13. September 2026
Medaillenregen in Schottland
Für die Masters unter den MTBO-Sportlern war die zweite Kalenderwoche im September dick markiert. Nach sonnigem Spanien im letzten Jahr war zur Masters-WM in den Norden Schottlands gerufen worden. Etwas mulmig war den fast 20 Teilnehmenden aus Deutschland schon bei dem Gedanken an Schottland im September, wenngleich die Organisatoren mit bestem Wetter geworben hatten. Sie sollten recht behalten. Auch wenn es zum Teil stürmisch war, hatten die Sportler für MTBO ganz passable Bedingungen.
Alle vier Disziplinen wurden ausgetragen und es startete mit einer Mitteldistanz entlang der Küste. Dabei kamen Erinnerungen an Wälder wie in Dänemark oder Schweden auf, wo sich viele kleine Wege durch die Dünen ziehen. Altersklassenübergreifende Postenverbindungen sorgten für eine geringe Kollisionsgefahr, was bei knapp 350 Teilnehmenden nicht auszuschließen ist. Einen perfekten Start erlebten Harald Männel M70 (Wehrsdorf) und Hendrik Hess M45 (Dresden), welche ihre Altersklasse gewinnen konnten. Sergej Sonnenberg M70 (Osnabrück) trug mit Bronze die zweite deutsche Fahne aufs Podest.
Der zweite Tage war etwas wechselhaft, was aber bei einem Sprint nicht die Rolle spielt. In einem stadtnahen Gelände waren künstliche MTB-Trails angelegt, welche wegen einer Einbahn-Regelung eine gute Routenplanung erforderlich machte, um nicht von den vielen Marschalls disqualifiziert zu werden. Hendrik konnte seinen Lauf fortsetzen und wurde auch über diese Distanz Weltmeister. Harald bewies einmal mehr seine Klasse und wurde Vizeweltmeister.
Am dritten Tag stand der Massenstart auf dem Programm. Es ging wieder an die Küste und wie schon zur Mitteldistanz sorgte das fehlende Wegegebot für eine besondere Routenplanung in einer Mischung aus Motocross-Trails und großen Forstwegen. Auch eine potentielle Wasserquerung sorgte für Würze. Mit Silber für Hendrik und Sergej Sonnenberg sowie Bronze für Mark Huster M45 (Werdau) konnte fette Beute an diesem Tag gemacht werden.
Den Abschluss bildete die Langstrecke. Ein profiliertes Waldgelände etwas mehr im Landesinneren bot ein weiteres interessantes Wettkampfgelände, was dann auch ein paar Höhenmeter für die älteren Damen und Herren bereithielt. Frühe Startzeiten sollte vom trockenem Wetter profitieren, wenngleich der nächtliche Regen die Wege ordentlich durchnässt hatte. Lange Postenverbindungen machten eine clevere Routenwahl erforderlich, damit nicht wertvolle Zeit verloren geht. Einmal mehr hatte Hendrik einen guten Riecher, welcher mit Bronze den Medaillensatz vollmachen konnte. Sergej Sonnenberg konnte die zweite Bronzemedaille erringen.Vielleicht etwas zu gut hatte es Emily Benhem-Kvale mit den Streckenklängen gemeint, womit die Masters schnell zweieinhalb Stunden unterwegs waren.
Nächstes Jahr sollten die Wettersorgen wieder etwas kleiner sein, denn dann lädt Portugal wieder einmal zur Masters-WM ein.