23. Februar 2026
Meisterschaftsentscheidung in letzter Sekunde
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Die Entscheidung um die Deutschen Meistertitel im Ski-Orientierungslauf über die Mitteldistanz ist beinahe buchstäblich in letzter Sekunde gefallen. Das massive Tauwetter hätte nur wenig später eine Austragung der Titelkämpfe unmöglich gemacht. Gold sicherte sich in der Hauptklasse Bernd Kohlschmidt vom SV Robotron Dresden.
Bei Skiläufern gibt es das geflügelte Sprichwort, dass man dem Schnee beim Tauen zusehen kann. Was einstmals auf milde Frühlingstemperaturen im März oder April gemünzt war, wurde bereits an diesem vorletzten Februar-Sonntag in den Hochlagen des Erzgebirges Realität. Selbst auf über 1000 Meter Meereshöhe setzten Wind und Regen der Schneedecke empfindlich zu, so dass sich die noch nahezu idealen Verhältnisse am Samstag bei den tschechischen Staffelmeisterschaften in gerade eben noch so reguläre Bedingungen beim Einzelrennen am Sonntag wandelten.
Die Ausrichter vom tschechischen Verein Slavia Plzeň hatten jedoch in Boží Dar - unmittelbar an der Landesgrenze bei Oberwiesenthal gelegen - beste Vorbereitungen geleistet, um zwei tadellose Wettkampftage auf die Beine zu stellen. Ein Garant dafür war das passende Gelände mit einem anspruchsvollen Spurensystem und einer guten Bahnlegung.
Am besten damit zurecht kam am Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz "Altmeister" Bernd Kohlschmidt, der sich in der Herren Elite gegen die jüngere Konkurrenz durchsetzte. Gut in Form kurz vor den Weltmeisterschaften im japanischen Rusutsu zeigte sich Ole Wittiber vom Skiclub Bonn, der sich den Vizemeistertitel sicherte. Bronze ging an Wieland Kundisch vom USV TU Dresden.
Deutscher Jugendmeister über die Mitteldistanz wurde wie schon über die Langdistanz Ron Hähnel vom OL-Team Wehrsdorf vor Erik Bruns vom MTK Bad Harzburg. Bei den Seniorinnen setzte sich Anke von Gaza (OLV Uslar) vor Anne Heinemann (Robotron) und Tanja Buchholz (MTK) durch. Gold bei den Senioren sicherte sich Sergej Sonnenberg (Osnabrücker TB) vor Eike Bruns (MTK) und Björn Heinemann (Robotron).
Tags zuvor fanden an selber Stätte die tschechischen Staffelmeisterschaften statt. Mit dem OL-Team Wehrsdorf (Steffen Hauschild, Harald Männel, Andrea Körber) in der Herren 180 und dem MTK Bad Harzburg (Henning Bruns, Sven Buchholz, Eike Bruns) in der Herren 165 gelang es dabei sogar zwei deutschen Teams, einen (Gast-)Sieg davonzutragen.
National richten sich nun die bangen Blicke nach Oberhof. Im Thüringer Wald will der SV TU Ilmenau am Samstag die Deutschen Meisterschaften im Sprint ausrichten. Spannend bleibt die Frage, ob der dortige Kunstschnee dem Frühlingsintermezzo standhält. Solche Sorgen plagen die Ausrichter der Weltmeisterschaften, die am Sonntag in Japan beginnen, nicht. In Rusutsu auf der nordjapanischen Insel Hokkaido liegen rund zwei Meter Schnee. Beste Bedingungen also auch für Ole und Finn Wittiber (SC Bonn), die die deutsche Delegation bei den Weltmeisterschaften stellen.
