16. Mai 2025
MTBO-EM 2025 in Vilnius in vollem Gange
Bereits zwei Läufe hat die deutsche Auswahl bestritten. Am Wochenende warten Sprint und Staffel mit TV-Übertragung auf sich.
Vilnius hat in diesem Jahr in seine Wälder westlich des Stadtzentrums zu den Europameisterschaften der Jugend, Junioren und Elite im MTBO geladen. Gelände und Strecken bieten einen sehr würdigen Rahmen und sind jeden Tag per Bike vom Event-Zentrum, zugleich Team-Hotel, erreichbar. Die Zielarena ist an jedem Tag dieselbe und befindet sich auf einer Wildwechselbrücke über einer Schnellstraße. Das deutsche Team besteht aus 4 Nachwuchssportler. Linda Brandt in der W20 (Berlin-Köpenick) und Ron Hähnel in der M17 (Wehrsdorf) schnuppern zum ersten Mal internationale Rennluft. Laura Faltejskova ebenfalls W20 (Mietraching) sowie Per Hähnel in der M20 (Wehrsdorf) komplettieren das Team. Im Elite-Team sind die alten Hasen Anke Dannowski (Dresden/Kiel), Lukas Wilms und Lennart Voß (beide Kiel) an den Startlinien zu finden. Als Eltern und Betreuer starten auch Katrin Brandt und Andreas Neitzel in den Offenen Masters Wettbewerben.
Die Rennen wurden mit dem Massenstart für die Elite und einer Langstrecke für die Nachwuchsklassen eröffnet. Das deutsche Team konnte nicht in die Medaillenvergabe eingreifen, schlug sich jedoch mit der ein oder anderen Leistung ganz gut. Per fuhr auf einen soliden 13. Platz und Ron gelang bei seinem Debut ohne größere Patzer Platz 17. Linda und Laura belegten die Ränge 20 und 21. Während Linda kontinuierlich durch die teils sandigen Wege pflügte, nicht immer die optimale Routenwahl erwischte, startete Laura in ihrem ersten W20-Jahr mit einem großen Fehler, von dem sie sich aber beeindruckend gut erholte und den Rest des Rennens solide zu Ende fuhr. Unter den kniffligen Routenwahlaufgaben schwitzten auch Lennart und Lukas im Massenstart, während Anke sich von einer Magenverstimmung erholte. Lennart und Lukas fuhren auf die Plätze 49 und 57. Bei den Frauen konnte sich Nikoline Splittorff nach gut 1.5 h den Titel mit einem gigantischen Vorsprung von mehr als 4 min sichern, während das Rennen bei den Männern hauch eng zu Gunsten des Finnen Samuel Pokala ausging.
Auf der heutigen Mitteldistanz zeigten die Deutschen eher durchwachsene Leistungen, sammelten durch einige gute Rennabschnitte viel Selbstvertrauen für den morgigen Sprint. Die Mitteldistanz führte zunächst über ein leichteres Wegenetz und einigen Routenwahlentscheidungen. Ab dem zweiten Renndrittel änderte sich die Renncharakteristik und die FahrerInnen bogen in Wälder mit vielen kleinen, schnell befahrbaren Wegen ein, die bei hohem Tempo eine hohe Konzentration erforderten, gleichzeitig musste ein kühler Kopf bewahrt werden und zur Not mal etwas Tempo rausgenommen werden, um nicht den Kontakt zur Karte zu verlieren. Laura und Linda fuhren in der W20 wieder auf aufeinander folgende, diesmal jedoch in getauschter Reihenfolge, Plätze 23 und 24. Ron fuhr mit einem recht konstanten Rennen auf Rang 27, während Per durch einen Konzentrations-Fehler aus der Top10 herausfiel und am Ende sein Rennen mit Rang 23 abschloss. Heute griff auch Anke ins Renngeschehen ein und fuhr nach kleineren Fehlern zu Beginn und einem großen gegen Ende auf Rang 38. Lennart fuhr mit kleineren Fehlern zu Platz 57, während Lukas heute etwas unkonzentriert auf Platz 61 über die Ziellinie sprintete. Der Sieg ging bei den Herren an den Lokalmatador Jonas Maišelis. Bei den Damen fuhr die Dänin Nikoline Splittdorff ihren 2. EM-Titel ein.
Am morgigen Samstag wartet ein Sprint in teils urbanem und teils bewaldetem und parkähnlichem Gelände. Interessant wird es ab morgen auch für die Zuschauer zu Hause, denn sowohl der morgige Sprint als auch die Staffeln am Sonntag werden live im TV übertragen.