Susen Lösch Susen Lösch

Verein:
Wohnort:
Stockholm/Schweden
Beruf:
Entwicklungsingenieurin bei Perimed in Järfälla/Stockholm
Jahrgang:
1993
Heimtrainer:
Roman Schulte-Zurhausen
Trainingspartner:
Felix Späth und Järfalla OK
Erfolge:
19. WM Lang
2. Schwedische Meisterschaft Nacht
9. Schwedische Meisterschaft Mitteldistanz
9. Schwedische Meisterschaft Langdistanz
9. Swedish League Gesamtwertung
1. BRL 2012-2016/2018
Rückblick:

Das OL-Jahr 2019 fing für mich sehr gut an. Bei der schwedischen Nacht-Meisterschaft im März konnte ich an den Erfolg vom letzten Jahr anknüpfen und die Silbermedaille gewinnen. Danach jagte ein Highlight das andere. Die Vorbereitung auf die WM in Norwegen lief gut und ich lief super Staffeln bei der 10MILA und der Jukola. Der Weltcup in Finnland im Juni war etwas ernüchternd. Meine Performance war gut, aber das Resultat leider nicht so gut wie erhofft.

O-Ringen im Juli in meinem persönlichen OL-Paradies Finspång war etwas ganz besonderes und die Zeit mit alten und neuen Freunden hat viel Kraft gebracht auch wenn die Läufe extrem anstrengend waren. Tja und dann stand nach der WM Quali und zwei extra Wochen TL in Halden auch schon die WM vor der Tür. Ich glaube ich habe mich noch nie so gut auf eine WM vorbereitet. Ich war wirklich bereit: geistig, körperlich und technisch. Ich wusste: das hier kann ich. Jetzt muss ich es nur noch abrufen und meinen Job machen. Zur Lang gelang das sehr gut und ich freute mich über den 19. Platz. Zur Mittel hatte ich einen etwas vorsichtigen Start, fand aber mit Hilfe von Merja Rantanen, die mich eingeholt hatte, rechtzeitig ins Rennen. Doch dann bekam ich plötzlich unglaubliche Schmerzen im Brustkorb auf der linken Seite. Ich hatte damit das ganze Jahr keine Probleme, aber genau dann ist es wieder aufgetaucht. Die letzten Posten und besonders der Zieleinlauf waren einfach nur eine Quälerei. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Alles worauf ich mich vorbereitet hatte, kaputt nur wegen ein paar verschobener Wirbel und Rippen. Mit einem riesigen Haufen Frust startete ich am nächsten Tag auf die letzte Strecke der WM Staffel und rannte wie eine rasende Wildsau. Dank der tollen Läufe meiner Teampartnerinnen, reichte das für einen 12. Platz und doch noch einen Grund zum feiern bei der WM-Party. 

Im Herbst zeigte ich viele stabile Läufe und konnte beweisen, dass die Erfolge in Schweden vom letzten Jahr nicht nur Eintagsfliegen waren und die Damen und die Moderatoren hier mich ernst nehmen sollten. Leider konnte ich keinen Bombenlauf landen, aber immerhin lieferte ich mein Können immer wieder ab und in den verschiedenen Staffeln im Jahr 2019 bin ich wirklich geflogen. Damit kann man weiter arbeiten. 

Ausblick:

Nach einer ausgiebigen Saisonauswertung wurde mir klar, dass ich besonders an der mentalen Seite noch viel arbeiten muss, um mal wieder richtige Bombenläufe zu zeigen. Ich versuche wieder zu lernen, dass am Ende des Tages Spaß im Wald wichtiger ist, als das Ergebnis auf irgendeiner Liste. 

Zum Glück ist die Konkurrenz hier in Stockholm ziemlich hoch und so kann ich bei fast jedem Training üben die ganze Sache nicht so ernst zu nehmen. Das ist manchmal nicht so einfach, wenn man so viel Kraft und Zeit in eine Sache steckt, aber es wird besser. 

Das größte Highlight dieses Jahr ist die Sprint-WM in Dänemark. Um dort schnell und gut vorbereitet am Start zu stehen, trainiere ich so viel Sprint-OL wie schon lange nicht mehr. Extra Sprint-Trainings mit dem schwedischen Nationalteam und neun Tage in engen italienischen Gassen schaden bestimmt auch nicht. 

Das Waldtraining für die EM in Estland und die veschiedenen Weltcups wird natürlich nicht vernachlässigt und jeder im Weg liegende Baum und zurückschnippende Ast ist eine perfekte Vorbereitung auf die grüne Hölle von Estland. 

Ich freue mich auf ein weiteres spannendes OL-Jahr zusammen mit einem super jungen und motivierten Nationalteam!

Susen Lösch