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30. August 2013

MTBO-WM: Sprint und Mittel

Die Medaillen auf den ersten beiden Distanzen bei der MTBO-WM 2013 in Rakvere sind vergeben. Die deutschen Leistungen lagen im Mittelfeld, aber es zeigte sich Potential für die morgige Langstrecke. Am heutigen Staffeltag werden die Beine weiter fleißig hochgelegt.

Die MTBO-WM wurde am Montag Abend mit kurzen Reden und einem kleinen Tanzprogramm eröffnet. Sportlerfreundlich ging es in einem kurzen Fußmarsch zum Marktplatz und nach gut 15 min wurden alle zum Abendbrot entlassen, während sich die Trainer zum Team-Leader-Meeting aufmachten um die letzten und detaillierten Informationen zu den anstehenden Rennen einzuholen. Für das deutsche Team in diesem Jahr macht das[nbsp]Mark Huster, der trotz seines gesundheitsbedingten Verzichtes auf die Rennen die Reise nach Estland auf sich genommen hat und so den beiden deutschen Starten die Rücken frei hält.

Im Sprint warteten in Tapa, ca. 30 km westlich von Rakvere, mehr als 20 Posten auf die Starter. Im Startabstand von 2 min ging es auf die Strecke. Für Anke Dannowski lief das Rennen ab dem zweiten Posten recht einsam, auf dem Weg zum zweiten Posten unterlief ihr, nach dem vorsichtigem Einstieg ins Rennen ein massiver Fehler, der sie schon zeitig aus vorderen Plazierungen riss. Auch die Männer wurden gleich zu Beginn in das knifflige Wiesengebiet, auf dem viele Wege ins Gras gemäht wurden, geschickt. Benjamin Michael arbeitete hier sauberer kam aber auch nicht ganz fehlerfrei hindurch. Im Verlauf des Rennens konnte er mit Rasmus Sögard, einem Dänen dann sehr gut zusammenarbeiten und fuhr so ein solides Rennen zu Ende. Auch bei Anke verlief die restliche Teilstrecke des Sprintes konstant. Am Ende bedeutete dies Platz 33 für Benajmin und Platz 30 für Anke. Bemerkenswert ist es, dass gut 25% der Elite-Männer und Elite-Frauen disqualifiziert wurden, weil sie durch ein kleines Sperrgebiet fuhren oder Posten in der falschen Reihenfolge anfuhren. Weltmeister wurden der heimische Este Tönis Erm und die Schwedin Cecilia Thomasson. Ein Kommentar von Cecilia über den Start des Rennens: "Ich fühlte mich als wäre ich zum zweiten Posten gelaufen." - das war wohl keine schlechte Taktik.

Neues Rennen neue Chance im 15 km entfernten Möedaka. Die Eckdaten für das Rennen betrachtet war ein schnelles Rennen zu erwarten. Es galt die Konzentration trotz des hohen Tempo's extrem oben zu halten. Die Karte machte keinen allzuschweren Eindruck und die Strecken beeindruckten schon im Vorfeld nicht mit ihrer Länge und den Höhenmetern. In dem eiszeitlich geprägten, leicht hügeligen, Gelände Estlands, durchzogen von Skiloipen war das aber auch nicht anders zu erwarten. Skiloipen bieten jedoch[nbsp]oft fiese kleine kurze Anstiege, die sich dann auch im Rennen hinten raus bei den Männern durchaus bemerkbar machten. Das Frauenrennen war mit 39 min Siegzeit deutlich küzrer als anvisiert. Anke und Benjamin fanden beide sehr gut in ihre Rennen. Und die parallelen nahmen ihren Lauf. Sie lagen lange Zeit in der Top15/Top20 mit jeweils Zwischenplatz 11 bevor sie im letzten Renndrittel zu viel Zeit investieren mussten um den selben[nbsp]richtigen Wegeinstieg zu finden. Ein wenig ging wohl auch die Konzentration verloren und der Anspruch an die Orientierung wuchs. Wenigstens schlichen sich im letzten Renndrittel immer wieder kleinere Fehler ein, die letztendlich zu den Plätzen 25 und 41 führten. Auch wenn beide mit ihren Rennen sichtlich unzufrieden waren, haben sie aufgezeigt, dass mehr drin steckt. Benjamin zeigte eine hervoragende erste Rennhälfte und gibt Mut, dass auch in nächster Zeit wieder ein Deutscher unter den besten 20 der Welt zu sehen ist. Anke hatte neben den zwei Orientierungsschwächen noch ein wenig mit den Auswirkungen einer Erkältung zu kämpfen, die am Montag einsetze und ist nun zuversichtlich für den morgigen Samstag. Weltmeister 2013 über die Mitteldistanz sind Marika Hara aus Finnland und erneut der Este Tönis Erm, der sich in einem Sekundenengen Kopf-an-Kopf-Rennen am Ende durchsetzen kann. Die ersten 4 Männer trennen nur 20 s.

Am gestrigen ersten Ruhetag ging es an den Strand in Kunda, einer kleinen staubigen Küstenstadt die heutzutage vom Holzhandel lebt und all den Nebenprodukten, wie auch ein Zellstoffwerk. Eine alte Zementfabrik verlieh dem Ort ein unglaublich staubiges Aussehen. Ansonsten wurden hauptsächlich die Füße hochgelegt und die vergangenen Rennen ausgewertet. In wenigen Stunden beginnt die Entscheidung über die Vergabe der Staffelmedaillen. Insgesamt gehen 4 Kategorien an den Start (Männer/Frauen Elite, Junioren und Juniorinnen). Es warten vermutlich sehr spannende und knifflige Aufgaben auf die Starter. Die Männer-Elite haben 36 Posten auf einer A3 und einer A5 Karte rund um das Schloss in Rakvere anzufahren. Wir deutsche werden nur als Zuschauer ins Stadion gehen, das GPS-Tracking wird den Aufenthalt aber sicherlich kurzweilig erscheinen lassen. Am Nachmittag werden Anke und Benjamin noch ein offenes Sprintrennen im Staffelgelände bestreiten um so die Konzentration für den morgigen Tag zurück zu holen und den Körper vorzubelasten.

Und dann heißt es wieder: Treten was das zeug hält ....

Wer das Rennen am morgigen Samstag live verfolgen möchte findet dazu beste Möglichkeiten auf der Homepage. Weitere Bilder finden sich in der Facebook-Gruppe "MTBO Deutschland".

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