in Klingenthal sicher das Highlight, wo wir Dank Renate und Lutz Tröße, unter unseren begrenzten Rahmenbedingungen, einen Wettkampf wirklich auf Weltcupniveau hinbekommen haben.

Welche Disziplin/ welches Training eignet sich auf dieser Karte am besten?
Leider ist dies mit dem speziellen Ski-OL-Training nur dort möglich, wo es ein vorhandenes permanentes Loipennetz gibt. Dies ist in Mühlleithen der Fall. „Alte“ Ski-OL-Karten gibt es inzwischen für zahlreiche Gebiete. Zu beachten ist, dass in Langlaufzentren eigentlich immer eine Einbahnreglung herrscht. Für ein fortgeschrittenen Training sollte man dann nach Skandinavien oder Russland reisen.

In welchem deutschen, lange nicht kartierten bzw. unkartierten Gelände würdest du gerne einmal Ski-OL machen und warum?
Die WM Arena Oberstdorf, Balderschwang und Finsterau liegen zum Beispiel im Ideen-Ordner für etwas Größeres. Für nächsten Winter probieren wir es noch einmal mit dem Döbraberg im Frankenwald auf Grund seiner zentralen Lage. Wirklich ein super schönes Gelände mit einem dichten permanenten Loipennetz und großen Wiesen für zusätzliche Spuren. Der Berg ist, von der Autobahn A9 gut sichtbar, mit einem weißen Turm. Im Jahr 2022 sind wir dann mit den CISM Games im Raum Berchtesgaden gut beschäftigt, aber ich gehe davon aus, dass auch nebenher noch Zeit für ein nationales Wochenende bleibt. Neubau am Ochsenkopf wurde auch schon erkundet. Für 2023 bietet sich dann an, das CISM Games-Gelände auch für einen nationalen Wettkampf zu nutzen.

Welchen geografischen Vorteil siehst du allgemein in OL-Deutschland?
Unser geografischer Vorteil ist die sehr zentrale Lage im Herzen Europas, so dass wir viele Länder mit wenig Aufwand gut erreichen können.Für den Orientierungssport allgemein gibt es bei uns viele bzw. fast alle unterschiedliche Geländetypen. Leider wird es immer schwieriger in dem für uns interessantem Gelände bzw. in Höhenlagen Genehmigungen zu bekommen, z.B. auf Grund von „Habitatmanagement für das Birkhuhn“.
Im Ski-Orientierungslauf haben sich inzwischen drei verschiedene Optionen entwickelt. Für ein IOF Major Event kommt oft eine Kombination zur Anwendung. Optimal sind natürlich ein Skistadien mit Infrastruktur wie Parkplatz, WC und Umkleiden mit der Option im Wald und/ oder auf freien Flächen zusätzliche Spuren mit dem Motorschlitten anzulegen.
Leider haben wir in Deutschland nicht die Möglichkeit im Wald abseits von Wegen mit dem Motorschlitten zusätzliche Spuren zu fahren, so dass Karten, im internationalen Vergleich zu Skandinavien oder Russland, natürlich „einfach“ erscheinen. Auch eine Höhenlage ist inzwischen ein Muss, so dass für uns zwei Optionen bleiben. Erstens die Nutzung einer der zwischen 15 bis 20 gut ausgebauten Biathlon- bzw. Langlaufsportanlagen, welche oft den Vorteil von Maschinenschneeloipen bieten oder eine große, halboffene freie Fläche auf Privatgrund, wie zum Beispiel einen Golfplatz. Dort kann man dann auch, ab einer gewissen Schneehöhe, abseits der Grün`s, zusätzliche Loipen in Absprache fahren.
Dafür haben wir in Deutschland zahlreiche Mittelgebirge. Sehr oft waren wir in den letzten Jahren im Erzgebirge, im Thüringer Wald, im Harz und im Bayrischen Wald. Auch die Alpen ganz im Süden bieten als Hochgebirge noch viele zusätzliche nie benutzte Optionen.

Mehr:
Ski-OL in Deutschland, letzte Saison
WM Ski-OL Schweden 2019, Mittelstrecke
WM Ski-OL Russland 2017, Langstrecke