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14. Juli 2012

5 Tage MTBO in Fontainbleau

Neben dem 4 Tage MTBO in Doksy fand zur gleichen Zeit ein 5 Tage MTBO in Fontainebleau (FRA) statt. Insgesamt nutzten 4 deutsche Athleten (Anne Gassner, Steffen Liehr, Olaf Kaden und Tino Hamann) die Gelegenheit in den riesigen Wäldern um Fontainebleau die Wettkampfserie zu bestreiten.

Insgesamt zählte der Wettkampf ca. 350 Teilnehmer, vorwiegend aus Frankreich. Neben dem österreichischen Nachwuchsteam, gingen noch Schweden, Schweizer und sogar ein Neuseeländisches MTBO Team an den Start.

1. Etappe - Mittel
Das Wettkampfgelände rund um Fontainebleau bestand überwiegend aus sandigen Terrain mit bösen felsigen Hügeln bestückt (ca. 50m hoch). Eben jene Hügel galt es bei den Routenwahlen immer zu berücksichtigen, da hier zum größten Teil nur schmale Pfade mit kleinen Klettereinlagen darüber führten. So wurden die kleinen Berge auch fast allen deutschen Startern gleich am ersten Tag bei der Mitteldistanz zum Verhängnis. Anstatt außen herum zu fahren, fuhren Olaf Kaden und Tino Hamann direkt in eine Hügelkette hinein und verloren damit viele wertvolle Minuten. Olaf Kaden schaffte am ersten Tag trotzdem noch einen wunderbaren 5 Platz von 39 Startern.

Allen Startern bereitete die teilweise ungenauen Wettkampfkarten Probleme. So konnte man sich leider fast nie auf die kartierten Wegqualitäten verlassen. Außerdem gaben die Wälder eine Vielzahl von Routenwahlmöglichkeiten her, jedoch nutzen die Streckenleger diese nur selten und so gab es gerade bei den kürzeren Bahnen meistens nur eine Routenmöglichkeit. Diese und ein paar andere Sachen führten zu einigen Diskussionen unter den Wettkampfteilnehmern. Die bereits Frankreich-erprobten neuseeländischen Starter bezeichneten diese französische Leichtigkeit gerne als "The French Way".

2. Etappe - Mittel
Die zweite Mitteldistanz fand bei strömenden Regen statt. Manche Wege waren daher nicht mehr befahrbar und bei Abfahrten wurden man nicht selten vom eigenen Hinterrad überholt. Auch hier führte eine zusätzliche Schleife im Zielbereich (4 Punkte auf 200 Metern) zu viel Verwirrung und Fehlstempeln. "The French Way" - keiner wusste warum.
An diesem Tag konnten die deutschen Teilnehmer aufgrund von Orientierungsfehlern keine guten Platzierungen erzielen.

3. Etappe - Sprint und Triathlon
Bei der 3. Etappe konnten die verbliebenen 3 deutschen Starter solide Leistungen aufweisen. Beim Sprint durch ein Militärgelände schaffte es Olaf Kaden in der H40 auf Platz 2. Tino Hamann belegte auf der gleichen Bahn nur 1 Sekunde schneller als Olaf Kaden einen guten 11. Platz in der H21 Klasse.
Anne Gassner hatte zwar einen falschen Posten erwischt, wäre ohne den Fehlstempel aber in die Top 10 gekommen.

Am Nachmittag belegte das deutsch-französisches Team (Anne Gassner, Tino Hamann, Robert Tenedos) beim Triathlon einen tollen 10. Platz von 33 gestarteten Teams. In einem Erholungsgebiet galt es auf einen See 250 Meter zu schwimmen und dabei 4 SI Stationen im Wasser zu lochen, 5 Km Radstrecke zu bewältigen und danach ca. 2 km durch ein Parkgelände zu laufen. Anne Gassner konnte nach dem Schwimmen auf Platz 7 wechseln und Tino Hamann schaffte es auf Rang 5 auf den französischen Läufer zu übergeben.

4. Etappe - Langdistanz
Die Langdistanz fand in einem Waldgebiet neben einer Pferderennbahn statt. Und so waren auch die Wege versandet und mit Hufabdrücken der Pferde versehen, was das Rennen sehr holprig machte. Ausgetragen wurde das Rennen, was auch als World-Ranking-Event zählte, im Format einer ""One-man-Staffel"" mit Massenstart, d.h. man bekam am Start 2 Karten, die man beide abfahren musste. Die Schwierigkeit bestand insbesondere darin, dass innerhalb dieser Karten noch unzählige Split-Posten gestreut waren (insbesondere in einem Postennetz kurz vor der Ziel-Zone), so dass man ""Hinterherfahren"" unbedingt vermeiden sollte und es sich im Nachhinein nicht unbedingt als Nachteil erwies, wenn man das Rennen komplett allein bestreiten musste, ohne im Wald auf einen Gegener zu treffen.
Anne Gassner fuhr hier ihr bisher bestes Rennen, kam nach Runde 1 auf Platz 5 liegend durch die Zielzone und finishte letzlich auf einem tollen 7. Platz. Olaf Kaden schaffte den 4. Platz bei den H 40.

5. Etappe - Mitteldistanz
Bei der letzten Etappe verblieben nur noch Anne Gassner und Tino Hamann in Fontainebleau. Hier erfolgte ein Jagdstart nach den Rückständen der Voretappen und mit Kartenwechsel auf eine Sprintkarte im Zielbereich, auf der man nochmal 7 Posten in Sprintdistanz holen musste.
Nach einem schlechten Einstieg ins Rennen konnte Anne Gassner sich leistungsmäßig den sich verbessernden Wetterverhältnissen anpassen und noch auf Platz 11 vorfahren. Auch Tino Hamann gelang bis zum letzten Drittel ein gutes Rennen (Rang 12), er musste dann jedoch auf Grund eines abgerissenen Schaltwerks das Rennen aufgeben.