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06. März 2017

Auftakt zur 22. Ski-Orientierungslauf-WM

Im sibirischen Krasnojarsk beginnen am heutigen Montag die Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf. Die russische Millionen-Metropole, die mitten in Asien liegt, ist nicht zum ersten Mal Austragungsort der WM. Schon im Jahr 2000 war die Stadt, die rund viereinhalb Flugstunden östlich von Moskau liegt, Gastgeber.

Damals wie heute ist Bernd Kohlschmidt (SV Robotron Dresden) im deutschen Team dabei. War es vor 17 Jahren seine erste WM, ist es nun seine mittlerweile zehnte. Allerdings ist er auch der einzige deutsche Herr, der ins ferne Sibirien gereist ist, einzige deutsche Dame ist Rieke Bruns (MTK Bad Harzburg). Beide sind auch gleich beim ersten Rennen gefordert, der Mixed-Staffel, die am morgigen Dienstag ausgetragen wird. Weiter geht es mit dem Sprint am Mittwoch. Während die Damen am Donnerstag die Mitteldistanz bestreiten und dann einen Ruhetag haben, ist das Programm bei den Herren genau andersherum, sie ermitteln die Medaillenträger auf der Mitteldistanz am Freitag. Letztes Einzelrennen ist dann die Langstrecke am Samstag, ehe die Staffel (dann ohne deutsche Beteiligung in der offiziellen Wertung) am Sonntag die Weltmeisterschaften beschließt.

Die 22. Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf in Krasnojarsk sind eine Generalprobe für die Winteruniversiade in zwei Jahren. Schon jetzt deutet alles auf die "Olympischen Winterspiele für Studierende" hin. Im Vergleich zu vor 17 Jahren sind die Sportstätten und Unterkünfte deutlich moderner geworden. Und die Zahl der Volunteers, die die Teams betreuen, ist mehr als großzügig. So wird das zweiköpfige deutsche Team von dem gut sechsfachen an Volunteers betreut. Die Titelkämpfe am Ufer des Jenisseis sind aber auch eine Reminiszenz an Eduard Khrennikov. Der knapp 45-jährige Russe stammt aus Krasnojarsk und ist einer der erfolgreichsten Ski-Orientierungsläufer überhaupt. Zahlreiche Titel hat er gesammelt und auch jetzt gehört er aufgrund der Vorleistungen in diesem Winter ebenso zu den klaren Favoriten wie beispielsweise die Schwedin Tove Alexandersson bei den Damen. Khrennikov läuft nun seine elfte WM und stellt damit den von einem Deutschen gehaltenen Teilnahme-Weltrekord ein. Ob es sein letzter internationaler Auftritt wird, ist noch nicht gewiss.

Ansonsten stellen sich die Bedingungen ähnlich wie im Jahr 2000 dar. Die Temperaturen in Sibirien überschreiten Anfang März schon den Gefrierpunkt, die Teilnehmer haben teilweise mit sehr weichem Schnee zu kämpfen. Von dem gibt es ohnehin nicht übermäßig viel. Aufgrund des Kontinentalklimas sind Niederschläge seltener und daher die Schneemassen eher gering. Dennoch kann man allein schon aufgrund der großen Finanzmittel, die hinter den Weltmeisterschaften stecken, davon ausgehen, dass die Titelkämpfe auf eine nahezu makellose Organisation gestellt worden sind. Ein Umstand, den die Teilnehmer genießen werden, denn andere Nationen als Russland haben kaum noch die - auch von der IOF geforderten - Ressourcen, solche Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf auf die Beine zu stellen, ein Ausrichter für 2019 steht beispielsweise noch nicht fest.

Mehr:
Homepage der 22. Weltmeisterschaften im Ski-Orientierungslauf in Krasnojarsk