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19. April 2011

Top15 und Top25 im Weltcup - Gute Resultate in Ungarn

Vom 15.-17. April wurde die erste Weltcup-Runde in Ungarn im kleinen Städtchen Tapolca ausgetragen. An den drei Renntagen gab es 3 charakteristisch unterschiedliche Gelände auf denen um Weltcup-Punkte gefahren wurde. Benjamin Michael und Anke Dannowski waren die erfolgreichsten deutschen Starter.

Bereits am Donnerstag reiste das Team an um sich nicht zuletzt auch im Model-Event an die Kartenzeichnung und das erlaubte Querfahren zu gewöhnen. Gerade auf den Freiflächen bot sich das Abkürzen auf direkten Linien gerne an bzw. erleichterte die Orientierung da man nicht auf die Wege und Abzweige achten musste. Untergebracht waren wir in einem schönen Appartment etwa 500 m vom Event-Center entfernt mit reichlich Platz. Ein wenig musste man sich daran gewöhnen, dass das Haustor am besten zweimal abgeschlossen werden musste. Aber wir waren eben nicht im wohlbehüteten Deutschland unterwegs. Es gab natürlich auch einen Schäferhund, aber zur Verteidigung des Hauses diente er wohl nur weil er hin und wieder ein paar "Tretmienen" auslegte.

Doch zurück zum Renngeschehen. Nachdem alle angereist und die Räder geputzt und geölt waren ging es am Freitag Nachmittag an den Start vom Sprint. Ein altes Militärgelände diente als Karte. Zehn jahre lang nicht mehr genutzt ging es zwischen leerstehenden Häusern, Bunkern, Garagenzeilen und auf verschiedenen Beton und Teerflächen entlang. Des öffteren war die direkte Linie durch den Wald oder über Grünflächen tatsächlich auch die schnellste. Es war ein sehr abwechslungsreiches und orientierungstechnisch sehr anspruchsvolles Rennen das ständig ein hohes Maß an Konzentration abverlangte. Bester deutscher war Benjamin Michael der sich mit einem Rückstand von 2:13 min auf Rang 21 einreihen durfte. Der Däne Erik Skovgaard Knudsen siegte knapp vor dem Tschechen Radek Laciga der direkt vor dem Endposten seinen Sieg verspielte. Torsten Kaufmann fuhr ein nahezu fehlerfreies Rennen so dass ihn seine Beine auf Rang 48 trugen. Dass es eng zugeht in der Weltspitze im MTBO musste auch Anke Dannowski verspüren 3 gröbere Fehler waren einfach zu viel und so reichte es für Platz 18. Bemerkenswert: bei den Frauen spielen sich Platz 2-5 innerhalb von 4 s hinter der souveränen Siegerin Marika Hara aus Finnland ab. 

Die Mitteldistanz wie auch die Langstrecke hatten ihr Start-/Zielgelände in Sümeg etwa 10 km Nordwestlich von Tapolca. Gestartet wurde sehr zuschauerfreundlich von einem Podium und langer Pflichtstrecke hinein in den Wald. Das Rennen war ein sehr sehr schnelles mit eigentlich geringem Anspruch an die Orientierungsfähigkeiten der Starter. Aber das hatte wohl nichts zu bedeuten, denn die Fehlerquote im Feld lag doch recht hoch. Auch die Deutschen kamen wieder nicht ungeschoren davon. Bestern Mann war erneut Benjamin, der seine Vortagesleistung noch einmal bestätigte. Rang 24 stimmte ihn wieder zufrieden und bestätigte auch seinen Aufwärtstrend den er im Trainingslager schon zeigte. Er ist ein Stück näher an die Weltspitze herangekommen und kann so vielleicht auch schon bald an die Leistungen des bislang erfolgreichsten Elite-MTBOer Holger Mager anknüpfen. Mark Huster unterliefen deutlich weniger Fehler als am Vortag und auf Grund seines fahrerischen Vermögens kam er auf Rang 42. Kevin Stehling, ein weiterer Junger der in die Elite vordringt sammelte reichlich Erfahrung und ließ auf Platz 54 doch einige Starter hinter sich. Anke konnte sich Platzierungsmäßig zwar steigern (Platz 16) aber Routenwahlen und ein Konzentrationsfehler verhinderten ein Top10-Resultat. Die Finnin Ingrid Stengard fuhr zum Weltcup-Sieg auf der Mittelstrecke vor einer weiteren Finnin Marika Hara und der Tschechin Renata Paulickova. Bei den Männern siegte Anton Foliforov vor den beiden Finnen Samuli Saarela und Jussi Laurila.

Noch am Abend gabelte Benny eine der höflichen "Tretmienen" auf und verteilte sie im Appartment. Die Schuhe mußten draußen übernachten, aber sowas soll ja angeblich Glück bringen und er hat das eben noch an uns andere verteilt. Am Sonntag ging es dann mit reichlich Hundegeruch um 9 Uhr auf die Langstrecke. Im Massenstart mit 3 Kartenwechseln und erneut GPS-Sensoren die diesmal sogar im Internet verfolgbar waren, gab es so richtig spannende Rennen. Die ersten zwei Rundendurchläufe waren nach 15% und 30% des Rennens, dann ging es mehr oder weniger um einen riesigen Berg. Benny war erneut stärkster Fahrer und kam sogar zu Beginn als erster der ersten Verfolgergruppe durch den Kartenwechsel gerast. Später musste er sich aber kleineren Fehlern geschlagen geben, sammelte aber immerhin auch am dritten Tag mit Rang 33 noch Weltcup-Punkte. Das Hundeglück verteilte sich wohl nicht so besonders gut, denn Mark hatte Pech mit einem Stein der gegen sein Schaltwerk schleuderte, er rettete sich so aber noch auf Platz 39. Kevin bekam einen Plattfuß und mußte nach gut einem Drittel das Rennen aufgeben. Für Anke lief es deutlich besser. Ein fast fehlerfreies Rennen gelang, jedoch vergaß sie ausreichender Energiezufuhr nachzukommen und so schwand die Kraft im letzten Renndrittel. Platz 12 war nahe an der Top10 und füllte das Punktekonto der Weltcup-Wertung auch ordentlich. Das Weltcup-Wochenende ging mit einem dänischen Doppelsieg durch Erik Skovgaard Knudsen und Rikke Kornvig zu ende die jeweils recht deutlich ihre Klassen dominierten.

In der Weltcup-Zwischenwertung liegt Anke nun auf Rang 15 (in der Weltrangliste auf Rang 12 geklettert). Nach 3 von 11 Rennen hat Benjamin derzeit die wohl beste Weltcup-Platzierung eines deutschen Starters mit Rang 24 inne. Blicken wir gespannt auf den weiteren Verlauf der Saison ...

Nächster Weltcup und dann ja auch Masters-WM ist in Schweden Mitte Juni. Dort werden nun erstmals Masters-WM-Titel in den einzelnen Disziplinen vergeben. Das ist nun ähnlich zu den Elite-Klassen und ersetzt die Gesamtwertung aus mehreren Läufen.

Ergebnisse, RouteGadget, Bilder und GPS-Tracking auf der ungarischen Seite 

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