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Aufnahmevoraussetzungen DOSB    Ralph Körner - 02.09.2020, 22:27

Die Vorgabe von 10.000 Mitgliedern für eine Aufnahme als Spitzenverband in den DOSB stammt, soweit ich das ermitteln konnte, aus dem Jahr 2006, wo im Zuge der Fusion von DSB und NOK eine neue Aufnahmeordnung (siehe Link) erarbeitet wurde. Darin sind die Kriterien für die Aufnahme als Spitzenverband definiert. Die meisten der genannten Voraussetzungen kann der Orientierungssport in Deutschland ohne Probleme erfüllen. Problematisch wären jedoch aktuell § 4 Abs. 1 lit. a (mindestens acht Landesverbände) und § 4 Abs. 1 lit. b (10.000 Mitglieder, sofern nicht eine Sportart des olympischen Wettkampfprogramms vertreten wird). Bestehende kleinere DOSB-Mitgliedsverbände genießen übrigens Bestandsschutz, daher gibt es auch Spitzenverbände, die weder 10.000 Mitglieder haben noch eine olympische Austragungssportart vertreten.

Die Gründung von Landesverbänden wäre eine organisatorische Frage, die dann angegangen werden könnte, wenn die Chance und das Einvernehmen dazu entstehen, sich selbständig zu machen. Maßgeblicher Knackpunkt sind also tatsächlich die bereits erwähnten 10.000 vertretenen Mitglieder. In dem Moment, wo Orientierungslauf (oder auch Ski-OL) olympische Austragungssportart würde, wären die 10.000 obsolet. Dann würden quasi auch 0 Mitglieder reichen.

Die Hürde der zu vertretenden Mitglieder ist natürlich einerseits verständlich, um eine Zersplitterung der Sportlandschaft in Deutschland zu verhindern. Gleichwohl finde ich persönlich, dass die aktuelle Regelung "10.000 ohne Olympia, Null mit Olympia" eine Schwarz-Weiß-Regelung ist, die keine Schattierungen kennt und damit der Realität nur bedingt gerecht wird. So wäre aus meiner Sicht für World-Games-Sportarten durchaus eine geringere Mitgliederzahl praktikabel, etwa 3.000 oder 5.000. Denn die Zahl der Verbände, die nicht DOSB-Mitglieder sind, aber World-Games-Sportarten vertreten, halten sich in Grenzen. Eine Zersplitterung der Verbandslandschaft wäre nicht zu erwarten. Eine derartige Änderung der DOSB-Aufnahmeordnung wäre wohl nur über sportpolitische Partizipation zu erreichen, sofern darin ein Vorteil für die deutsche Sportentwicklung besteht und dies entsprechend kommuniziert werden kann. Sofern wir als Orientierungssport diesen Weg gehen wollten, wäre der Schulterschluss mit Verbänden zu suchen, die in ähnlicher Situation sind, um mehr Gewicht zu bekommen.

Sowohl eine Zahl von 3.000 als auch eine Zahl von 5.000 Mitgliedern halte ich für erfüllbar. Denn hier ist nicht nur die Zahl der Aktiven, sondern die Zahl der vertretenen Mitglieder (die der Sportart ideell zuordenbaren Mitglieder in den betreffenden Vereinen) maßgeblich. Hier liegen wir nach meinen Schätzungen bundesweit über den 5.000. Ob sich durch einen eigenen Verband als Spitzenverband im DOSB diese Zahl deutlich steigern lässt, ist aktuell nicht vorhersehbar, aber durchaus nicht auszuschließen.

Entsprechende Überlegungen machen natürlich nur Sinn, wenn daraus eine bessere Entwicklung für den Orientierungssport erwächst. Angesichts des Null-Budgets seitens des DTB auf Bundesebene (die BMI-Mittel sind ein durchlaufender Posten für den Spitzensport in den DOSB-Mitgliedsverbänden) liegt der Schluss nahe, dass zumindest eine finanzielle Verschlechterung nur schwer vorstellbar ist. Zu berücksichtigen ist aber auch die Situation auf Landesebene, wo die Ausgangssituation sehr unterschiedlich ist, von hoher Wertschätzung und finanzieller Unterstützung beispielsweise in Niedersachsen, bis hin zu nur geringer Bindung und Förderung im Osten der Republik (woraus auch die unterschiedlich starke Unterstützung für DTB auf der einen und DOSV auf der anderen Seite resultiert). Letztlich braucht es die Lösung, die dem Orientierungssport in Deutschland insgesamt am besten nützt. Und keinesfalls geht das ohne den DTB, dessen Präsidium nur allzu sehr nachvollziehbar nicht erfreut über Unabhängigkeitsbestrebungen ist, aber - sofern am Ende die Weiterentwicklung des Sports steht - sich satzungsgemäß sicher nicht verweigern wird, gemeinsam an der besten Lösung für den Orientierungssport zu arbeiten.

Link: https://cdn.dosb.de/user_upload/www.dosb.de/uber_uns/Satzungen_und_Ordnungen/aktuell_Aufnahmeordnung_2018_.pdf

Absage aller nationalen Wettkampfveranstaltungen - Jan Müller 13.03.2020, 12:43

Status Durchführung einer Jugend- und Elite-DM Mitteldistanz 2020 - Volker Caspari 14.07.2020, 20:25

Information zur Entscheidung TK Orientierungssport - Jan Müller 15.07.2020, 22:42

Richtigstellung - Detlev Friedrichs 17.07.2020, 17:03

Absage DM auf Bundesebene - Daniel Härtelt 17.07.2020, 21:03

Absage aller Meisterchaften - Thomas Schoepf 06.08.2020, 15:05

Team Öffentlichkeitsarbeit Orientierungssport Deutschland - Daniel Härtelt 06.08.2020, 22:13

Absage alle nationalen Meisterschaften - Jens Struckmann 13.08.2020, 11:55

Genehmigung - Daniel Härtelt 14.08.2020, 22:01

Genehmigungen - Jens Struckmann 15.08.2020, 10:37

DTB - Thomas Döhler 19.08.2020, 15:41

Einordnung Thematik - Daniel Härtelt 19.08.2020, 22:22

Zum Verband, als Antwort an Daniel Härtelt - Thomas Döhler 25.08.2020, 13:08

Ergänzung zum vorherigen Eintrag - Thomas Döhler 25.08.2020, 13:42

Henne-Ei-Prinzip - Daniel Härtelt 25.08.2020, 20:49

DOSB gibt es erst seit 2006 - Stephan Schliebener 26.08.2020, 12:18

Mitgliederzahlen - Daniel Härtelt 28.08.2020, 09:27

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- Fakten, Thomas! 20.08.2020, 19:34

zu Fakten & Fragen vom 20.08.2020 - Jens Struckmann 25.08.2020, 12:37

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