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12. Juli 2011

Bike Adventure 2011 - Klassiker unter den 2er-Team-Rennen

Zum 11. Mal fand das Bike Adventure in Tschechien statt. Erneut nahmen einige deutsche daran teil und das auch recht erfolgreich. Fotostrecke zur Bike Adventure ist verfügbar

Auch von den Ausrichtererfahrungen des Harz-MTBO Veranstalterteams profitierte das Bike Adventure in seinen Anfängen und entwickelte sich rasch zu dem was es heute ist. Ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches und prima organisertes 2er-Team MTBO-Rennen. Jedes Jahr wechseln die Organisatoren, der USK Prag, den Ort der Veranstatlung innerhalb Tschechiens und sorgen so dafür dass die Teilnehmer immer wieder neue Gebirge, Landschaften und Regionen direkt im Rennen erkunden können. In diesem Jahr war Nove Hrady der Ort des Geschehens. Nove Hrady liegt im Süden Tschechiens nahe zur Österreichischen Grenze. Im Westen liegt der Böhmerwald und im Nordosten schließt sich die Böhmisch-Mährische Höhe an. Posten befanden sich beidseitig der Staatsgrenze und reichten bis auf Höhen von knapp über 1000 m herauf. Der nördliche Teil der Karte erstreckte sich über ein Seengebiet, das auf etwa 500 m über dem Meer liegt. Das Wetter war traumhaft schön, mit 29° C und nur wenigen Wolken. Der Fahrtwind sorgte für Abkühlung und des Nachts gab es heftige Gewitter mit starkem Regen und Wind. Aber die meisten der Zelter im Camp überstanden auch das hauptsächlich trockenen Zeltes.

Etwa 470 Teams begaben sich auf die klassische Strecke des Bike-Adventures. Die Zeitlimits lagen bei 6 h am Samstag und 4 h am Sonntag. Neben dem klassischen Team-MTBO wie wir ihn auch hierzulande kennen gab es noch die Polaris-Version. Die Teilnehmer des Bike-Adventure Loap mussten Nahrung für zwei Tage, Zelte und Wechselklamotten über beide Tage mitnehmen und übernachteten in einem anderen Camp, dass ihnen vor dem Start nicht bekannt war.

Am Samstag waren die meisten Punkte auf einer Runde durch die Berge zu holen. Die Siegteams fuhren bis fast an den südlichen Kartenrand und wurden dort mit einem Teamfoto belohnt. Falk Wenzel und sein schweizer Teampartner Beat Okle lagen prima im Rennen und verpassten nur knapp den Tagesgesamtsieg über alle startenden Teams. Einen Posten im Wert von 50 Punkten, der eigentlich am Weg lag, ließen sie aus. In der Männer-Master-Klasse reichte das aber dennoch zum souveränen Tagessieg und die Übernahme der Leader-Trikots. Ich startete mit Ondrej Hasek (Teambildung fand erst 2 Tage vor dem Rennen statt) und wir konnten nach einer sehr schwachen Anfangsphase, 2 h hatte ich mit dem verspäteten Frühstück zu kämpfen, noch genügend Punkte für den Tagessieg in der Mixed-Klasse sammeln. Auch hier führte der Weg über den Photoposten 102 ganz im Süden der Karte. Unsere Tagesleistung waren 113 km mit 1700 hm. Holger Mager mit Teampartner Kai Müller kamen knapp 15 min zu spät ins Ziel, ihnen wurden 30 Punkte abgezogen und so landeten sie knapp neben dem Podium (5. Platz) des ersten Tages in der Männerklasse. Weitere deutsche Starter waren Anne Gassner [&] Tino Hamann auf Platz 18 (Mixed), Uli Kretzschmar [&] Ulf Uhlemann auf Rang 32 und Jens Junghanß mit Teampartner Carol Claus auf Rang 23 (beide Teams MM+).

Am Samstag galt es aus deutscher Sicht also zwei Leader-Trikots zu verteidigen und sich noch aufs Podium raufzuarbeiten. Wer hier kräftig Punkte sammeln wollte sollte an diesem Tag die flache Nordrunde wählen. Falk und Beat gefiel es allerdings in den Bergen zu gut und so geriet ihr erster Platz nochmal ein wenig in Gefahr. Sie sammelten relativ wenige Punkte, hatten ja aber vom Vortag ein kräftiges Punktepolster so dass es am Ende noch immer zu einem komfortablen Sieg mit 1124 Punkten, aufaddiert von beiden Tagen, reichte. Bei uns in der Mixed-Klasse konnten wir uns von hinten ins Feld vorarbeiten, da in umgekehrter Reihenfolge vom Vortagesergebnis gestartet wurde. Wir vergaßen zwar zunächst einen Posten mit 50 Punkten in der Karte zu markieren, das klärte sich aber noch direkt am Start durch die Kommunikation mit anderen Teams auf und so nahmen wir diese leichten 50 Punkte recht zeitig im Rennen auch noch schnell mit. Ondra spannte sich die meiste Zeit vor mich und so rasten wir über den nördlichen Teil der Karte bis wir nach 3 h schon beide recht müde waren. Irgendwie kämpften wir uns aber dennoch weiter durch und halfen uns gegenseitig aus, wenn der andere eine schwächere Phase hatte. So bauten wir unseren Vorsprung in der Wertung weiter aus. Etwa 100 km und 600 hm markieren ein deutlich flacheres Rennen als am Vortag. Durch das flache Gelände und die spärlichen Ruhephasen (kaum Abfahrten) aber nicht weniger anstrengend. Am Ende der beiden Tage hatten wir 1140 Punkte auf unserem Konto und es hatten nur 2 Teams insgesamt mehr Punkte. Auch Holger und Kai konnten sich noch einen Platz nach vorne arbeiten (1120 Punkte). Acht Punkte fehlten zum Podium, schade. Auch Tino und Anne machten noch zwei Plätze gut und freuten sich über die wunderschöne Landschaft, die kilometerlangen Wurzeltrails (da könnte es bei dt. MTBO's doch gerne mehr von geben) und die recht schön ausgewählten Postenstandorte (sie waren oft in Verbindung mit touristischen Attraktionen). Ulf und Uli wählten leider auch die Berge und fielen so noch viele Plätze zurück während Jens und Carol ihren 23. Platz behielten.

Wie Anne so schön sagte: Es war ein super Erlebnis, beeindruckend wie sich andere Frauen vor ihre Teampartner spannten und das Tempo machten und das Gelände war einfach cool und abwechslungsreich mit den Bergen am ersten Tag und der Seenebene am Sonntag. Und es war schön sich mit so vielen anderen Teams messen zu können.

Dem kann ich ja fast nix hinzufügen - nächstes Jahr hoffentlich wieder ...

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