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15. Februar 2020

Elitetipp Februar: Skilanglauf – die Alternative in den Wintermonaten

In den Wintermonaten Januar und Februar steht für den Orientierungsläufer in erster Linie die Schulung der Grundlagenausdauer im Trainingsplan. In unseren Breiten bedeutet dies in den meisten Fällen, lange Läufe bei feuchter und kalter Witterung zu absolvieren, eventuell sogar noch auf rutschigem und unsicheren Untergrund. Dazu kommt oft noch die Tatsache, dass für viele OLer während der Woche das Training erst nach Einbruch der Dunkelheit möglich ist. All dies ist nicht immer förderlich für die Motivation, zumal die ersten Wettkämpfe meist noch in weiter Ferne liegen.

Hier bietet sich an, einmal nach Abwechslung Ausschau zu halten. Dabei rückt schnell das Skilanglaufen ins Blickfeld. Skilanglauf gilt als die Ganzkörpersportart schlechthin, neben der Beinmuskulatur werden auch Arme und Oberkörper gefordert, was ja beim OL nicht unbedingt der Fall ist. Die Belastung für das Herz-Kreislauf-System ist dagegen der des Orientierungslaufens sehr ähnlich: Intensive Abschnitte (Anstiege) wechseln sich ab mit Erholungsphasen (Abfahrten), in den Belastungsphasen ist in erster Linie wie auch beim Querlaufen die Kraftausdauer gefragt. Zudem stellt der Skilanglauf auch einige Anforderungen an die koordinativen Fähigkeiten des Läufers, wovon dieser auch im Sommer noch profitieren kann.

Gelegenheit zum Skilaufen ergibt sich vielleicht im Winterurlaub in Skandinavien oder in den Alpen, oder aber beim Tages- oder Wochenendtrip in eines unserer Mittelgebirge. Hier ist es empfehlenswert, sich vorerst auf die klassische Lauftechnik zu konzentrieren. Sie kommt der Laufbewegung am nächsten, außerdem sind in Deutschland die meisten Loipen leider immer noch nur für die klassische Technik präpariert. Skatingpisten beschränken sich meist auf die Wettkampfstrecken, die dann äußerst schwierige Profile aufweisen. Gehört man bereits zu den fortgeschrittenen Langläufern, reizt unter Umständen auch die Teilnahme an einem der vielen Volksläufe in Deutschland und Europa. Ein echter Höhepunkt eines Winterurlaubs ist sicherlich die Teilnahme an einem der Worldloppet-Läufe, zu denen neben dem berühmten schwedischen Vasaloppet auch der König-Ludwig-Lauf in Oberammergau gehört. Neben den Marathondistanzen von 50km und mehr werden hier auch immer 'Kurzstrecken' zwischen 20 und 30km angeboten. Die Teilnehmer an diesen Läufen kommen aus allen Alters- und Leistungsgruppen, es sind tatsächlich echte Volksläufe. Wer auch im Winter nun gar nicht die Karte aus der Hand legen möchte, der kann auch das eine mit dem anderen verbinden. Seit Jahren werden Ski-Orientierungsläufe in Sachsen, Thüringen , Bayern und in Deutschlands Nachbarländern angeboten. Informationen hierzu finden sich aber an anderer Stelle auf diesen Seiten. In Skandinavien ist die 'Ehe' zwischen Langlauf und Orientierungslauf übrigens durchaus üblich. Die meisten OL-Klubs haben auch eine Skiabteilung und das gemeinsame Skitrainingslager im Winter ist 'Pflichtprogramm'. Dabei wird die Alternativsportart natürlich von beiden Seiten wahrgenommen, so wurden zahlreiche weltberühmte Langläufer auch schon bei O-Ringen gesichtet.

Autor: Jan Voigt Der Elitetipp erscheint monatlich auf orientierungslauf.de. In ihm werden verschiedene Leute über spezielle Themen im OL berichten, mit denen sie sich auskennen. Der Elitetipp soll dazu anregen, selbst darüber nachzudenken, was man alles besser machen könnte im OL. Hast Du Lust, auch über ein Thema zu schreiben, wo Du Dich auskennst? Oder willst du ein Thema vorschlagen, das mal behandelt werden sollte? Fragen, Anregungen, Kritik? Mail an ingo.horst@web.de!