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08. Juni 2012

Weltcup in Polen - Schlammplateau und Stockteppich zwischen den Tönen Chopins

Der nordwestlichste Zipfel des Adlergebirges, gerade noch so Polen, bot das Wettkampfgelände für die zweite Runde des Weltcups der Mountainbike Orientierer am ersten Juni-Wochenende. Deutschland stellte nur zwei Starter in der Elite-Klasse. Es konnten mitunter Weltcup-Punkte und in den Rahmenwettbewerben der Masters, mit ebenfalls zwei deutschen Startern, Urkunden gesammelt werden.

Der Schnee muss sich erst vor wenigen Wochen aus den Höhenlagen des Mittelgebirgskammes zurück gezogen haben. Die Wälder auf 700 bis 900 m Höhe waren doch reichlich mit Wasser gesättigt und entsprechend war auch die Wegqualität vieler Wege schlammig, zerfahren und teilweise bildeten ganze Ästeteppiche den Weg. Das Gelände war also hart zu befahren für Mensch und Material. Im Gegensatz zu unseren Deutschen Rennen durfte man auch quer durch den Wald fahren, was die Routenwahl erheblich beeinflusste, aber auch ein schnelles Umschalten abverlangte.

Während national um Bundesranglistenpunkte in Potsdam gekämpft wurde hatten die beiden deutschen Starter über drei Tage verschiedene Disziplinen zu bewältigen: Sprint, Mittelstrecke und Langstrecke. Der Sprint führte die Starter zunächst über einen Bergrücken mit Wald und dichtem Wegenetz. Nach dem ersten Drittel ging es dann in die Parkanlagen und die angegliederten Häuser von der Chopin-Stadt Duszniki-Zdroj. Nach der Körperlichen Belastung des Anfangs hieß es nun mit voller Konzentration über die Rasenflächen und um die Häuserecken zu jagen. Beiden deutschen Startern, Anke Dannowski (ESV Dresden MBO) und Mark Huster (SV Sachsen 90 Werdau) fehlte für die kurze Distanz ein wenig die Aggressivität auf dem Rad. Gerade im Sprint geht es um Sekunden auf jeder einzelnen Postenverbindung. Anke Dannowski ließ schon zu viel Zeit im Waldteil liegen und konnte diese auch im Stadtgebiet nicht mehr wettmachen. Sie landete auf Rang 23. Mark Huster konnte zwar gut mit den vor und nach ihm gestarteten Fahrern zusammenarbeiten (Startintervall 1 min) und konnte so einige gute Zwischenzeiten auf einzelnen Postenverbdingungen aufweisen, allerdings ist eine Minute Zeitverlust im Sprint schon eine halbe Welt und so fuhr er auf einen 42. Rang ein. Bei den Männern setzte sich der Italiener Luca Dallavalle mit 45 s Vorsprung durch, bei den Frauen siegte die Finnin Marika Hara.

Auf der Mittelstrecke wollten beide mit mehr "Angriffslust" ins Rennen gehen. Bei Anke Dannowski führte dies zwar zu einem Ein-Minuten-Fehler zu Beginn, sie konnte aber in den darauf folgenden Postenverbindungen sehr viele Top10 Zeiten einfahren. Somit reichte es für einen 12. Rang im dichten Frauenfeld. Mark Huster zeigte hier eine ähnliche Leistung wie am Vortag, einige Routenwahlen verhinderten aber auch hier einen besseren Platz. Er belegte Rang 47. Beste an diesem Tag waren die beiden Russen Ksenia Chernykh und Anton Foliforov. Die ersten drei Männer trennten nach 56 Minuten gerade einmal 9 Sekunden.

Am Abend gab es die Siegerehrung der ersten beiden Renntage im Kurpark von Duszniki-Zdroj. Die Stadt wird gern mit dem Komponisten Chopin in Verbindung gebracht und so durften die Sportler den Klavierklängen lauschen und für ein paar Minuten entspannen.

Finnische Festspiele fanden über die Langstrecke statt. Aber dennoch war es auch der Tag von Mark Huster. Im Massenstart ging es mit den über 60 Startern auf die Bahn. Es gab zwei Runden mit teilweise gleichen Posten, die für verschiedene Fahrer in Unterschiedlichen Reihenfolgen anzufahren waren, aber am Ende hatten alle alle Posten aufgesucht, also eine Staffel mit sich selbst. Damit wurde ein komplettes Hinterherfahren nahezu ausgeschlossen und dies führte nach einigen Anfangsgrüppchen bald zur Separation der meisten Fahrer. Mark konnte endlich seine gute Form ausnutzen und durch sichere Orientierung und seine Zweikampfstärke am Ende des Tages den 29. Platz einfahren und damit auch Weltcup-Punkte sammeln. Anke Dannowski wollte im moderaten Tempo der Führungsgruppe so lange mitgehen wie sie bestand, nach der Trennung und einer längeren Laufpassage konnte sie aber nicht in ein schnelleres Tempo überwechseln und so zogen die ersten unaufhaltsam davon. Ein riesiger Routenwahlfehler (fast 3 min Verlust) kurz vor dem Ende verhinderte dann einen erhofften Platz unter den ersten 15. Rang 23 steht auch auf der Langstrecke für sie zu Buche. Bei den Frauen konnten sich gleich 3 Finninnen ganz vorn platzieren, Ingrid Stengard zu allererst. Und auch bei den Herren kam der Sieger mit Jussi Laurila aus Finnland. In der Weltcup-Gesamtwertung stehen beide nun nach 5 Läufen auf den Plätzen 15 und 47, jedoch folgen noch 5 weitere und Streichlaufresultate.

Andrea Kröber und Harald Männel (beide OL-Team Wehrsdorf) gingen in den Rahmenklassen an den Start. Andrea fuhr 2mal auf den 2. Platz und einmal auf den 3. Platz in der Klasse der open-D21 und Harald Männel erreichte nach den Plätzen 5 und 4 am letzten Tag auf der Langstrecke den zweiten Rang.

Weiter geht es mit der MTBO-WM in Ungarn. Dort gehen Elite, Nachwuchs und Masters an den Start. Während die Nachwuchs- und Masters-Wettkämpfe ohne Teilnehmerbeschränkung sind. Sind die Elite-Felder auf je 6 Damen und Herren beschränkt. Der deutsche Kader wird aber auch zur WM deutlich kleiner ausfallen.

Wie erwähnt ging auch national das Geschehen weiter. Hier gewannen Denny Albert und Lydia Jahn (beide SV Sachsen 90 Werdau) die Elite-Klassen auf der Mittelstrecke bei Potsdam. Sie sind auch die derzeitigen Führenden der Bundesrangliste. Tags darauf veranstaltete der OLV Potsdam den 20-Seen-MTBO, ein 2er-Team Rennen über 4 Stunden.